Rente: Das soll sich 2026 für ganz Deutschland ändern

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Rund 21 Millionen Rentner, ein System am Limit und eine Reform, die alles verändern soll: Die Regierung will 2026 die Rente auf neue Füße stellen. Vielleicht werden einige länger arbeiten, als andere. Vielleicht gibt es weniger Geld für alle. Sicher ist nur: Etwas wird sich ändern.
Rente: Das soll sich 2026 für ganz Deutschland ändern

Rente: Das soll sich 2026 für ganz Deutschland ändern

In Deutschland leben derzeit rund 21 Millionen Rentner. Tendenz steigend. Im internationalen Vergleich fällt das deutsche Rentenniveau weiter zurück. Das zeigen aktuelle Studien von OECD und Sozialverbänden. Wer sich für die Lage junger Menschen interessiert, bekommt dabei schnell ein ungutes Gefühl: Dieses System ist eine Frechheit gegenüber denen, die nachkommen. Viele zahlen viel ein und sollen später wenig herausbekommen. Die Probleme liegen seit Jahrzehnten offen auf dem Tisch. Nun reagiert auch die Regierung und will die Rente 2026 reformieren.

Rente: Jetzt soll eine Neuordnung her

„Wir wissen seit über 50 Jahren, dass das System kippen wird – trotzdem tun wir wenig, um es zu ändern“, sagt der Generationenforscher Rüdiger Maas. Der demografische Wandel ist keine Überraschung, sondern seit Langem eine bekannte Variable. Weniger Beitragszahler finanzieren immer mehr Renten. Das Umlagesystem ächzt, und politisch wurde es lange mit Pflastern versorgt: Haltelinien, Rentengarantie, Mütterrente.

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Nun soll Bewegung in die Sache kommen. Für 2026 plant die Bundesregierung eine umfassende Rentenreform. Kanzleramtschef Thorsten Frei kündigte an, die Rente habe Priorität unter den Sozialreformen. Bundeskanzler Friedrich Merz spricht sogar von einer „In der Schweiz etwa gibt es die staatliche Grundrente, die berufliche Vorsorge über Pensionskassen und die private Vorsorge nach Bedarf. Diese klare Trennung sorgt für Stabilität. Wer mehr einzahlt, bekommt mehr. Aber niemand fällt durchs Raster. Und in Schweden fließt ein Teil der Rentenbeiträge in einen staatlich verwalteten Fonds, der am Aktienmarkt investiert. Alle Bürger können einsehen, wie sich ihr Anteil entwickelt. Das bringt Rendite und Vertrauen. der Altersversorgung“. Klar ist bisher vor allem eines: Die gesetzliche Rente soll bleiben – aber sie wird künftig nur noch ein Baustein sein. Das sogenannte Drei-Säulen-Modell soll ernster genommen werden als bisher. Neben der gesetzlichen Rente sollen die betriebliche und die private Altersvorsorge deutlich an Bedeutung gewinnen.

Anhebung des Rentenalters?

Das Problem: Dieses Modell existiert bisher mehr auf dem Papier als im Alltag. Vier von zehn Beschäftigten haben weder eine Betriebsrente noch eine private Vorsorge. Rund 18 Millionen Arbeitnehmer verfügen über eine Betriebsrentenanwartschaft – gut 52 Prozent. Die Quote soll steigen, unter anderem durch höhere steuerliche Förderungen. Für die private Vorsorge ist ein neues Altersvorsorgedepot geplant, eine Art Riester-Nachfolger ohne Riester-Image. Kein Wunder, kündigen viele derzeit ihre Riester-Verträge. Sie gilt als gescheitert.

Doch das ist nur der Auftakt. Eine Expertenkommission soll bis Mitte 2026 weitergehende Vorschläge vorlegen. Denkverbote gibt es offiziell keine. Diskutiert wird fast alles: ein Renteneintritt nach Arbeitsjahren statt nach Lebensalter etwa. Wer also erst studiert und viel später Geld verdient, soll auch deutlich später in Rente gehen. Auch über Sonderregelungen für bestimmte Berufsgruppen wird gesprochen. Und die Einbeziehung weiterer Bevölkerungsgruppen in die gesetzliche Rentenversicherung. Auch der Klassiker kehrt zurück: die erneute Anhebung des Rentenalters.

Nichts ist unmöglich

Was davon politisch durchsetzbar ist, bleibt offen. Sicher ist nur: Die Zeit der kosmetischen Korrekturen geht zu Ende. Die Reform wird unpopulär werden müssen, wenn sie wirken soll. Für Jüngere könnte sie mehr Eigenverantwortung bedeuten. Und mehr Risiko. Für Ältere die Gewissheit, dass ihr System nicht mehr das Maß aller Dinge ist. 2026 könnte das Jahr werden, in dem Deutschland zugibt, dass die alte Rentenidee aus dem 20. Jahrhundert stammt. Und dass ein Land mit immer mehr Alten und immer weniger Jungen nicht einfach so weitermachen kann wie bisher.

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Übrigens: In der Schweiz gibt es die staatliche Grundrente, die berufliche Vorsorge über Pensionskassen und die private Vorsorge nach Bedarf. Diese klare Trennung sorgt für Stabilität. Wer mehr einzahlt, bekommt mehr. Aber niemand fällt durchs Raster. Und in Schweden fließt ein Teil der Rentenbeiträge in einen staatlich verwalteten Fonds, der am Aktienmarkt investiert. Alle Bürger können einsehen, wie sich ihr Anteil entwickelt. Das bringt Rendite und Vertrauen.

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