Palantir-Chef: KI macht Einwanderung unnötig

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Ein Tech-CEO behauptet in Davos: Künstliche Intelligenz macht Masseneinwanderung überflüssig und stellt den Arbeitsmarkt auf den Kopf. Handwerker werden wichtiger als Akademiker. Was steckt hinter dieser steilen These und was bedeutet das für deine Zukunft?
Ein Büroangestellter räumt links seinen Schreibtisch, während rechts ein Handwerker lacht. In der Mitte Alex Karps von Palantir
Macht KI Zuwanderung obsolet?Bildquelle: inside digital / KI-generiert mit Nano Banana Pro

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar 2026 traf Alex Karp, der Chef von Palantir, eine Vorhersage, die an den Grundfesten unserer bisherigen Wirtschaft rüttelt. Seine Meinung: Westliche Länder brauchen keine massive Zuwanderung mehr, um wirtschaftlich stabil zu bleiben.

Karp glaubt fest daran, dass Künstliche Intelligenz die Notwendigkeit für große Einwanderungswellen beenden wird. Laut ihm wird es „mehr als genug Jobs für die Bürger der eigenen Nation“ geben. Zuwanderung im großen Stil sei künftig nur noch für ganz spezielle Fähigkeiten nötig. Dahinter steckt der Gedanke, dass KI unsere Arbeitswelt so radikal verändert, dass die alten Regeln nicht mehr gelten.

Die neue Arbeitswelt: Wer gewinnt, wer verliert?

Tritt Karps Vision ein, ändert sich alles, was wir bisher über Karriere wussten. Die Hierarchie auf dem Arbeitsmarkt kehrt sich quasi um. Karp sieht vor allem die „Elite“ der Büroarbeiter in Gefahr – also alle, die mit Texten, Programmcode oder Analysen ihr Geld verdienen. Selbst seinen eigenen Doktortitel in Philosophie hält er bald für weniger wertvoll. Die Gewinner von morgen sind für ihn Handwerker wie Klempner oder Elektriker. Der simple Grund: Ihre Arbeit erfordert Geschick und Problemlösung in echten, unvorhersehbaren Situationen. Da kommt die Robotik noch lange nicht mit.

Wirtschaftlich bedeutet das: Wir bewegen uns weg von einem System, das ständig neue Arbeitskräfte von außen braucht (Karp spricht von sogennanter „Body Shop“-Wirtschaft). Stattdessen übernehmen Computer die Arbeit. Wenn eine KI künftig die Aufgaben von zehn Analysten erledigt, braucht man schlicht weniger Menschen im Büro. Die Wirtschaft importiert also dann eher Rechenleistung statt Personal.

Hintergrund und Kritik: Das steckt dahinter

Man darf dabei nicht vergessen, womit Karps Firma Palantir ihr Geld verdient. Der CEO, der sich früher eher links einordnete, unterstützt inzwischen öffentlich die strenge Einwanderungspolitik der US-Regierung. Die Technologie seines Unternehmens bezeichnet er als „anti-woke“. Seine Software wird von US-Behörden genutzt, um Einwanderer ohne Papiere aufzuspüren und abzuschieben. In Regierungskreisen wird sie mitunter als „Immigration OS“ bezeichnet.

Doch Karp bekommt Gegenwind. Dario Amodei, CEO des KI-Unternehmens Anthropic, erklärte ebenfalls in Davos, dass die von Karp als zukunftssicher beschriebenen Techniker in seinem Unternehmen kaum nachgefragt seien. Stattdessen würden Fähigkeiten wie kritisches Denken – die Geisteswissenschaften, die Karp für obsolet hält – zu einer Premium-Ware.

So entsteht die Ironie, dass der CEO jenes Unternehmens, dessen Technologie die Grenzsicherung verschärft, eine Zukunft prognostiziert, in der Technologie selbst die ökonomische Notwendigkeit für offene Grenzen eliminiert.

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