Neue Kennzeichen: Deshalb haben viele Autos bald ein L-Schild in der Heckscheibe

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Bald taucht ein neues Zeichen in deutschen Heckscheiben auf: ein weißes "L" auf blauem Grund. Doch was bedeutet das L-Schild? Und wie sollte man sich als Autofahrer verhalten, wenn man jemanden mit einem solchen Kennzeichen sieht?
Neue Kennzeichen: Deshalb haben viele Autos bald ein L-Schild in der Heckscheibe

Neue Kennzeichen: Deshalb haben viele Autos bald ein L-Schild in der Heckscheibe

Die Regierung hat den Führerschein reformiert. Er soll günstiger werden. Weniger Fahrschule, mehr Praxis im echten Leben. Das klingt nach Entlastung für junge Menschen und ihre Eltern. Denn: Nach den Plänen von Verkehrsminister Patrick Schnieder dürfen künftig nahe Angehörige oder vertraute Personen einen Teil der Fahrausbildung übernehmen. Begleitetes Fahren, aber nicht nur mit Fahrlehrer, sondern mit Laien. Das Ganze ist zunächst auf fünf Jahre begrenzt. Danach will man sehen, ob es mehr Sicherheit bringt – oder mehr Blechschäden. Dazu muss dann ein neues Kennzeichen her, das L-Schild.

Das bedeutet das L-Schild am Auto

Das Modell gilt nur für den Führerschein der Klasse B. Und ganz ohne Regeln geht es nicht. Wer ausbilden will, muss den Führerschein seit mindestens sieben Jahren besitzen. In den vergangenen drei Jahren darf er nicht auffällig geworden sein. Maximal ein Punkt in Flensburg ist erlaubt. Mehr nicht. Der Staat traut also nur denen Verantwortung zu, die sich halbwegs benommen haben.

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Die angehenden Fahrer müssen mit ihren Laienausbildern 1.000 Kilometer fahren. Vorher und nachher gibt es jeweils sechs Pflichtstunden in der Fahrschule. Dazwischen: Einparken üben, im Kreisverkehr richtig blinken und nachts auf die Autobahn auffahren. Und ein großes blaues Schild mit weißem „L“ am Auto. Das „L“ steht für „Learner“ – Lernender. Das L-Schild bedeutet also: Hier sitzt jemand am Steuer, der noch übt. Mit Familie. Mit Freunden. Mit Menschen, die keine Fahrlehrer sind.

Abstand halten und ruhig bleiben

Neu ist das alles nicht. Deutschland hat sich das Modell ziemlich offensichtlich in Österreich abgeschaut. Dort gibt es diese Laienausbildung schon länger. Man nennt es dort „L17“. Es funktioniert offenbar gut genug, um es jetzt zu kopieren. Und auch Spanien kennt das „L“. Allerdings erst nach bestandener Prüfung. Wer dort seinen Führerschein bekommt, muss ein Jahr lang ein L-Schild an die Heckscheibe seines Autos hängen. Zwölf Monate offizieller Anfängerstatus. Eine etwas andere Regelung, aber die Bedeutung bleibt dieselbe. Jemand fährt hier mit wenig Erfahrung. Wer also in Zukunft hierzulande ein „L“ in der Heckscheibe des Wagens vor sich sieht, hält ein bisschen Abstand. Und ist vielleicht etwas nachsichtiger, statt direkt loszuhupen, wenn die Ampel auf Grün springt und der Vordermann nicht binnen Sekundenbruchteilen losfährt.

Bildquellen

  • Zeit, loszulassen: Davon müssen sich Autofahrer jetzt verabschieden: Andréas BRUN / Unsplash
  • Neue Kennzeichen: Deshalb haben viele Autos bald ein L-Schild in der Heckscheibe: inside digital / KI-generiert

12 Kommentare

  1. Joe2
    Das jetzige Deutschland ist das einzige Land in der EU, in dem dieses Zeichen bisher keine Anwendung findet.
  2. Mina
    Im Grunde nicht schlecht, aber ob das hier funktioniert..... und was ist mit dem Aspekt der Versicherung, wieso dürfen auch Freunde und Bekannte die Verantwortung übernehmen etc... Erst am Wochenende gab es den Bericht das man nicht so einfach anderen Kindern schwimmen beibringen darf.... verstehe Mal einer dieses Deutschland.....
  3. HarryHH
    Ein sehr schöner Artikel bis auf die Tatsache, im Auto sitzt man am Lenkrad und nicht am Steuer.
  4. Matze
    Also in der Schweiz ist das so, seit gefühlt 100 Jahren (nicht EU im übrigen) und da funktioniert das auch Versicherungstechnisch usw. Wird auch Zeit, dass sich in DE was ändert. Total überteuertes System. Und die Fahranfänger sind in DE echt teils überfordert könnt man meinen, wenn man hinter sonem Fahrschulauto fährt. Jedoch sollte man schon VOR den Pflichtstunden diese Begleitfahrten machen mMn.
  5. Ella
    ...hatten wir doch schon mal. in der ehemaligen DDR. Aber es muss ja wieder einmal das Rad neu erfunden werden 😕
  6. Günni
    Ja das ist Deutschland . War vor längerer Zeit in den USA Für 6 Monate zum arbeiten (Austausch). Habe 6 Fahrstunden mit einen Polizisten absolviert danach bekam ich meine Drivercard. Ob das Heute noch möglich ist keine Ahnung
  7. Norbert
    Genauso ist es Ella. 1974 wo ich meinen Mopedführerschein gemacht habe hatten wir das "L" schon auf dem Rücken. Wie gesagt hatten wir schon damals 😁
  8. Frank Ahmann
    Gerade hier im Ruhrpott, aber auch in Großstädten ist die Verkehrsdichte extrem. Wenn jetzt jeder meint "Ausbilder" zu sein, sehe ich da ein Problem. Es gibt doch Verkehrsübungsplätze.
  9. Leandra Schuster
    Im dichten deutschen Verkehr absolut fahrlässig. Ich möchte keinen Anfänger oder Eingriffsmöglichkeiten von nebenan hier in den Städten fahren sehen. Oder auf unseren Autobahnen. Etwas mit den Eltern Anfahren und Schalten auf einem Übungsplatz üben okay aber mehr bitte nicht. Fahrlässig.
  10. Gerhard Mergard
    Privatbesitz ist Privatbesitz warum sollten die für das nachts Parken keine Gebühr nehmen wenn ich damit nicht einverstanden binn muss ich ins Parkhaus dann weiß ich was es kostet!! und wo gibt es in der Stadt schon kostenlose Parkplätze ??
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