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Millionen Bürger sollten schon jetzt anfangen zu heizen

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Die Temperaturen fallen rasant, aber noch ist es in der Wohnung erträglich. Sollte man die Heizung trotzdem bereits jetzt anschmeißen oder lieber noch etwas sparen, solange es geht? Tatsächlich müssten Millionen Bürger bereits jetzt anfangen zu heizen.
Thermostat an einer Heizung wird gedreht
Millionen Bürger sollten schon jetzt anfangen zu heizenBildquelle: Artem Sandler / inside digital

Der Sommer in Deutschland dürfte endgültig vorbei sein. Doch ist es bereits kalt genug, um zu heizen? Oder kann man noch ein wenig ausharren und an den Energiekosten sparen? Es gibt gleich drei gute Gründe dafür, nicht zu lange mit dem Heizen zu warten. Millionen Bürger sollten bereits jetzt den Heizkessel anschmeißen. Doch alles der Reihe nach.

Was an einer kalten Wohnung so schlimm ist

Im Allgemeinen gibt es drei negative Auswirkungen verspäteten Heizens. Zunächst einmal steigt das Risiko für Schimmelbildung bei Innenraumtemperaturen unterhalb der 16 bis 18 °C laut dem Umweltbundesamt teils „massiv“.

Ferner können die Räume so stark auskühlen, dass Schäden an der Mietsache entstehen. Der Deutsche Mieterbund unterstreicht, dass es in der Verantwortung der Mieter liegt, das zu verhindern. Im Zweifel könnten sie ansonsten für entstandene Schäden haften müssen.

Abschließend rät auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Temperatur nicht unter 18 °C fallen zu lassen. Konkrete Belege für eine exakte Mindesttemperatur fehlen zwar. Doch Mediziner gehen davon aus, dass Temperaturen unterhalb der 18 °C negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Und das auch abseits von Schimmel.

Baujahr und Gebäudetyp beachten

Nun stellt sich die Frage, wann man anfangen sollte zu heizen. Die Antwort hängt in erster Linie vom Gebäudetyp ab. Das Portal heizung.de nennt in diesem Kontext folgende Richtwerte:

AußentemperaturBAUJAHR / GEBÄUDETYP
15 bis 17 °Cvor 1977
14 bis 16 °C1977 bis 1995
12 bis 15 °Cnach 1995 (Bau nach WSchV oder GEG)
11 bis 14 °CNiedrigenergiehaus
9 bis 11 °CPassivhaus

Da die hiesigen Temperaturen mittlerweile teils geringer ausfallen, empfiehlt es sich für viele Bürger, bereits jetzt den Heizkessel anzuwerfen. Wer den richtigen Zeitpunkt selbst bestimmen möchte, kann die Tages- und Nachttemperaturen in den Innenräumen mittels eines (smarten) Thermometers kontrollieren. Spätestens wenn der Wert unter 18 °C fällt, ist definitiv wieder Zeit zu heizen. Und selbiges gilt auch, sollte die Luftfeuchtigkeit dauerhaft über die 50-Prozent-Marke klettern.

Das Umweltbundesamt nennt seinerseits etwas komplexere Richtwerte. Demnach sollten im Bad 23 °C sein, im Wohnzimmer 20 °C und im Kinderzimmer ebenfalls 20 °C. Für Küche, Schlafzimmer und Flur nennt die Behörde indes mit 18, 17 und 15 °C deutlich niedrigere Werte – fast schon zu niedrige. Bei Abwesenheit für einige Stunden werden zudem 18 °C empfohlen und für Abwesenheiten von einigen Tagen 15 °C.

Dauerhaft hohe Temperaturen sind aber auch nicht ratsam: Jedes Grad weniger spart ungefähr 6 Prozent Heizkosten ein.

Mindesttemperaturen und Mietminderung

Innerhalb der Heizperiode haben Vermieter nach Auffassung des Deutschen Mieterbundes zwischen 6 und 24 Uhr die Pflicht, in der Wohnung Mindesttemperaturen von 20 bis 22 °C zu gewährleisten. Ist das nicht gegeben, handelt es sich um einen Wohnungsmangel. Der Vermieter ist verpflichtet, die Heizung schnellstmöglich reparieren zu lassen. Bei einer nicht oder nur eingeschränkt funktionsfähigen Heizung kommt zudem eine Mietminderung infrage. Der Mieterbund spricht in einem Beispiel mit maximal 16 bis 18 °C von einer möglichen Mietminderung um 20 bis 30 Prozent.

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