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Ich habe einen Winter lang drei smarte Heizkörperthermostate genutzt: So viel Geld habe ich gespart

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Strom, Gas, Lebensmittel, Sprit: Gefühlt wird gerade alles teurer, und das ohne erkennbares Ende. Smarte Heizkörperthermostate sollen zumindest Heizkosten senken. Hersteller versprechen zweistellige Einsparungen, aber stimmt das auch in der Praxis?
Tado X, Aqara W600, Kasa KE100
Ich habe einen Winter lang drei smarte Heizkörperthermostate genutzt: So viel Geld habe ich gespartBildquelle: Ezequiel Exstein / inside digital

Smarte Heizkörperthermostate versprechen zweistellige Einsparungen bei den Heizkosten. Klingt gut, aber auch nach Marketing, oder? Ich habe drei Tado-X-Thermostate (Test) einen Winter lang in meiner Wohnung genutzt und von Tado meinen Heizsaison-Rückblick erhalten.

Meine Ausgangssituation

Ich wohne in einer 65 Quadratmeter großen 3-Zimmer-Wohnung im Dachgeschoss. Wer oben wohnt, weiß: Die Wärme will raus. Entweder durchs Dach, durch schlecht gedämmte Wände, durch jede Fuge. Ich habe drei Tado-Heizkörperthermostate in meiner Wohnung installiert: im Wohnzimmer, Schlafzimmer und Arbeitszimmer. Außerdem wichtig zu wissen: Ich arbeite im Schnitt zwei- bis dreimal pro Woche im Homeoffice. Somit wurde das Arbeitszimmer an diesen Tagen häufiger als gewöhnlich geheizt.

Die Installation der Heizkörperthermostate hat wenige Minuten gedauert. Alte Thermostate abschrauben und Tado-X-Thermostate aufsetzen. Einen der sechs beiliegenden Adapter habe ich nicht benötigt. Die Tado-App ist übersichtlich und Zeitpläne lassen sich in wenigen Minuten für jeden Raum einzeln anlegen. Tado X unterstützt Matter und Thread und lässt sich in Apple Home, Google Home und Amazon Alexa einbinden. Ich habe die Thermostate zum größten Teil via Apple Home gesteuert.

Screenshot aus der Tado-App Image source: Thomas Kern / inside digital

Ich habe Tado X ausschließlich mit der kostenlosen App-Version genutzt, also ohne das AI-Assist-Abo. Das bedeutet konkret: Geofencing (automatische Absenkung bei Abwesenheit), Fenster-offen-Erkennung und Verbrauchsberichte waren während des gesamten Winters nicht aktiv. Wer diese Funktionen möchte, braucht das Abo für 3,99 Euro pro Monat oder 29,99 Euro pro Jahr.

Was ich stattdessen genutzt habe: feste Zeitpläne, für jeden Raum einzeln konfiguriert. Aufstehen, Schlafen, typische Abwesenheitszeiten. All das habe ich manuell festgelegt. Das funktioniert gut, solange der Alltag vorhersehbar ist. An Tagen mit abweichendem Rhythmus musste ich manuell eingreifen. Genau das ist der Unterschied, den die Geofencing-Funktion automatisch löst: Sie kennt keinen festen Plan, sondern reagiert auf tatsächliche Anwesenheit.

Kann die von Tado angegebene Ersparnis stimmen?

Tado wirbt mit durchschnittlich 22 Prozent Heizkostenersparnis. Mit dem kostenpflichtigen Zusatzdienst AI Assist sollen es sogar bis zu 55 Prozent sein. Allerdings bezieht sich diese Zahl auf den Vergleich zwischen der kostenlosen Basis-App und dem AI-Assist-Abo, nicht auf den Vergleich zu einer Heizung ganz ohne Tado.

Tado X Image source: Benjamin Lucks / inside digital

Natürlich sparen manche mehr, andere weniger. 22 Prozent klingt im ersten Moment nach einem realistischen Wert. Die größte Ersparnis entsteht bei Haushalten, die vorher keinerlei bewusste Absenkung betrieben haben: Thermostat auf 3, Tag und Nacht.

Mein Heizsaison-Rückblick von Tado weist eine Ersparnis von 26 Prozent aus – und liegt damit sogar über dem beworbenen Durchschnitt von 22 Prozent. Das klingt erst mal nach einem starken Ergebnis. Allerdings vergleicht Tado diesen Wert nicht mit meinem tatsächlichen Heizverhalten vor der Installation, sondern mit dem Szenario eines klassischen Thermostats ohne smarte Steuerung. Da ich vorher schon manuell abgesenkt habe, nur eben nicht konsequent, steckt in den 26 Prozent auch Ersparnis, die ich teilweise schon vorher erzielt habe.

Tado-Ersparnis nach einem Winter Image source: Thomas Kern / inside digital

Wenn man die von Tado ausgewiesene Ersparnis in Euro nimmt, liegt sie bei rund 40 bis 60 Euro. Bei einer Investition von rund 225 Euro für drei Tado-X-Thermostate plus Bridge X amortisiert sich die Hardware damit nach vier bis fünf Wintern, wenn auf das Abo verzichtet wird. Wichtig dabei: Tado vergleicht laut eigener Angabe mit einem nicht programmierbaren Thermostat.

Welche Tado-Alternativen gibt es?

Natürlich ist das Tado X nicht die einzige Option auf dem Markt. Folgende beiden Alternativen kann ich dir empfehlen, die sich jeweils im Test bewährt haben. Als Erstes das Eve Thermo (5. Gen) (Test). Das ist die datenschutzfreundlichste Lösung, da sie komplett lokal läuft, kein Account notwendig ist und es auch kein Abo gibt.

Eve Thermo (5. Gen) Image source: inside digital / Thomas Kern

Außerdem sind Matter und Thread an Bord, Geofencing funktioniert kostenlos. Preislich liegt das Thermostat bei einem Stückpreis von 79,95 Euro.

Das Kasa KE100 ist die günstigste Tado-Alternative im Testfeld. Zeitpläne, Smart-Home-Integration über Apple HomeKit, Google Home, Alexa und SmartThings sowie Frostschutz sind ohne Abo an Bord.

Kasa KE100 Image source: inside digital / Ezequiel Exstein

Hauptkritikpunkte im Test des Kasa KE100: Die Temperaturregelung funktioniert nur in 1-°C-Schritten und ein farbiges Display fehlt. Zudem gibt es kein Geofencing. Dafür ist der Preis von 32,99 Euro unschlagbar.

Haben sich drei smarte Heizkörperthermostate im Winter gelohnt?

Smarte Thermostate lösen keine Energiekrise. Sie kompensieren keinen hohen Fernwärmepreis und ersetzen keine Gebäudesanierung. Aber sie bieten vor allem eines: Komfort. Bei einer Investition von rund 225 Euro und einer von Tado geschätzten Ersparnis von 40 bis 60 Euro pro Heizsaison dauert es demnach vier bis fünf Winter, bis sich die Hardware amortisiert. Das ist natürlich kein Sparwunder, aber ein messbarer Beitrag, an dem man sich grob orientieren kann.

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