Gericht sieht „katastrophale Folgen“ nach Brand durch Batteriespeicher

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Ein kleiner Installationsfehler, große Folgen: Nach einem Brandfall urteilt ein Gericht ungewöhnlich deutlich. Der Fall zeigt, wie sensibel moderne Stromspeicher sind und warum Sicherheit bei der Installation keine Formalie ist.
Gericht sieht „katastrophale Folgen“ nach Brand durch Batteriespeicher

Gericht sieht „katastrophale Folgen“ nach Brand durch Batteriespeicher

Batteriespeicher gelten als clevere Ergänzung für Solaranlagen. Sie machen unabhängiger, flexibler, sind aber manchmal leider auch gefährlich. Insbesondere dann, wenn ausgerechnet das Fachunternehmen, das diese fachgerecht installieren sollte, wichtige Richtlinien missachtet. Ein aktueller Gerichtsfall zeigt eindrücklich, was passieren kann, wenn bei der Installation geschlampt wird. Die Richter fanden dafür deutliche Worte.

Ein Brandfall mit juristischen Folgen

Ausgangspunkt war ein Feuer in einem Wohnhaus im australischen Bundesstaat Victoria. Ursache war kein defektes Gerät ab Werk, sondern eine fehlerhafte Installation eines Batteriespeichers. Bei der Urteilsverkündung erklärte die Richterin, dass der Brand „katastrophale Folgen hätte haben können“. Sie fügte ebenso hinzu, dass dies ein klares Beispiel dafür sei, warum die Elektrosicherheitsgesetze von Victoria unabhängige Inspektionen vor dem Anschluss von Batteriesystemen vorschreiben.

Der verantwortliche Photovoltaik-Installationsbetrieb Greenova Pty Ltd hatte in mehreren Häusern Batteriesysteme installiert, ohne eben jene gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen durchführen zu lassen. In mindestens einem Fall führte das zu einer unkontrollierten Überladung, der Speicher entzündete sich, die Hausfassade wurde beschädigt. Brände durch Batteriespeicher können hohe Schäden in Wohngebäuden verursachen. Auch in Deutschland gab es vereinzelte Fälle, bei denen Stromspeicher sich entzündeten. Im Verhältnis ist das Brandrisiko jedoch gering. Moderne Systeme verfügen zudem immer mehr über integrierte Sicherheitsfunktionen, die die Risiken von Batteriespeichern eindämmen.

Was genau in Australien schiefgelaufen ist

Zwischen Ende 2023 und Mitte 2024 installierte Greenova Batteriespeicher in fünf Immobilien. In keinem dieser Fälle wurde vor der Inbetriebnahme eine unabhängige elektrische Prüfung veranlasst – obwohl das gesetzlich vorgeschrieben ist. Ermittlungen ergaben, dass der betroffene Speicher einer unkontrollierten Spannung ausgesetzt war. Die Folge: Überladung, thermisches Durchgehen und schließlich ein Brand. Dass dabei niemand verletzt wurde, war eher Glück als Planung. Weitere Überprüfungen zeigten ähnliche Mängel in anderen Objekten. Damit wurde klar: Es handelte sich nicht um einen Einzelfall, sondern um ein strukturelles Sicherheitsproblem.

Das Urteil: klare Worte, klare Grenze

Das Gericht verurteilte den Betrieb zu einer Geldstrafe von 9.000 australischen Dollar. Die Richterin machte deutlich, dass sie ohne das frühe Schuldbekenntnis und die Zusammenarbeit mit den Behörden eine deutlich höhere Strafe verhängt hätte. Besonders bemerkenswert war die Begründung: Der Brand hätte „katastrophale Folgen“ haben können und war somit ein entsprechendes Risiko. Auch die Aufsichtsbehörde Energy Safe Victoria unterstrich: Batteriespeicher dürfen niemals ohne Abnahme ans Netz gehen. Diese Regeln seien keine Bürokratie, sondern Brandschutz.

Was du daraus für dich mitnehmen solltest

Der Fall zeigt, wie schmal der Grat bei Batteriespeichern ist. Die Technik ist leistungsfähig, aber sensibel. Fehler bei Anschluss, Absicherung oder Spannungsführung können drastische Folgen haben. Je mehr Prüfungen von unabhängigen Stellen stattfinden, desto sicherer kann der Batteriespeicher betrachtet werden. Für dich heißt das: Wenn du über einen Stromspeicher nachdenkst, zählt nicht nur das Produkt, sondern vor allem der Weg dorthin. Fachgerechte Installation, Prüfung und saubere Dokumentation sind keine Extras, sondern essenziell. Ebenso solltest du die Wichtigkeit einer Wartung für deine PV-Anlage nicht unterschätzen. Denn auch so lassen sich mögliche Gefahren frühzeitig bemerken. Ein Batteriespeicher soll Sicherheit bringen, nicht zum Risiko werden. Der Gerichtsfall macht klar: Wer hier spart oder Abkürzungen nimmt, spielt mit dem Feuer.

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