E-Auto-Traum geplatzt: Käufer laufen davon

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Hat das E-Auto ein Problem? Oder liegt es nur am Ansehen? Neue Zahlen zeigen, dass die Deutschen lieber sauteure Lamborghinis kaufen, als einen Stromer. Ein Autobauer erreicht jetzt einen historischen Tiefpunkt. Es droht der Super-GAU.
E-Auto-Traum geplatzt: Käufer laufen davon

E-Auto-Traum geplatzt: Käufer laufen davon

Das E-Auto soll den Verbrenner ablösen. Leise, sauber, unvermeidlich. Die Zukunft auf vier Rädern ist elektrisch. Doch während Politiker noch vom Durchbruch sprechen, scheint der Stromer im Alltag eher im Stau zu stehen. Die Verkaufszahlen kommen nicht so richtig in Fahrt. Vielleicht liegt es an der Ladeinfrastruktur. Vielleicht an der Reichweitenangst. Vielleicht auch einfach daran, dass Zukunft ziemlich teuer ist. So wundert es kaum, dass Käufer wegbleiben.

Ein E-Auto. Das war’s

Im Januar wurde diese Misere besonders anschaulich. Ein chinesischer Hersteller brachte es in Deutschland auf genau eine Neuzulassung. Eine. Nicht eine Modellreihe, sondern ein einzelnes Auto. Laut Kraftfahrtbundesamt war es der schwächste Monat seit drei Jahren. Der Hersteller heißt Nio, und sein Marktauftritt erinnert inzwischen eher an eine Sonntagsmesse in der Kirche: Man weiß, dass sie existiert, aber fast niemand geht hin.

Klimakiller E-Auto: Das dunkle Geheimnis der Stromer

Dabei wächst der Elektroautomarkt insgesamt. Im Januar wurden 42.692 E-Autos neu zugelassen – ein Plus von 24,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil stieg auf 22 Prozent. Es liegt also offenbar nicht am E-Auto an sich. Während Nio hierzulande 18,3 Prozent weniger Fahrzeuge verkaufte, meldeten andere chinesische Hersteller Rekorde: BYD mit einem Verkaufsplus von rund 1.000 Prozent, XPeng mit vervielfachten Zahlen, Polestar mit seinem viertbesten Monat seit zwei Jahren.

Das Problem

Das Problem ist der Preis. Ein E-Auto von Nio kostet um die 90.000 Euro. Nio versucht gegenzusteuern – mit Null-Prozent-Finanzierung und Lagerware aus den Jahren 2023 und 2024. Neu ist daran vor allem die Verzweiflung. Auch in Europa läuft es nicht besser. In Norwegen meldet Nio den schlechtesten Monat seit drei Jahren, in Schweden gab es zuletzt null Zulassungen. Noch weniger also, als hierzulande. Vielleicht ist das E-Auto das Problem. Möglicherweise liegt es auch an der eher unbekannten Marke aus China, die hierzulande kein Vertrauen genießt, kein Image hat. Dabei sind die Deutschen durchaus dazu bereit, hohe Preise für hochwertige Boliden zu zahlen. Das zeigen zwei Zahlen: So wurden im Januar 82 Lamborghinis und 113 Ferraris gekauft.

Bildquellen

  • E-Auto-Traum geplatzt: Käufer laufen davon: johannes hernandez / Unsplash

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