Deutsche Post: Heimliche Änderung trifft alle

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Wenn ein Konzern Abläufe ändert, merkst du das oft erst, wenn etwas nicht mehr so funktioniert wie gewohnt. Genauso läuft es jetzt bei der Post: Eine interne Umstellung zieht sich hin – und wird für Kunden schwer nachvollziehbar.
Ein Postbote auf dem Fahrrad

Ein Postbote auf dem Fahrrad

Ein grünes Symbol sollte dir schnell zeigen, wann deine Briefmarke für den Brief „besser“ sein soll. Dieses GoGreen-Symbol (grünes Blatt) wurde im April vergangenen Jahres eingeführt und sollte auf das für die Marke verwendete Recyclingpapier hinweisen. Doch genau dieses Zeichen wird nun von der Post wieder gestrichen. Die Produktion wird dennoch auf Recyclingpapier umgestellt. Diese Umstellung erfolgt somit aber quasi heimlich und auch nicht bei allen Marken.

Nassklebende Briefmarken werden umgestellt

Sicher ist: Die Deutsche Post stellt ihre nassklebenden Briefmarken schrittweise auf Recyclingpapier um. Warum aber das GoGreen-Symbol wieder verschwindet, dazu sagt die Post offiziell nichts. Doch ein Mitarbeiter der Deutschen Post hat im Sammlerforum philaseiten.de dazu Details veröffentlicht: Das Blatt-Logo wurde demnach nur einmalig auf der ersten Recycling-Marke genutzt – der „Blumenbrief“-Marke, die im April 2025 erschienen ist. Darauf weist jetzt paketda.de hin.

Wenn das stimmt, ist das ein Bruch mit der Erwartung, dass Recyclingmarken dauerhaft „sichtbar“ gekennzeichnet werden. Du kannst künftig nicht mehr einfach am Logo erkennen, ob du gerade eine Recycling-Marke in der Hand hast.

Warum es keinen harten Schnitt gibt

Die Umstellung der Marken läuft nicht auf einen Stichtag hinaus. Stattdessen wird je nach Druckerei unterschiedlich früh umgestellt. Der Grund sind Restbestände von „DPII-Papier“, einem speziellen Briefmarken-Sicherheitspapier, das Druckereien bereits vor der Recycling-Umstellung eingekauft und eingelagert haben. Die Post will diese Bestände erst aufbrauchen, statt sie zu vernichten. Auch das ist letztlich nachhaltig und aus Sicht von Materialverbrauch und Wirtschaftlichkeit nachvollziehbar. Gleichzeitig sorgt das aber dafür, dass in der Übergangszeit verschiedene Papiersorten parallel genutzt werden. Wer Sammelgebiete sauber trennen will oder gezielt „Recycling“ kaufen möchte, bekommt damit ein Zuordnungsproblem.

So verteilt sich der Start 2026 auf mehrere Druckereien

Im Jahr 2026 erscheinen insgesamt 52 Sondermarken, produziert von mehreren Druckereien. Laut den vom Mitarbeiter genannten, aber nicht bestätigten Informationen beginnt die Nutzung von Recyclingpapier gestaffelt nach Druckerei:

  • Bagel: ab „Wuppertaler Schwebebahn“ (2. Januar 2026)
  • Royal Joh. Enschedé: ab „Eduard Zimmermann“ (5. Februar 2026)
  • Giesecke + Devrient: ab „Krämerbrücke Erfurt“ (2. April 2026)
  • Bundesdruckerei: offen, wegen großer Altbestände

Recycling gibt es nur bei nassklebend, selbstklebend bleibt klassisch.

Ein weiterer Punkt trifft im Alltag fast alle: Recyclingpapier kommt grundsätzlich nur bei nassklebenden Marken zum Einsatz, also bei Varianten, deren Rückseite du befeuchten musst. Das Recyclingpapier ist laut den Angaben eine gemeinsame Entwicklung der Deutschen Post mit dem britischen Hersteller Tullis Russell. Für selbstklebende Marken gibt es demnach weiterhin kein passendes Recyclingpapier.

Bei nassklebenden Dauermarken auf Rolle wird es noch zäher: Hier will die Post erst beim nächsten Motivwechsel umstellen. Wer häufig Rollenmarken nutzt, kann also länger im „alten“ Material hängen, obwohl es Recycling schon gibt.

Bildquellen

  • DHL Paket am Schreibtisch: DHL
  • Ein Postbote auf dem Fahrrad: Deutsche Post

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