CEO packt aus: So trifft KI die Medienbranche wirklich

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Weniger Klicks, weniger Werbeeinnahmen, mehr Fragezeichen. So drastisch muss die Zukunft der Medien nicht klingen. In der neuen Folge von überMORGEN geht es darum, wie Verlage mit der KI Revolution umgehen, bevor daraus ein echtes Problem wird.
Aufgeklapptes Notebook mit einem Artikel zur Zukunft des Journalismus auf dem Bildschirm, darüber schwebt ein leuchtendes Gehirn Symbol mit der Aufschrift KI, daneben das Podcast Logo überMORGEN mit Moderatorin.
Künstliche Intelligenz durchdringt längst jeden Schritt der Artikelproduktion, von der Recherche bis zur Veröffentlichung.Bildquelle: insidedigital

Unser Podcast-Host Johanna spricht mit Christian Koch, CEO von Beebuzz Media und damit auch von inside digital, darüber, wie künstliche Intelligenz gerade die gesamte Medienbranche verändert. Nicht erst, wenn die Reichweite einbricht. Nicht erst, wenn die Werbeeinnahmen wegbrechen. Sondern genau jetzt.

KI als tägliches Werkzeug in der Redaktion

Christian nutzt KI selbst täglich, für Recherche, für Datenaufbereitung, sogar für die Vorbereitung des heutigen Gesprächs. Als Werkzeug hat sich die Technologie deshalb längst durchgesetzt, denn sie macht vieles einfacher und schneller. Doch für einen Verlag zählt eine zweite Ebene mindestens genauso stark, nämlich wie KI sich zwischen Leserinnen, Leser und die eigentlichen Inhalte schiebt.

Genau hier setzt seit rund anderthalb Jahren ein spürbarer Trend ein, denn immer mehr Nutzer bekommen ihre Antwort direkt in der KI‑Übersicht der Suchmaschine, ohne jemals auf den Originalartikel zu klicken. Für Verlage bedeutet das spürbar weniger Besucher über Google, obwohl die eigenen Server durch KI‑Systeme trotzdem stark ausgelastet werden.

Wer bezahlt und wer verdient

Die Kosten für guten Journalismus tragen weiterhin die Verlage, denn Gehälter, Server und Technik müssen bezahlt werden, egal wie viele Menschen am Ende wirklich auf der Seite landen. Einen Teil des Verdienstes sichern sich inzwischen jedoch die KI‑Anbieter, obwohl sie selbst kaum eigene Inhalte produzieren.

Deshalb wächst in der ganzen Branche der Ruf nach fairen Lizenzmodellen, wie es sie etwa für Google News bereits gibt. Für reine KI-Antworten fehlt bislang allerdings noch ein vergleichbares Modell, weshalb sich Verlage über Verbände wie den MVFP zunehmend gemeinsam positionieren, um mehr Sichtbarkeit und eine faire Beteiligung einzufordern.

Christian bringt das Problem auf den Punkt, wenn er sagt: „Das ist fast schon piratenmäßig, wenn man andere das bezahlen lässt, was man sich selbst dann schnappt.“ Denn während Verlage weiterhin Gehälter und Server finanzieren, wandert ein wachsender Teil der Wertschöpfung zu den KI‑Anbietern ab, ohne dass dafür bislang ein Ausgleich fließt.

Welche Inhalte in Zukunft zählen

Reine Fakten und Datenbanken verlieren an Wert, weil eine KI sie längst genauso gut und viel schneller liefern kann. Wertvoller werden dagegen Inhalte, die sich nicht einfach kopieren lassen, etwa persönliche Einordnung, Erfahrung und ein glaubwürdiges menschliches Gesicht hinter der Marke.

Deshalb setzt inside digital verstärkt auf Videoformate, auf Communities und auf Redakteure, die als echte Experten sichtbar werden, während gleichzeitig jeder einzelne Artikel und jede Codezeile weiterhin von einem Menschen freigegeben werden. So bleibt die Redaktion glaubwürdig, auch wenn KI‑Werkzeuge bei Recherche und Faktencheck kräftig mithelfen.

Wie es mit der Branche weitergeht

Auch wenn Reichweite künftig knapper wird, sieht Christian darin keinen Grund zur Resignation, sondern eine Chance für mehr Substanz. Tiefgründigere Artikel, mehr Video- und Audioformate sowie eine engere Bindung ans eigene Publikum sollen genau das ausgleichen, was durch KI‑Übersichten verloren geht.

Am Ende bleibt deshalb ein klarer Satz hängen. Der Publisher der Zukunft lebt von persönlichen Beziehungen zu seinem Publikum und weniger vom Wohlwollen fremder Plattformen. Auf die Frage, was er den großen Plattformen als Erstes sagen würde, bringt Christian seine Forderung denkbar knapp auf den Punkt: „Macht uns sichtbar und bezahlt uns.“ Für dich als Leser heißt das vor allem eines: echte Menschen hinter guten Inhalten werden wichtiger, nicht überflüssiger.

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Egal, ob du ein Technik-Enthusiast, ein Neuling in der Welt der Technologie oder einfach neugierig auf die Zukunft und Innovationen bist, diese Folge bietet dir spannende Informationen und Einblicke in die Welt von überMORGEN.

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