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Heimlicher Garmin-Killer: Apple Watch Series 12 bekommt den Boost

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Großer Aufschlag für eine kleine Uhr: Mitten in der wichtigen Keynote für das neue iPhone 18 Pro und das iPhone Duo hat Apple auch neue Wearables vorgestellt. Neben der Apple Watch Ultra 4 ist auch die "normale" Apple Watch in einer überarbeiteten Version verfügbar: die Apple Watch Series 12.
Apple Watch Series 12 in der Frontansicht.
Auf die Apple Watch Series 11 folgt die Apple Watch Series 12 des Jahrgangs 2026.Bildquelle: Apple

Und der größte Sprung gegenüber der Series 11 liegt nicht im Design, denn es gibt weiterhin zwei Versionen 42- und 46-mm-Gehäuse. Die eigentliche Innovation ist vielmehr hinter dem Gehäuseboden zu finden. Ein komplett neues System zur Gesundheitserkennung und der neue S11‑Chip sollen die bislang präziseste Herzfrequenzmessung eines Apple-Wearables ermöglichen. In einer Studie mit über 1.000 Teilnehmern soll die Series 12 alle verglichenen Wearables bei der Genauigkeit übertroffen haben. Es bleibt abzuwarten, ob sich das in einem späteren Test belegen lässt.

Apple Watch Series 12: Es wird (noch) genauer gemessen

Konkret heißt das: Neue optische und elektrische Herzsensoren messen die Herzfrequenz bei der Apple Watch Series 12 jetzt alle fünf Sekunden. Kontinuierlich und passiv. Bei der Apple Watch Series 11 liefen entsprechende Messungen deutlich seltener. Auch die Herzfrequenzvariabilität (HFV) wird bis zu 24 Mal häufiger erfasst und erstmals in zwei Varianten ausgewiesen. Eine HFV bei Erholung für Stress- und Erholungssignale im Alltag sowie eine allgemeine HFV für die kardiovaskuläre Gesundheit insgesamt.

Neu ist außerdem die „Tagesform“-Funktion. Aus Aktivität, Trainingsbelastung, Vitalwerten und Schlafindex berechnet die Watch einen Wert von 0 bis 10 mit einer klaren Empfehlung für den Tag. Erholen und Kräfte einteilen oder direkt ab ins nächste Training? Deine Apple-Smartwatch verrät es dir. Ältere Modelle der Series 11 kennen diesen täglichen Readiness-Wert nicht und sollen ihn wohl auch nicht per Software-Update nachgeliefert bekommen. Alternativ kannst du nur auf die neue, aber auch deutlich teurere, Apple Watch Ultra 4 zurückgreifen.

Readiness-Score auf der Apple Watch Series 12. Bildquelle: Apple

Was ist sonst noch neu?

Auch abseits der Gesundheitssensorik hat Apple bei der Apple Watch Series 12 nachgelegt. Laden geht unter anderem schneller. Nur 15 Minuten an der Steckdose reichen jetzt für bis zu zwölf Stunden zusätzliche Laufzeit, verspricht der Hersteller. Umgerechnet sind das 50 Prozent mehr als beim Vorgänger. Bei Outdoor-Workouts hält der Akku bis zu zehn Stunden durch, zweieinhalb Stunden mehr als bei der Apple Watch Series 11.

Neue Algorithmen fürs maschinelle Lernen sollen zudem die genaueste Schrittzählung liefern, die es laut Apple je in einer Smartwatch gab. Der S11 Chip bringt außerdem Geräuscherkennung für Menschen mit Höreinschränkungen und Shazam-Integration aufs Handgelenk. Bei den Materialien kommt bei den Aluminium-Modellen erstmals das sogenannte Ceramic Shield 2 zum Einsatz. Laut Apple ist es 60 Prozent härter als das Ion-X-Glas der Series 11. Ganz neu gibt es jetzt zusätzlich auch eine Keramik-Ausführung.

Und was heißt das nun mit Blick auf den Wettbewerb? Keine Frage, die Apple Watch Series 12 ist ein solides, rundes Update. Sie ist aber keine wirkliche Innovation oder gar eine Smartwatch-Revolution. Das zeigt auch ein Blick zur Konkurrenz: Readiness-Scores aus HFV, Ruhepuls und Erholungsdaten gehören etwa bei der neuen Huawei Watch GT 7 Pro (Test) ebenfalls zum Standardrepertoire. Auch Garmin ist mit derartigen Gesundheitsfunktionen schon seit vielen Jahren erfolgreich. Apple kommt hier später, nicht als Erfinder des Prinzips. Die eigene Umsetzung mit S11-Chip und dichterer Sensorik könnte am Ende aber die verlässlicheren Rohdaten liefern. Ob es wirklich so ist, muss sich im Alltag erst noch zeigen.

Apple Watch: Diese Probleme bleiben auch beim neuen Modell

Und bei aller Euphorie zwischen unzähligen wuchtigen Marketing-Phrasen von Apple darf man eines nicht vergessen: Zwei Schwachstellen bleiben bestehen. Die Akkulaufzeit von bis zu 24 Stunden wirkt neben Wearables mit mehrtägiger Laufzeit weiterhin sehr mager. Und bei 449 Euro Einstiegspreis positioniert sich Apple deutlich oberhalb vieler Konkurrenzmodelle mit vergleichbarer Gesundheitssensorik. Hinzu kommt, dass eine belastbare Blutdruckmessung auch die Series 12 nicht liefert. Apple bietet weiterhin nur Mitteilungen bei Anzeichen für Bluthochdruck, keine absoluten Werte. Da kann die ähnlich teure Huawei Watch D3 viel mehr.

Für Diskussionsstoff sorgen außerdem zwei neue Audio-Funktionen: Siri Recap und Live Rewind. Beide laufen ebenfalls über den neuen S11-Chip und sollen künftig automatisch mithören, um Gespräche zusammenzufassen oder per Doppeldruck auf die Krone die letzten 15 Sekunden als Text anzuzeigen. Apple betont, dass dabei kein Rohaudio gespeichert wird, sondern alles in der isolierten Umgebung verarbeitet und sofort danach gelöscht wird. Das Problem dabei: Mitgehört werden auch Gespräche mit Dritten, die dem nie zugestimmt haben. In Deutschland und Österreich ist das rechtlich heikel, da unautorisierte Gesprächsaufzeichnungen strafbar sein können. Da verwundert es wenig, dass Apple die neuen Audio-Intelligence-Funktionen zum Start nicht in der EU anbietet. Beide Funktionen sollen ohnehin erst deutlich nach dem Verkaufsstart als Beta folgen.

Und der Preis? Nun, der ist von verschiedenen Faktoren abhängig und schwankt deswegen stark. In der Spitze sind über 1.000 Euro möglich. Also mehr als das Doppelte jenes Preises, der für das Basismodell fällig wird. Deswegen haben wir uns entschieden, dir in einer übersichtlichen Tabelle alle Preise zu nennen.

Apple Watch Series 12 (42 mm) AluminiumApple Watch Series 12 (46 mm) AluminiumApple Watch Series 12 (42 mm) TitanApple Watch Series 12 (46 mm) TitanApple Watch Series 12 (42 mm) KeramikApple Watch Series 12 (46 mm) Keramik
GPS mit Gummiarmbandab 449 €ab 499 €nicht verfügbarnicht verfügbarnicht verfügbarnicht verfügbar
GPS + Cellular mit Gummiarmband ab 569 €ab 619 €ab 799 €ab 849 €ab 1.049 €ab 1.099 €
GPS mit Textilarmand ab 449 €ab 499 €nicht verfügbarnicht verfügbarnicht verfügbarnicht verfügbar
GPS + Cellular mit Textilarmbandab 569 €ab 619 €ab 799 €ab 849 €ab 1.049 €ab 1.099 €
GPS mit Edelstahlarmbandab 499 € (Milanaise)
ab 749 € (Glieder)
ab 549 € (Milanaise)
ab 799 € (Glieder)
nicht verfügbarnicht verfügbarnicht verfügbarnicht verfügbar
GPS + Cellular mit Edelstahlarmbandab 619 € (Milanaise)
ab 869 € (Glieder)
ab 669 € (Milanaise)
ab 919 € (Glieder)
ab 849 € (Milanaise)
ab 1.099 € (Glieder)
ab 899 € (Milanaise)
ab 1.149 € (Glieder)
ab 1.099 € (Milanaise)
ab 1.349 € (Glieder)
ab 1.149 € (Milanaise)
ab 1.399 € (Glieder)

Vorbestellungen laufen bereits über den Online-Fachhandel. Ab dem 18. September beginnen die Auslieferungen und dann ist die neue Apple-Smartwatch auch im Handel erhältlich. Wie gewohnt gibt es die Uhr wahlweise nur mit integriertem GPS-Modul oder alternativ auch mit Mobilfunkanbindung (Cellular). Dann kannst du auch eine eSIM aktivieren und so auch unterwegs auf das Internet zugreifen oder über die Uhr telefonieren, wenn sie nicht mit einem iPhone gekoppelt ist. Und ja: Auch die Apple Watch Series 12 funktioniert nur im Zusammenspiel mit iPhones, nicht mit Android-Smartphones.

Kommentar

Von Hayo Lücke

Für mich ist die Apple Watch Series 12 ein attraktives, aber sicher kein enormes Update. Die präzisere Herzfrequenzmessung und häufigeren HFV-Werte finde ich sinnvoll, und Tagesform ist ein hübsches Feature. Nur ist es eben keine Weltneuheit. Sowas kenne ich von anderen Smartwatches schon länger. Schnelleres Laden und härteres Glas sind angenehme Detailverbesserungen, ändern das Gesamtbild aber nicht. Wer eine Series 11 trägt, muss jetzt nicht zwingend upgraden. Vor allem aus einem Grund nicht: Die kurze Akkulaufzeit ist und bleibt die größte Schwachstelle.

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