Wichtige Änderung beim Bestellen: Warum der Amazon-Einkauf für viele Kunden ab sofort teurer wird

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Ein kleiner Klick im digitalen Warenkorb reicht oft schon aus und die Kalkulation gerät ins Wanken. Der größte Onlinehändler der Welt hat klammheimlich an einer entscheidenden Preisschraube gedreht. Wer nicht aufpasst, zahlt bei der nächsten Lieferung unnötig drauf.
Amazon Logo auf Smartphone vor Screenshot der Amazon-Webseite
Wichtige Änderung beim Bestellen: Warum der Amazon-Einkauf für viele Kunden ab sofort teurer wirdBildquelle: Thrive Studios ID/Shutterstock

Wer häufiger bei Amazon bestellt, muss mit einer unliebsamen Änderung zurechtkommen. Der Onlineversandhändler hat einen wichtigen Punkt für deinen Warenkorb geändert. Wer künftig nicht über einen neuen Betrag herauskommt, muss jetzt Versandkosten hinzuzahlen. Einzig eine bestimmte Gruppe von Kunden ist von dieser Erneuerung bisher ausgenommen.

Höhere Versandgrenze statt Gratislieferung

Bisher reichte ein Warenwert von 39 Euro aus, um die Versandkosten zu umgehen. Nun musst du Artikel für mindestens 49 Euro in den virtuellen Einkaufswagen legen. Wie die Technikportale Techbook und Netzwelt in ihren Berichten bestätigen, begründet der E-Commerce-Riese diesen Schritt mit den allgemein gestiegenen Lieferkosten in der Logistikbranche. Die Änderung ist bereits fest in den offiziellen Versandinformationen des Unternehmens verankert.

Erreichst du die neue Schwelle nicht, berechnet der Algorithmus je nach Produktkategorie unterschiedliche Aufschläge. Für die Heimlieferung von Medien, Bekleidung, Sportartikeln oder hauseigenen Amazon-Geräten werden nun 2,99 Euro fällig. Bestellst du Ware aus anderen Kategorien, berechnet das System 3,99 Euro für den Standardversand. Es gibt jedoch einen logistischen Kniff, um die Ausgaben zu minimieren. Lässt du das Paket an eine lokale Abholstation oder ein Amazon-Schließfach liefern, sinkt die Gebühr auf 1,99 Euro.

Früher habe ich die Schließfächer in meiner alten Nachbarschaft gern genutzt, wenn ich auf Dienstreise unterwegs war. Durch die Bündelung der Lieferungen an zentralen Knotenpunkten spart der Konzern die teure letzte Meile bis zur Haustür und reicht diesen Kostenvorteil an dich weiter.

Die Ausnahmen: Prime und der „Buch-Trick“

Einzig bestimmte Kundengruppen und Warenkörbe sind von dieser Neuerung bisher ausgenommen: Abonnenten von Amazon Prime bestellen weiterhin standardmäßig versandkostenfrei.

Expertentipp für Nicht-Prime-Kunden: Amazon versendet alle Bestellungen, die mindestens ein Buch (auch fremdsprachige Bücher oder günstige Mängelexemplare) enthalten, weiterhin komplett kostenlos – unabhängig vom Bestellwert von 49 Euro. Wenn dir also nur noch wenige Euro zur magischen Grenze fehlen, lohnt es sich oft eher, ein günstiges Taschenbuch für 2 Euro in den Warenkorb zu legen, anstatt 3,99 Euro reine Versandkosten zu bezahlen!

Spar dir die Sucherei: Wenn dir nur ein paar Euro fehlen, leg einfach einen dieser Klassiker in den Warenkorb. Achte jedoch darauf, dass diese auch von Amazon versendet werden und nicht von Drittanbietern. Hier findest du zurzeit Reclam-Hefte für unter 4 Euro, die deine komplette Bestellung sofort versandkostenfrei machen:

Ein historischer Blick auf die Preisschraube

Der aktuelle Schritt ist nicht der erste dieser Art. Bereits 2014 lag die Schwelle für kostenlosen Versand bei 20 Euro, später wurde sie auf 29 Euro angehoben. 2023 folgte der Sprung auf 39 Euro. Mit den jetzt gültigen 49 Euro setzt Amazon die Entwicklung konsequent fort. Laut Berichten von Techbook und Netzwelt hatte der Konzern zuletzt sogar zeitweise mit einer Grenze von 59 Euro experimentiert. Die nun dauerhafte Lösung liegt also zwischen den bisherigen Werten und dürfte vor allem wirtschaftliche Gründe haben.

Ab wann sich Prime wieder rechnet

Für viele stellt sich damit die Frage, ob sich Amazon Prime lohnt. Das Abo kostet derzeit 8,99 Euro pro Monat oder 89,90 Euro im Jahr. Wer regelmäßig kleinere Bestellungen aufgibt, kann die Gebühren schnell wieder hereinholen. Bestellst du im Schnitt drei kleine Pakete pro Monat unterhalb der Freigrenze (3 x 3,99 Euro = 11,97 Euro), hast du die Abogebühren durch die gesparten Versandkosten bereits refinanziert. Dieser Break-even-Point ist schnell erreicht, wenn man Spontankäufe wie Ladekabel oder Taschenbücher tätigt. Wer kennt das nicht? Gerade hat das Kabel wieder einen Knick und anstatt mühsam zum nächsten Elektromarkt zu fahren, bestellst du einfach bequem ein neues Set, das schon morgen angekommen soll.

Amazon lebt von solchen Bequemlichkeitskäufen ich gebe gern zu, dass ich da keine Ausnahme bin, auch wenn ich versuche, möglichst viele Einkäufe zu bündeln. Es ist praktisch und man hat den Versand über das Abo ja praktisch ohnehin schon gezahlt. Du musst für dich abwägen, ob sich die Bindung an das Ökosystem lohnt. Wer Zusatzdienste wie das integrierte Videostreaming ohnehin nutzt, für den ist die Rechnung meist positiv. Gelegenheitskäufer fahren mit bewusstem Sammeln der Bestellungen jedoch oft günstiger. Allerdings ist die Erhöhung des Mindestbestellwerts auch ein potenzielles Signal für Prime-Kunden. In der Vergangenheit führten höhere Kosten für Versand häufig dazu, dass der Konzern auch die Jahresgebühren für das Abonnement deutlich erhöht.

Bevor du jetzt aus Frust 3,99 Euro Versand zahlst, nutze lieber den kostenlosen 30-Tage-Probemonat von Amazon Prime. Damit bestellst du einen Monat lang komplett versandkostenfrei. Kündigst du innerhalb der Frist, kostet es dich keinen Cent – und die aktuelle Bestellung ist gesichert.

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Quellen:

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  • wichtige-aenderung-beim-bestellen-warum-der-amazon-einkauf-fuer-viele-kunden-ab-sofort-teurer-wird: Thrive Studios ID/Shutterstock
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