Jahrelang war Alexa vor allem für simple Aufgaben bekannt: Musik abspielen, den Timer stellen, das Wetter abfragen. Doch mit dem lang ersehnten Update ändert sich das grundlegend. Amazon hat seine Assistentin mit generativer KI ausgestattet und ermöglicht damit eine völlig neue Art der Sprachsteuerung. Ich konnte mir bei einem Exklusiv-Event einen ersten Eindruck von Alexa+ verschaffen.
Endlich natürliche Gespräche statt starrer Befehle
Der größte Unterschied zur alten Alexa liegt in der Art, wie du mit ihr kommunizieren kannst. Bisher musstest du für jeden Befehl das Aktivierungswort sagen und deine Anfragen so präzise wie möglich formulieren. Alexa+ versteht nun natürliche Sprache, also so, wie man auch mit einem Menschen spricht. Man kann Themen mitten im Gespräch wechseln, nachfragen oder eine Unterhaltung unterbrechen und später nahtlos weitermachen, egal ob auf dem Echo-Lautsprecher zuhause, in der Alexa-App unterwegs oder am Laptop.
Dabei kannst du zwischen Geräten wechseln. Also wenn du erst am Fire TV mit ihr gesprochen hast, kannst du die Konversation am Echo Show im anderen Zimmer fortsetzen. Denn Alexa merkt sich den Kontext. Gleiches funktioniert auch mit Musik. Wenn du sagst: „Alexa, spiele das überall, aber wecke die Kinder nicht“, weiß sie, wo der Song aktuell gespielt wird und dass der Song nicht im Kinderzimmer wiedergegeben werden soll. Schluss also mit dem Merken einzelner Gerätebezeichnungen.

Was die Assistentin außerdem von gewöhnlichen Chatbots unterscheidet: Sie bleibt nicht auf dem Bildschirm. Sie kann tatsächlich handeln. Wenn du beispielsweise sagst „Reservier mir für Samstag einen Tisch in meinem Lieblingsrestaurant“, weiß Alexa+ von welchem Lokal die Rede ist und erledigt die Buchung direkt über Dienste wie OpenTable. Sie kann zusätzlich Kalendereinträge anlegen, Musik über Spotify oder Amazon Music starten, Smart-Home-Geräte steuern oder beim Einkauf auf Amazon helfen. Weitere Integrationen, zum Beispiel mit The Fork, Tripadvisor oder Kinoheld, sollen noch im Laufe des Jahres folgen.
Alexa weiß immer, wo du dich in der Wohnung befindest
Ein weiteres Detail, das für Staunen gesorgt hat, ist, dass Alexa immer weiß, wo du dich im Haus befindest. Du musst also nicht konkret sagen, welches Licht ausgeschaltet werden soll oder in welchem Zimmer das Heizkörperthermostat aufgedreht werden soll. Die Befehle: „Alexa, hier ist es zu heiß“ oder „Alexa, mach das Licht hier gemütlich“ sind alles, was Alexa braucht, um die Aktionen auszuführen. Auch hier muss kein Gerät und kein Raum explizit genannt werden. Alexa versteht den Kontext und wo die Aktion durchgeführt werden soll. Das hat in der Demo beim Event makellos geklappt.
Alexa weiß alles über dich und deine Familie
Außerdem weiß Alexa über dich und deine Familie Bescheid. Wenn du abends beim Kochen nach einem Rezept für die ganze Familie fragst, weiß die Sprachassistentin, welche Unverträglichkeiten bei dir oder deinen Kindern vorhanden sind, und schlägt dir nur passende Rezepte vor. In der Live-Demo hat sie Familienmitglieder und vorhandene Unverträglichkeiten oder Allergien explizit genannt, um quasi zu begründen, warum sie ausgerechnet diese Rezepte herausgesucht hat.
Stichwort Familie. Auch Routinen sind viel simpler einzustellen. Anstatt via „Wenn, dann-Automationen“ alles einzustellen, kannst du Alexa die gesamte Routine in einem Rutsch erstellen lassen. Zum Beispiel kannst du sagen: „Jeden Morgen um 7:30 Uhr, starte den Kaffee, check ob ich einen Regenschirm brauche und spiel die Nachrichten ab.“
Schließlich ist da noch die Kompatibilität mit Ring-Kameras. Du kannst Alexa fragen, was über den Tag passiert ist, oder, wie in der Live-Demo, auch explizit Dinge fragen, wie „Wann hast du das letzte Mal den gelben Ball meines Sohnes gesehen?“ Im Anschluss geht Alexa die Videoaufnahmen durch und spielt bei einem Treffer das Video ab.
Alexa+ wurde extra für Deutschland entwickelt
Amazon hat im Event mehrfach betont, dass Alexa+ speziell auf den deutschen Markt zugeschnitten wurde. Das bedeutet, sie versteht nicht nur Deutsch, sondern auch regionale Besonderheiten. Beispielsweise weiß sie, dass „Brötchen“, „Schrippen“ und „Semmeln“ dasselbe sind, und spricht mit typisch deutschen Ausdrücken wie „läuft“ oder „passt schon“. Hinsichtlich des Datenschutzes verweist Amazon auf das Alexa-Datenschutzportal und die Möglichkeit, Sprachaufnahmen einzusehen oder zu löschen.
So kommst du jetzt schon an Alexa+
KI ist aktuell in aller Munde und einige können es schon nicht mehr hören. Ich offen gesagt an manchen Stellen auch nicht mehr. Allerdings muss ich zugeben, dass ich bei der offiziellen Deutschland-Präsentation von Alexa+ nicht schlecht gestaunt habe, zu was die Assistentin jetzt schon in der Lage ist. Wer ein kompatibles Echo-Gerät besitzt, kann Alexa+ in der Early-Access-Phase ab sofort nutzen. Alternativ kannst du dich unter diesem Link dafür anmelden. Wer Prime hat, bekommt die aktualisierte Alexa gratis dazu. Ansonsten kostet dich der Service 22,99 Euro pro Monat.
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