Saugroboter verkauft Bosch schon länger. Bei Modellen mit Wisch- und Wartungsstation ist der Hausgeräte-Riese aber ein Spätstarter. Die Saugroboter-Reihe Spotless hat er erst auf der IFA 2025 vorgestellt, mit dem Spotless Max Cam als Topmodell. Mehr als die Hälfte Rabatt auf einen Markenroboter mit Kamera klingt nach einem klaren Fall. Genau deshalb lohnt der zweite Blick: Was steckt im Spotless Max Cam, und wie schlägt er sich gegen die Konkurrenz in seiner Preisklasse?
Was für 549 Euro im Bosch Spotless Max Cam steckt
Zur Navigation nennt Bosch einen Laser für die Raumkarte, einen Kreuzlaser und eine Kamera mit strukturiertem Licht. Mit einfachen Worten: Der Roboter projiziert ein Lichtmuster vor sich auf den Boden und erkennt an dessen Verzerrung, wo etwas im Weg liegt. Ladekabel und Socken soll er so umfahren, statt sie einzusaugen. Genau das fehlt etwa dem Roborock Q7 TF+, den Lidl gerade für 209 Euro verkauft.

Gewischt wird mit zwei rotierenden Pads, die laut Bosch bis auf 2 mm an Wände und 30 mm in Ecken heranreichen. Die Station wäscht die Pads, füllt den Wassertank des Roboters nach, saugt die Staubbox ab und lädt den Akku. Das Pad-Auswaschen von Hand entfällt damit. Der Staub landet in einem Beutel in der Station. Beutel, Filter, Pads und Seitenbürsten führt Bosch als Zubehör, sie gehören also in die laufenden Kosten.
Der stärkste Pluspunkt steht nicht im Datenblatt, sondern in den Garantiebedingungen: Bosch gibt zehn Jahre Garantie auf den Motor. Für Akku, Station und Sensorik solltest du daraus allerdings keine zehn Jahre ableiten.
11.000 Pa und Wischpads: Der Punkt, an dem der Spotless Max Cam spart
Bosch nennt eine Saugleistung von 11.000 Pa. Selbst der Roborock Q7 TF+ von Lidl kommt laut Hersteller auf 10.000 Pa. Die drei Geräte aus unserer Bestenliste bis 500 Euro liegen zwischen 15.000 und 28.000 Pa und kosteten Anfang Oktober zwischen 394 und 429 Euro. Der Pascal-Wert allein entscheidet nicht. Der Tapo RV50 Pro Omni hat im Test mit 15.000 Pa auf Fliesen 93 Prozent der Haferflocken aufgenommen, feinen Sand aus dem Teppich aber nur zu 86 Prozent. Wie sich der Bosch mit noch weniger Saugkraft auf Teppich schlägt, müsste ein eigener Test zeigen.
Und das Wischen? Rotierende Pads sind solide, aber nicht mehr der Maßstab. Der Mova S70 Roller hat im Test mit seiner Wischwalze selbst eingetrocknete Flecken entfernt und war damit gründlicher als der Dreame L10s Ultra Gen 3 (Test) mit rotierenden Pads.
Dazu kommt ein Punkt, den Bosch nur in einer Fußnote nennt: Einige Funktionen setzen voraus, dass der Roboter online ist und mit einem Home-Connect-Konto sowie einer SingleKey ID verbunden wird. Wer seinen Saugroboter lieber ohne Hersteller-Account betreiben will, sollte das vor dem Kauf wissen.
Warum 549 Euro für den Spotless Max Cam ein guter Preis sind
MediaMarkt gibt die UVP mit 1.299 Euro an. Zum Angebotspreis von 549 Euro sparst du damit 750 Euro oder rund 58 Prozent, also mehr als die Hälfte. Damit rückt ein Saugroboter mit Kamera und Wartungsstation preislich nah an die 500-Euro-Klasse heran.
Günstiger gibt es den Spotless Max Cam derzeit bei Bosch selbst: Im eigenen Shop verlangt der Hersteller 499 Euro, nennt aber eine Lieferzeit von sechs bis neun Wochen. MediaMarkt liefert laut Shop schon in den nächsten Tagen und ohne Versandkosten.
Fazit: Guter Abverkaufspreis für Bosch-Fans, die Bestenliste bleibt günstiger
549 Euro sind für einen Kamera-Saugroboter mit Wartungsstation ein guter Preis, zumal MediaMarkt zügig und versandkostenfrei liefert. Wer Geduld hat, zahlt bei Bosch 499 Euro und wartet dafür sechs bis neun Wochen. Dazu kommen die Folgekosten für Beutel und Pads, der Account-Zwang und die Tatsache, dass der Nachfolger schon bereitsteht. Das gehört in die Rechnung, bevor du zugreifst.
Wenn du ohnehin Bosch-Geräte über Home Connect steuerst und Wert auf die zehnjährige Motorgarantie legst, bekommst du mit dem Spotless Max Cam einen Roboter, der sich nahtlos zu deinen übrigen Geräten gesellt.
