/Testberichte/Sicherheit und Nachtlicht in einem: Bosch Bewegungsmelder II [+M] im Test

Sicherheit und Nachtlicht in einem: Bosch Bewegungsmelder II [+M] im Test

7 Min. Lesezeit Teilen/Speichern
Bewegungsmelder zählen zu den ältesten Bausteinen im Smart Home – und genau deshalb sind sie oft ziemlich langweilig. Bosch versucht mit dem Bewegungsmelder II [+M] etwas anderes und packt Einbruchschutz nach professioneller Norm und ein Orientierungslicht in ein einziges Gehäuse.
Bosch Bewegungsmelder II (M+)
Bosch Bewegungsmelder II [+M]Bildquelle: Thomas Kern / inside digital

Der Bosch Bewegungsmelder II [+M] soll gleich zwei Jobs übernehmen: Er ist vollwertiger Bestandteil des Bosch-Alarmsystems und leuchtet nebenbei den nächtlichen Weg in die Küche aus. Dazu kommt Matter, womit der Sensor auch ohne Bosch-Zentrale funktioniert.

So richtest du den Bosch Bewegungsmelder II [+M] ein

Optisch bleibt Bosch der eigenen Linie treu: mattweißes Gehäuse, klare Kanten, keine Experimente. Mit 5,6 × 7,7 × 3,6 cm und 55 Gramm fällt der Melder angenehm klein aus und verschwindet in jeder Zimmerecke. Insgesamt gefällt mir die Verarbeitung des Bewegungsmelders. Das Material fühlt sich nicht billig an.

Bei der Einrichtung wählst du zwischen zwei Wegen. Entweder du bindest den Sensor per Zigbee in einen Bosch Smart Home Controller ein, oder du lernst ihn per Thread direkt an ein Matter-System an – dann brauchst du keinen Bosch-Hub, aber einen Thread Border Router. Ein Wechsel zwischen beiden Betriebsarten ist jederzeit möglich. Für den Test standen mir ein Bosch Smart Home Controller II und ein HomePod mini als Thread Border Router zur Verfügung.

Das Anlernen in beiden Systemen ist in wenigen Momenten erledigt. Komplikationen oder Verbindungsabbrüche gab es im Test keine während des Einrichtungsprozesses.

Was die Montage angeht, gibt es zahlreiche Möglichkeiten: verschrauben, kleben oder einfach freistehend aufs Regal stellen. Bosch empfiehlt bei der Platzierung eine Höhe von rund zwei Metern, quer zu den typischen Laufwegen. Dank IP55 und einem Temperaturbereich von –20 bis +60 Grad kannst du ihn auch in geschützten Außenbereichen, etwa deiner Garage, nutzen. Strom liefern zwei AA-Batterien. Bosch gibt für sie eine typische Lebensdauer von unter zwei Jahren an – und das auch nur im Betrieb am Bosch-System. Die Lebensdauer im „externen“ Smart-Home-System kann durchaus variieren. Nur leider hatte ich keine zwei Jahre, um das konkret mit dem Bosch-System zu vergleichen.

Was kann der Bosch Bewegungsmelder II [+M]

Beim Erfassungsbereich geht Bosch in die Vollen: 90 Grad Öffnungswinkel, bis zu 13 Meter Reichweite, macht eine Fläche von bis zu 133 Quadratmetern. Sieht der Sensor zu viel, lässt sich das Sichtfeld über drei vordefinierte Stufen eingrenzen. Zertifiziert ist der Melder nach EN 50131-2-2 in Grad 2. Mit einfachen Worten: ein Standard aus der professionellen Sicherheitstechnik, der vor allem für geringe Fehlalarmanfälligkeit steht.

Bosch Bewegungsmelder II [+M] Image source: Thomas Kern / inside digital

Genau darum kümmern sich zwei durchdachte Details. Ein Kleintierfilter blendet Bewegungen unterhalb von 70 Zentimetern aus, damit Katze oder Hund keinen Alarm auslösen. Und ein zusätzlicher, nach unten gerichteter Sensor verhindert, dass jemand unbemerkt unter dem Erfassungsbereich hindurchkriecht. Bei einem Saugroboter hat der Melder einmal in zehn Fällen einen Fehlalarm geschlagen. Eine verkraftbare Quote behaupte ich. Alternativ kann die untere Linse mit einem beiliegenden Pad abgeklebt werden.

Screenshot aus der Bosch-App Image source: Thomas Kern / inside digital

Bewegung ist dabei nur einer von drei Sensoren. Der Melder misst außerdem Temperatur und Helligkeit, und beide Werte lassen sich als Auslöser für eigene Automationen verwenden – etwa, um die Markise auszufahren, sobald es auf der Terrasse zu warm wird. Was vor allem beeindruckt, ist die Reaktionszeit. Hier gibt es in der Praxis keine Verzögerungen. Der Schaltvorgang hat auf Anhieb funktioniert, sodass beispielsweise Philips-Hue-Lampen angegangen sind, wenn sie das auch sollten.

Der große Unterschied zu herkömmlichen Bewegungsmeldern

Der zweite große Pluspunkt ist das integrierte LED-Licht. Erkennt der Melder eine Bewegung, schaltet es sich automatisch ein – und zwar nur dann, wenn es tatsächlich dunkel genug ist. Helligkeit, Nachlaufzeit und Schwellwert der Umgebungshelligkeit stellst du selbst in der App ein. Per Knopfdruck lässt sich das Licht zusätzlich als Taschenlampe aktivieren. Für Flure, Keller und Treppenhäuser ist das eine praktische Funktion, die ich so von einem Bewegungsmelder noch nicht kannte und nicht mehr missen möchte. Ein Leuchtmittel ersetzt die LED trotzdem nicht: Sonderlich hell wird sie nicht, und Farben beherrscht sie keine.

Bosch Bewegungsmelder II [+M] Image source: Thomas Kern / inside digital

Im Bosch-System ist der Melder natürlich Teil des Alarmsystems. Wird scharfgeschaltet und registriert er eine Bewegung oder einen Manipulationsversuch, lösen die übrigen Geräte im System aus. Sofern du natürlich eine Außensirene, Rauchwarnmelder, smarte Lampen und Kameras nutzt. Parallel geht eine Push-Nachricht aufs Handy. Praktisch: Das integrierte Licht lässt sich als optische Erinnerung nutzen, dass das Alarmsystem scharf ist. Auf diese Weise bleibt eine selbst definierte Karenzzeit zum Deaktivieren.

Das sagt der Bosch-Smart-Home-Chef dazu

Gabriel Wetzel, CEO von Bosch Smart Home, sieht die Stärke seines Systems weniger in einzelnen Geräten als im Zusammenspiel. Man kann das als Herstellerperspektive abtun – meine Erfahrung deckt sich allerdings damit. Hersteller wie Aqara bieten tonnenweise smarte Geräte, aus denen sich ein Ökosystem zusammenbauen lässt. Das soll kein Bashing sein, ich mag die Produkte. Aber bei vielen Geräten hat im Test die Einbindung in Apple Homekit nicht funktioniert. Ein aufeinander abgestimmtes Sicherheitssystem ist etwas anderes als eine Sammlung kompatibler Einzelgeräte.

Und die beworbenen Funktionen funktionieren so, wie sie funktionieren sollen. Der Bewegungsmelder ist dabei nur ein Baustein. Das Alarmsystem ist in der Bosch-App ein eigener Dienst, der alle Geräte zu einer Kette verbindet: Der Tür-/Fensterkontakt II Plus meldet nicht erst das geöffnete Fenster, sondern schon das Rütteln beim Aufhebelversuch. Der Bewegungsmelder deckt den Innenraum ab, Innen- und Außensirene machen Lärm, der Rauchwarnmelder II springt als zusätzliche Sirene ein, und eine Kamera liefert dir im Alarmfall direkt das Livebild aufs Handy.

Scharfgeschaltet wird wahlweise komplett oder nur teilweise, sodass nachts die Fensterkontakte wachen, während du dich drinnen frei bewegst. Entscheidend ist aber, was darunter liegt: Der Smart Home Controller II verarbeitet all das lokal. Fällt das Internet aus, löst der Alarm trotzdem aus. Und bei cloudbasierten Systemen ist das keine Selbstverständlichkeit. Genau diese Geschlossenheit ist es, die Bosch von zusammengesteckten Einzelkomponenten unterscheidet.

Matter oder Bosch: Was dir ohne Controller fehlt

Wer den Melder per Thread direkt in ein Matter-System einbindet, bekommt mehr, als man zunächst erwarten würde. In Apple Home tauchte bei mir nicht nur der Bewegungssensor auf, sondern auch Helligkeit und Temperatur. Alle drei lassen sich dort ganz normal als Auslöser für Automationen verwenden.

Was fehlt, sind die Detaileinstellungen. Zonen kannst du nicht festlegen, und auch den Kleintierfilter für Tiere bis 70 Zentimeter aktivierst du in Apple Home nicht. Dasselbe gilt für die drei Sichtfeld-Stufen und den Abriss-Schutz: Beides bleibt dem Bosch-System vorbehalten. Wer diese Feinheiten braucht, muss den Bewegungsmelder per Zigbee an den Smart Home Controller hängen.

Fazit: Lohnt sich der Kauf des Bosch Bewegungsmelder II [+M]?

Für 49,95 Euro unverbindlicher Preisempfehlung bekommst du einen Bewegungsmelder, der deutlich mehr kann als Licht anschalten. Die EN-Grad-2-Zertifizierung, der Unterkriechschutz und das Orientierungslicht heben ihn klar von der Billigkonkurrenz ab. Dazu kommt eine Reaktionszeit, bei der ich im Test keinerlei Verzögerung feststellen konnte.

Sein volles Potenzial entfaltet er als Teil des Bosch-Sicherheitssystems. Erst dort greifen Alarmfunktionen und Abrissschutz, erst dort stellst du Kleintierfilter, Sichtfeld und Nachlaufzeit nach deinen Wünschen ein. Wer den Melder stattdessen per Matter einbindet, bekommt immerhin alle drei Sensoren – Bewegung, Helligkeit und Temperatur –, muss aber auf die Konfiguration verzichten.

Wer bereits im Bosch-System zu Hause ist, bekommt für 50 Euro einen der durchdachtesten Bewegungsmelder am Markt. Und wer nur einen soliden Matter-Sensor mit Orientierungslicht sucht, macht ebenfalls nichts falsch – er verschenkt eben einen Teil der Möglichkeiten.

Bosch Bewegungsmelder II [+M] / Bildquelle: inside digital

Vorteile:

  • Zigbee, Thread und Matter an Bord
  • EN Grad 2 zertifiziert, mit Kleintierfilter und Unterkriechschutz
  • IP55, damit auch für den geschützten Außenbereich
  • Flexible Montage inklusive freistehender Aufstellung

Nachteile:

  • Voller Funktionsumfang nur im Bosch-System
  • Über Matter keine Detaileinstellungen: keine Zonen, kein Kleintierfilter, keine Sichtfeld-Stufen, kein Abriss-Schutz
So arbeiten wir
Unsere Redaktion testet Produkte nach festen redaktionellen Kriterien. Testgeräte stellt meist der Hersteller leihweise zur Verfügung — auf unsere Bewertung hat das keinen Einfluss. Über Affiliate-Links im Beitrag bekommen wir beim Kauf eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Geprüfte News von echten Redakteuren

inside digital als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen.

Bildquellen

  • bosch-bewegungsmelder-ii: Thomas Kern / inside digital
  • bosch-app-screenshot: Thomas Kern / inside digital
  • bosch-bewegungsmelder-licht: Thomas Kern / inside digital
  • bosch-bewegungsmelder-ii-inside-digital-testsiegel-web: inside digital
  • bosch-bewegungsmelder-ii-titelbild: Thomas Kern / inside digital

Keine Kommentare

[-AMP Version-]