Jeder Bürger kennt die üblicherweise gelbfarbene Ampelarmatur. Und auch ihr Zweck ist wohlbekannt: Möchte man eine befahrene Straße sicher überqueren, muss man die frontal angebrachte Taste betätigen. Daraufhin wird die Fußgängerampel wenige Augenblicke später grün geschaltet. Doch was viele Passanten nicht wissen: Zahlreiche solcher Ampelkästen haben zwei Knöpfe. Der zweite Knopf befindet sich dabei versteckt an der Unterseite des Kastens. Und er hat einen besonderen Verwendungszweck.
Was passiert, wenn du den zweiten Ampel-Knopf drückst?
Obwohl die Vermutung nahe liegt, ist der Knopf an der Unterseite nicht für Techniker, sondern für den Endverbraucher gedacht. Allerdings nicht für alle Fußgänger. Der Taster soll vielmehr primär Menschen mit Sehbehinderung dabei unterstützen, sich im Straßenverkehr zurechtzufinden. Wird der Knopf betätigt, meldet man zunächst einmal seinen Übergangswunsch an – wie auch mit dem normalen Taster. Schaltet die Fußgängerampel auf Grün, ertönt jedoch neben dem visuellen auch ein akustisches Signal. Oder aber, der Knopf beginnt zu vibrieren. Je nach Ampel kann es auch vorkommen, dass sowohl eine Vibration am Ampelkasten als auch ein akustisches Signal einsetzt. Eine geregelte Norm für die Funktionalität existiert nicht.
Der Knopf ist mit einem Pfeil versehen
Abseits des zuvor aufgeführten Funktionsumfangs werden die Knöpfe oftmals mit einem tastbaren Pfeil ausgestattet. Dieser zeigt in Richtung des Überwegs und weist Menschen mit Sehbehinderung auf diese Weise den Weg. Ferner können die Taster auch leicht hervorstehende Markierungen aufweisen, die auf Besonderheiten des Fußgängerüberwegs hinweisen.
Zweiter Ampel-Knopf nicht unumstritten
Was sich grundsätzlich nach einer nützlichen Idee anhört, ist es in der Praxis nicht unbedingt. Denn Betroffene können sich nur selten auf den zweiten Ampel-Knopf verlassen. Dafür sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Ampelanlagen in Deutschland zu groß. Manchmal ist das Signal akustisch, manchmal haptisch (Vibration). Gelegentlich enthält der Taster Markierungen, zuweilen jedoch auch nicht. Und viele Ampelkästen – nach unserem nicht repräsentativen Selbstversuch sogar die meisten – bieten überhaupt keine Taste für Menschen mit Sehbehinderung an. Stattdessen ertönt automatisch ein akustisches Signal. Oder eben nicht.
