Anfang Oktober hat der Mähroboter oft mehr zu tun als im August. Die Hitze ist vorbei, es regnet wieder, das Gras legt noch einmal zu. Gleichzeitig werden die Nächte kälter. Nur der Zeitplan aus dem Frühjahr läuft unverändert weiter. Genau das ist der Fehler. Mäht der Roboter vor dem Winter einfach weiter, landet er irgendwann auf gefrorenem Rasen. Die Schäden siehst du erst im Frühjahr. Dabei verrät dir dein Garten ziemlich genau, wann der letzte Einsatz fällig ist.
Das Thermometer gibt das Signal, nicht der Kalender
Einen festen Stichtag gibt es nicht. Laut Gardenas Gartenmagazin wächst der Rasen weiter, solange die Nächte nicht zu kalt werden. Stihl nennt in seinem Ratgeber zur Rasenpflege im Herbst als Richtwert den Zeitpunkt, an dem die Temperaturen dauerhaft auf etwa 10 bis 5 Grad sinken. Mit einfachen Worten: Wächst der Rasen nicht mehr sichtbar nach, hat der Mähroboter (Bestenliste) nichts mehr zu tun.
Die harte Grenze ist der Frost. Nach Angaben von Husqvarna besteht Rasen zu bis zu 80 Prozent aus Wasser. Gefroren brechen die Halme unter Last, bei steigenden Temperaturen folgen oft Fäulnis und andere Schäden. Ein Mähroboter rollt mit seinem ganzen Gewicht darüber. Ist Nachtfrost angesagt, verschiebst du den Einsatz auf die Mittagsstunden oder lässt ihn ausfallen.
Wie kurz der letzte Schnitt sein sollte und wo sich Hersteller widersprechen
Stihl empfiehlt im Herbst für Zierrasen 4 bis 5 cm, für Schattenrasen 9 cm. Gardena landet bei etwa 5 cm. Das reicht als Kälteschutz, ist aber nicht so lang, dass Schnee die Halme niederdrückt und Pilzen den Boden bereitet. Husqvarna rät in seiner Anleitung zur Winterlagerung des Automower dagegen zu 6 bis 8 cm, weil längeres Gras bei Kälte besser schützen soll. Gleiches Argument, gegensätzlicher Schluss.
Pikant: Der Husqvarna Automower 308V aus unserem Test lässt sich laut Hersteller nur bis 5 cm einstellen und verfehlt damit die eigene Winterempfehlung. Der Navimow X420 im Test schafft 9,5 cm. Für die meisten Gärten sind 5 cm der pragmatische Wert. Er deckt sich mit Stihl und Gardena, und beide Testgeräte erreichen ihn.
Mähroboter kappen pro Fahrt nur wenige mm. Im Hochsommer schont das den Rasen bei Hitze, im Herbst heißt das: Stell die Höhe rechtzeitig hoch, damit das Gras hineinwachsen kann. Und das Laub? Bleibt es liegen, entsteht darunter laut Gardena ein feuchtes Klima für Pilze und Bakterien. Blätter sammelt der Roboter nicht ein. Den Rechen brauchst du trotzdem.
Warum du den Zeitplan jetzt umstellen solltest
Für Igel ist der Herbst laut NABU Bochum die entscheidende Phase vor dem Winterschlaf. Unterwegs sind sie vor allem im Dunkeln. Weil es jetzt früher dunkel wird, fällt der Abendslot aus dem Sommer mitten in ihre Aktivitätszeit. Bei Gefahr rollen sich Igel zusammen, statt zu fliehen, und gegen Klingen hilft das nicht. Einen Mähroboter, der solche Unfälle zuverlässig verhindert, gab es nach Einschätzung der sächsischen Landestierschutzbeauftragten im Juni 2025 nicht. Ihr Winterquartier beziehen Igel laut NABU Rheinland-Pfalz Süd meist erst im November.
Vielerorts ist Tagbetrieb ohnehin Pflicht, und der Deutsche Städtetag fordert ein bundesweites Nachtfahrverbot. Welche Kommunen betroffen sind, steht in unserem Ratgeber zum Nachtfahrverbot für Mähroboter. Ein Zeitfenster vom späten Vormittag bis zum Nachmittag löst zwei Probleme auf einmal: Die Igel schlafen, und der Raureif ist weg.
Solange der Rasen sichtbar wächst und die Nächte frostfrei bleiben, darf der Roboter weiterfahren, aber nur tagsüber. Rutschen die Temperaturen dauerhaft unter 10 Grad, stellst du etwa 5 cm ein, bei Schattenrasen deutlich mehr. Dann reichst du das Laub ab und schickst ihn an einem trockenen, frostfreien Tag ein letztes Mal raus.
