/Ratgeber/Smart Garden/Igelschutz: Nachtfahrverbot für Mähroboter – in diesen Orten drohen hohe Geldstrafen

Igelschutz: Nachtfahrverbot für Mähroboter – in diesen Orten drohen hohe Geldstrafen

3 Min. Lesezeit Teilen/Speichern
Jeden Tag fahren Millionen Mähroboter durch deutsche Gärten. Doch ihr lautloser Einsatz hat für nachtaktive Tiere einen hohen Preis. Was für Gartenbesitzer praktisch ist, wird für Igel zur Todesfalle.
Ein Mähroboter bei Dämmerung
Deutsche Städte und Kommunen mit Nachtfahrverbot für MähroboterBildquelle: Pajor Pawel / Shutterstock.com

Immer mehr Städte und Kommunen reagieren auf das wachsende Artensterben und verhängen Nachtfahrverbote für die beliebten Mähroboter. Doch ein einheitliches Gesetz fehlt bis heute. Was bleibt, ist ein Flickenteppich aus lokalen Regelungen.

Der Grund für das Nachtfahrverbot für Mähroboter

Mähroboter sind praktisch, leise und unermüdlich. Doch genau diese Eigenschaft macht sie für nachtaktive Tiere zu einer tödlichen Gefahr. In Deutschland wächst deshalb die Zahl der Kommunen, die den nächtlichen Betrieb dieser Geräte per Allgemeinverfügung verbieten, während der Druck auf eine bundesweite Regelung steigt.

Das Problem ist simpel: Igel sind Dämmerungs- und Nachttiere. Auf Nahrungssuche durchstreifen sie Gärten und Parkanlagen genau dann. Zum Teil auch dann, wenn noch einige Mähroboter ihre Runden drehen. Geraten die Tiere in Gefahr, tun sie das, was sie instinktiv tun: Sie rollen sich zusammen. Flucht liegt ihnen fern. Einige Mähroboter erkennen sie nicht als Hindernis oder zu spät und dann mit tödlichen Folgen. Zwischen Juni 2022 und Oktober 2023 wurden bundesweit 370 dokumentierte Fälle von Igeln mit Schnittverletzungen durch solche Geräte gemeldet. Fachleute gehen von einer weit höheren Dunkelziffer aus.

Das Schneidewerkzeug von Mährobotern Image source: Thomas Kern / inside digital

Eine Studie der dänischen Igelforscherin Sophie Rasmussen (Rasmussen et al. 2021) zeigt detailliert, welche Verletzungen 18 handelsübliche Mähroboter an Igelkadavern verursachen. Die dabei festgestellten Schäden wurden mit spezifischen technischen Merkmalen der Geräte in Beziehung gesetzt, mit dem Ziel, Hinweise auf konstruktive Eigenschaften zu gewinnen, die entweder die Sicherheit für Igel verbessern oder besonders starke Schäden verursachen.

Ein Flickenteppich aus kommunalen Verboten

Seit 2024 reagieren immer mehr Städte und Landkreise auf die Datenlage. Köln und die brandenburgische Gemeinde Nuthetal machten den Anfang. Inzwischen haben folgende Kommunen Allgemeinverfügungen erlassen (Stand: April 2026):

OrtBundesland
AugsburgBayern
BayreuthBayern
München (Teile)Bayern
Landkreis SchwandorfBayern
ChemnitzSachsen
LeipzigSachsen
ErfurtThüringen
Halle (Saale)Sachsen-Anhalt
DortmundNordrhein-Westfalen
DüsseldorfNordrhein-Westfalen
HerneNordrhein-Westfalen
OberhausenNordrhein-Westfalen
Rhein-Erft-KreisNordrhein-Westfalen
KölnNordrhein-Westfalen
NuthetalBrandenburg
GöttingenNiedersachsen
HildesheimNiedersachsen
HamelnNiedersachsen
Landkreis HelmstedtNiedersachsen
Landkreis Lüchow-DannenbergNiedersachsen
MainzRheinland-Pfalz
BremenBremen

Der Deutsche Städtetag fordert seit April 2026 ein bundesweites Nachtfahrverbot. Gegenüber der Funke Mediengruppe sagte Claudia Kalisch, Vizepräsidentin des Deutschen Städtetages: „Der Deutsche Städtetag spricht sich für ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter aus, um Igel und andere Kleintiere zu schützen. Wir appellieren außerdem an die Hersteller, Lösungen zu finden, damit Kleintiere durch Mähroboter nicht weiter gefährdet werden.“

Zumal der Igel seit 2024 auf der internationalen Roten Liste als „potenziell gefährdet“ gelistet ist. Egal, ob du in einer Kommune ohne Verbot lebst oder nicht, solltest du den Mähroboter (Kaufberatung) immer nur tagsüber laufen lassen. In der Regel kannst du in der App entsprechende Zeitpläne einstellen.

Der Verbotszeitraum ist meist einheitlich: 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang. Tagsüber dürfen die Geräte weiterhin uneingeschränkt genutzt werden. Wer gegen das Verbot verstößt, riskiert empfindliche Bußgelder. In Köln bis zu 50.000 Euro, in Bremen bis zu 25.000 Euro. Einen klaren gesetzlichen Rahmen gibt es bislang nicht.

Keine Kommentare

[-AMP Version-]