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Von wegen in zwei Jahren: Dieser Mähroboter macht den Rasentrimmer überflüssig

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Navimow geht in die Vollen und präsentiert mit dem H5 Pro sein neues Flaggschiff. Der Mähroboter schiebt seinen Mähteller per Roboterarm aus dem Gehäuse und soll damit ohne Abstand an Kanten arbeiten.
Navimow H5 Pro
Navimow H5 ProBildquelle: Navimow

Der Mähroboter H5 Pro ist das IFA-Highlight von Navimow. Im Zentrum der Neuheit steht ein einzelnes Bauteil: der ausfahrbare Arm EdgeMaestro. Er schiebt das Schneidwerk um 7,7 cm aus dem Gehäuse, damit der Roboter bündig an Mauern, Beeten und Wegkanten arbeiten kann. Löst Navimow damit den Kantenschnitt bei Mährobotern?

Warum der Kantenschnitt so wichtig ist

Wer unsere Mähroboter-Bestenliste kennt, weiß: Die Kante ist die Achillesferse fast aller Mähroboter. Der Navimow X420 lässt im Test 3 cm Abstand. Für einen 28,8 kg schweren Roboter ohne Trimmer ein sehr guter Wert, aber eben kein Nullwert. Auch der Navimow i210 Lidar Pro (zum Test), unser Testsieger, schneidet Ränder für seine Bauform solide, kommt aber nicht ganz an Modelle mit separatem Trimmerarm heran. Entlang der Terrasse musst du bei beiden also weiter mit dem Rasentrimmer ran.

Navimow setzt den Hebel nun anders an: Der neue H5 Pro nutzt für die Kante denselben Mähteller wie für die Fläche, kein separates Werkzeug. Damit soll ein einheitliches Schnittbild entstehen. Damit der Arm auf unebenem Boden nicht abhebt, sitzt er in einer omnidirektional gefederten Aufhängung, die auch von Hindernissen wie Bodenstrahlern abprallen soll.

Zusatzteller des Navimow H5 Pro Bildquelle: Navimow

Interessant ist dabei der Zeitpunkt. Denn noch im Februar dieses Jahres sagte mir der Technik-Chef von Navimow, dass eine technische Lösung für den Kantenschnitt wohl noch bis zu zwei Jahre dauern könnte. Die Lösung ist jetzt schon da. Ein spezielles Modul zieht Gras an der Kante nach innen zur Klinge, zwei Führungsräder sollen zudem die Reibung reduzieren. Dazu kommen ein Spritzschutz am Mähteller und eine Absturzerkennung für die Arbeit an Rändern. Beim Kantenmähen nennt Navimow Werte ab 58 dB(A). Das wäre deutlich unauffälliger als beim Ecovacs Goat A1600 Lidar Pro (Test), der über einen Kantentrimmer verfügt und dementsprechend laut ist.

Antrieb und Navigation: bekannte Bausteine, neu sortiert

Beim Fahrwerk baut Navimow auf dem Xero-Turn-Allradantrieb auf, den auch schon der i210 Lidar Pro nutzt. Dort allerdings mit drei Rädern, von denen die Hinterräder antreiben und das Vorderrad lenkt. Der H5 Pro fährt dagegen mit vier einzelnen Radnabenmotoren und verzichtet auf Antriebswellen und Differenziale.

Laut Hersteller schafft er 80-Prozent-Steigungen (38,6 Grad) und überfährt 6 cm hohe Hindernisse. Zum Vergleich: Der i210 Lidar Pro schafft 55 Prozent, der X420 im Test 84 Prozent. Eine Zweifach-Lenkung soll zwischen Wenden auf der Stelle und automobiler Lenkgeometrie umschalten, um Fahrspuren im Rasen zu vermeiden.

Navigiert wird per Dreifachsystem bestehend aus LiDAR, Kamera und Network-RTK. Auch dieses Trio kennen wir aus dem i210 Lidar Pro, wo es im Test fehlerfrei arbeitete. Das Network-RTK bleibt bei Navimow kostenlos. Für Fernzugriff und GPS-Diebstahlortung verlangt der Hersteller bei den aktuellen Modellen ab dem zweiten Jahr allerdings 29,90 Euro jährlich.

Wärmebildsensor gegen Igelunfälle

Interessanter als die Steigfähigkeit finde ich das VisionFence-System. Es kombiniert die optische 360-Grad-Erkennung mit einem Wärmebildsensor und soll Kleintiere so auch bei Dämmerung und Dunkelheit erkennen. Eine Tiererkennung hatte der X420 bereits: Er wendet beim Erkennen eines Igels und lässt bewusst ungemähte Stellen stehen. Neu ist die Infrarot-Ebene, die genau die Situation adressiert, wegen der einige Kommunen Nachtfahrverbote für Mähroboter verhängen.

Igelerkennung des Navimow H5 Pro Bildquelle: Navimow

Was Navimow noch offenlässt sind der Preis, die empfohlene Flächenleistung, Schnittbreite und Marktstart. Bis dahin bleibt offen, ob der H5 Pro unseren Testsieger ablöst.

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