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Motorola hat auf der IFA in Berlin drei neue Produkte vorgestellt: das Smartphone Motorola edge 70 plus, die Smartwatch moto watch ultra und den moto snap wireless charger. Der Lenovo-Konzern will sich damit stärker als „Lifestyle-Tech-Marke“ positionieren. Und das mit auffälligem Design, großen Akkus und breitem Zubehör-Ökosystem.
Motorola edge 70 plus: Neues Handy mit 200-Megapixel-Sensor
Im Mittelpunkt steht das Motorola edge 70 plus. Erstmals verbaut Motorola bei diesem Smartphone einen 200-Megapixel-Hauptsensor mit optischer Bildstabilisierung. Dazu kommen eine Makrokamera (2 Megapixel) und eine 32-Megapixel-Frontkamera. Per Pixel-Binning fasst der Sensor 16 Pixel zu einem zusammen und liefert effektiv 12,5-Megapixel-Fotos. Einen optischen Telezoom gibt es aber nicht. Der beworbene 10-fach-Zoom ist ein Digitalzoom. Auffällig ist zudem der 6.500 mAh große Akku, der laut Motorola bis zu 34 Stunden Video-Streaming schaffen soll. Geladen wird mit 45 Watt.
Das 6,78 Zoll große, an allen Kanten gebogene AMOLED-Display löst mit 2.772 x 1.272 Pixeln auf, bietet 144 Hz Bildwiederholfrequenz und bis zu 5.200 Nits Bildschirmhelligkeit. Das ist richtig viel, aber theoretisch ginge noch mehr, wie man zum Beispiel bei Honor sieht, wo das Honor Magic 8 Pro in der Spitze auf bis zu 6.000 Nits kommt. Ebenso das Realme GT 7 Pro. Bei der aktuellen iPhone-Generation sind es bis zu 2.600 Nits. Teil der Wahrheit ist aber auch: Bei Werten jenseits der 3.000 Nits nimmt das menschliche Auge kaum noch Veränderungen wahr.
Als Antrieb dient der Snapdragon 7s Gen 3. Kein Highend-Chip, sondern vielmehr solide gehobene Mittelklasse. Dazu gibt es 8 GB Arbeitsspeicher (RAM), 128 oder 256 GB Speicher, Android 16 mit Google Gemini und die für Motorola typische Pantone-Farbabstimmung. Beim Wasserschutz bleibt man mit IP64 aber hinter vielen Konkurrenten mit IP68 zurück. Der Preis für die 256-GB-Variante: 599 Euro. Vorbestellungen sind unter motorola.de bereits möglich.
Moto Watch Ultra: Angriff auch mit neuer Smartwatch
Die Motorola moto watch ultra ist die bislang ambitionierteste Smartwatch der Marke. Sie läuft mit Wear OS 6, nutzt den Snapdragon W5+ Gen 1 und bringt erstmals LTE per eSIM mit. Heißt: Anrufe, Nachrichten und Benachrichtigungen klappen auch ohne Smartphone. Etwa beim Joggen oder während anderer Situationen, wenn das Handy mal nicht in der Nähe ist.
Für die Gesundheitsfunktionen kooperiert Motorola erneut mit Polar. Mit an Bord sind unter anderem Schlafanalyse, Erholungswerte und ein Running Coach. Dazu kommen Dual-Band-GPS, Google Pay und Motorolas KI-Assistent Qira. Das runde 1,5-Zoll-pOLED-Display (466 x 466 Pixel) erreicht bis zu 2.700 Nits, das 46-mm-Gehäuse besteht aus Edelstahl. Die Akkulaufzeit fällt mit bis zu zwei Tagen eher durchschnittlich aus, aber das ist ein bekanntes Problem bei Smartwatches auf Basis von Wear OS. Der Preis für das Wearable mit 2 GB RAM und 32 GB Speicherplatz und 5 ATM Wasserschutz: 429 Euro.
Neuer Wireless-Charger kommt
Komplettiert wird das Trio vom Motorola moto snap wireless charger. Er lädt Qi2.2-Geräte magnetisch mit bis zu 25 Watt, kompatible Motorola-Smartphones sogar mit bis zu 30 Watt. Die Preise starten ab 39 Euro.
Motorola wählt den nachhaltigen Mittelweg
Motorola verfolgt eine klare Strategie: keine Materialschlacht um Spitzen-Benchmarks, sondern Design, Akku und Ökosystem zu attraktiven Preisen. Das Motorola edge 70 plus tritt beispielsweise für 599 Euro (bzw. für etwas weniger, wenn später auch das 128-GB-Modell verfügbar ist) gegen Samsungs A- und FE-Modelle, Google Pixel und Nothing an. Mit Pantone-Look und Riesenakku als Hauptargumenten. Der gewählte Chipsatz und nur IP64-Schutz bleiben die spürbaren Kompromisse.
Bei der Motorola moto watch ultra ist die Polar-Kooperation der eigentliche Trumpf und hebt sie im Wear-OS-Feld von Pixel Watch und Galaxy Watch ab. Der Charger unterstreicht Motorolas Ambitionen im Qi2.2-Zubehörgeschäft. Unterm Strich: kein Angriff auf die absolute Spitze, aber ein stimmiges und preislich aggressives Lifestyle-Paket. Apropos Lifestyle: Kennst du schon das schwarze Foldable Motorola Razr 70 mit 35 Swarovski-Kristallen auf der Außenseite? Auch das ist neu und ein echter Hingucker. Preis und Verfügbarkeit in Deutschland sind aber noch nicht bekannt.
Ich finde die Richtung stimmig: Motorola verkauft mir keine Benchmark-Rekorde, sondern ein Gesamtpaket aus Design, Ausdauer und Ökosystem. Beim Motorola edge 70 plus reizen mich Riesenakku und Pantone-Look – IP64 und der 7s Gen 3 sind bei 599 Euro aber undschöne Kompromisse. Am spannendsten ist für mich aber die Motorola moto watch ultra: LTE, Wear OS 6 und vor allem die Polar-Algorithmen machen sie für 429 Euro zur echten Alternative zu Pixel Watch und Galaxy Watch. Die zwei Tage Akku sind okay, mehr aber ehrlicherweise auch nicht.
