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Vom Gratiskonto zum Abo: Die ING macht Ernst

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Zehn Millionen Deutsche haben ein Konto bei der ING. In der Regel ist das kostenlos. In den Niederlanden gibt es das schon nicht mehr. Nun hat die ING Deutschland verraten, wie es hierzulande weitergeht.
Vom Gratiskonto zum Abo: Die ING macht Ernst
Vom Gratiskonto zum Abo: Die ING macht ErnstBildquelle: Blasius Kawalkowski / inside digital

Zehn Millionen Kunden hat die ING in Deutschland. Mehr als jede andere Direktbank. Die meisten von ihnen zahlen keine Kontoführungsgebühren, solange monatlich mindestens 1.000 Euro auf das Konto eingehen. Doch dieses Modell könnte bald der Vergangenheit angehören. Die ING greift zum Abo-Modell, das sich inzwischen an vielen Stellen im Alltag finden lässt.

ING: Kontoführungsgebühren von bis zu 44,99 Euro pro Monat

Anfang Juni hat die ING in den Niederlanden ein neues Kontomodell eingeführt, das die Frage aufwirft, was Banking eigentlich kostet und wer dafür zahlt. Statt eines einfachen Girokontos gibt es dort künftig vier gestaffelte Pakete: ING Go, ING More, ING Extra und ING Max. Das Einstiegspaket Go kostet vier Euro im Monat, dafür gibt es ein Girokonto mit Debitkarte. Also das, was viele Kunden bisher umsonst hatten. Wer mehr will, zahlt mehr: More schlägt mit sieben Euro zu Buche, zusätzlich gibt es eine Kreditkarte und Schutz bei Cyberbetrug. Das Paket Extra kostet knapp 16 Euro, darin enthalten sind unter anderem Amazon Prime und eine Premium-Kreditkarte ohne Fremdwährungsaufschlag. Und dann ist da noch Max – für 44,99 Euro im Monat, mit Reiseversicherungen, Zugang zu Airport-Lounges und Disney+.

Klingt nach viel, und das ist es auch. Das teuerste Kontenmodell, das die niederländische ING bislang anbot, kostete 9,90 Euro im Monat. Das neue Max-Paket ist fast fünfmal so teuer. Natürlich enthält es dafür auch mehr. Aber ob Kunden, die ein schlichtes Girokonto wollen, wirklich eine Lounge-Mitgliedschaft und einen Streamingdienst brauchen, ist eine andere Frage.

Neue Modelle kommen auch nach Deutschland

Die Logik hinter dem Modell ist nicht schwer zu verstehen. Banken verdienen traditionell an der Zinsdifferenz zwischen Einlagen und Krediten. In einer Welt, in der die Zinsen zwar gestiegen sind, aber historisch betrachtet immer noch moderat bleiben, und in der Neobanken wie N26, Trade Republic oder Revolut mit schlanken Angeboten Marktanteile gewinnen, suchen klassische Institute nach neuen Einnahmequellen. Gebührenbasiertes Banking. Auf Neudeutsch: Subscription-Modell. Das ist die Antwort, die gerade viele ausprobieren. Jetzt auch die ING.

Neue Kontomodelle der ING kommen auch nach Deutschland Image source: ING

Und sie plant, das Modell weltweit auszurollen. Laut einer Konzernmitteilung vom 10. Juni soll das neue Tarifsystem bis Mitte 2027 auf allen Märkten ausgeweitet werden, in denen die ING aktiv ist: Niederlande, Belgien, Spanien, Italien, Australien, Polen, Rumänien, Türkei. Und auch in Deutschland.

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Auf Anfrage von inside digital bestätigte das ein ING-Sprecher: „Aktuell arbeiten wir an der Einführung neuer Kontomodelle, so wie es die ING Group in der vergangenen Woche kommuniziert hat.“ Zugleich betonte er: „Die Ausgestaltung in den einzelnen Märkten, in denen die ING aktiv ist, kann variieren. Hintergrund sind die jeweiligen lokalen Marktgegebenheiten, die wir berücksichtigen.“ Was das für die deutschen ING-Kunden bedeutet, lässt der Sprecher offen.

Was ändert sich für Kunden?

Wer heute monatlich mindestens 1.000 Euro Geldeingang auf seinem ING-Konto hat, zahlt keinen Cent Kontoführungsgebühr. Ob das so bleibt, ob Bestandskunden automatisch in ein neues Modell überführt werden, welche Fristen es geben wird und ob es überhaupt ein kostenloses Basisangebot geben wird – dazu schwieg der Sprecher.

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Eins lässt sich dennoch sagen: Wer glaubt, sein ING-Konto werde auf ewig kostenlos bleiben, sollte die Entwicklung genau beobachten. Denn einst war kein monatlicher Geldeingang nötig, damit das Konto kostenlos ist. Dann waren es 700 Euro, jetzt sind es 1.000 Euro. Der Konzern hat klar signalisiert, wohin die Reise geht. Die Frage ist nicht mehr, ob die Kontoführungsgebühren in Form des Abo-Modells kommen, sondern wann und zu welchem Preis.

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1 Kommentar

  1. Karsten Frei
    Es gibt genug Alternativen. Da freut sich die Konkurrenz. Aber schön zu wissen, dass so was gibt.
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