Spioniert dein Partner dich mit Spy-Apps aus? Welche Apps sind legal?

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In einer Beziehung sollte Vertrauen an erster Stelle stehen. Doch in der Praxis sieht es oftmals ganz anders aus. Viele nutzen sogenannte Spionage-Apps, um den Partner zu überwachen. Doch ist das überhaupt legal? Und wie erkennt man Stalkerware?
Smartphone in einer Hand

Spioniert dein Partner dich mit Spy-Apps aus? Welche Apps sind legal?

WhatsApp-Nachrichten, Fotos und Anruflisten. Das alles und noch viel mehr können Spionage-Apps abrufen und auf einem anderen Gerät anzeigen. Bis hin zur Live-Standortübermittlung und Mikrofon-Aufzeichnungen. Zuletzt hat Bryan Fleming, ein US-Anbieter der Spy-App „pcTattletale“ an eigener Haut erfahren, dass das nicht unbedingt legal ist. Er plädierte Medienberichten zufolge selbst auf schuldig und erwartet nun seine Verurteilung. Und in Deutschland? Hier ist Stalkerware zwar im Allgemeinen legal, allerdings nur für bestimmte Szenarien.

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Darf man den Partner per App ausspionieren?

Kurz und knapp: Nein. Spionage-Software zur Überwachung des Partners oder eines anderen Erwachsenen einzusetzen, verstößt hierzulande gegen das Gesetz. Auch ist es alles andere als ein Kavaliersdelikt. Stattdessen drohen den Tätern bis zu zwei Jahre Haft. Doch es gibt Ausnahmen.

In einigen Fällen kann Spy-Software tatsächlich legal sein. „Wenn sie für legale Einsatzzwecke gedacht ist, zur Überwachung der eigenen Kinder beispielsweise oder von Mitarbeiter*innen“, sagt Franziska Görlitz, Juristin bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte, gegenüber netzpolitik.org. Wichtig ist dabei allerdings nicht nur der angedachte Einsatzzweck, sondern auch die tatsächliche Nutzung. Eine Kinderschutz-App für illegale Aktivitäten zu verwenden, verstößt selbstverständlich ebenfalls gegen das Gesetz.

Und wie steht es um die Anbieter? Laut Informationen von netzpolitik.org warb die Kinderschutz-App „mSpy“ per E-Mail im Januar 2025 damit, dass 20 Prozent aller Verheirateten fremdgingen, und dass die Beweise dafür auf den Telefonen zu finden seien. Dennoch scheint die Rechtslage hier nicht ganz so eindeutig zu sein: „Ob man in der Werbung schon eine konkrete Anstiftung zu einer Straftat sehen kann, ist unklar“, so Görlitz. Für eine Verurteilung müsse vor Gericht unter anderem auch bewiesen werden, dass die Verantwortlichen von dieser speziellen E-Mail-Kampagne wussten und dass sie die App vorsätzlich so haben gestalten lassen.

Was eine etwaige Untersuchung zusätzlich erschweren würde, ist, dass die meisten Anbieter ihren Sitz im Ausland haben.

Spionage-Apps auf dem Smartphone aufspüren

Ganz so einfach ist es leider nicht, Spionage-Apps aufzuspüren. Insbesondere, wenn man viele Apps installiert hat. Zunächst einmal empfiehlt es sich, alle Apps in den Einstellungen zu überprüfen, die Zugriff auf die Geräteverwaltung bzw. Administratorrechte haben. Diese wird oftmals benötigt, damit die Stalkerware uneingeschränkt agieren kann. Ferner sollte man auf verdächtige Anzeichen achten. Wird etwa bei Android ein grüner Punkt auf dem Display eingeblendet, bedeutet es, dass etwa Kamera, Mikrofon oder Standortdienste abgerufen werden – verdächtig, solltest du momentan keine entsprechenden Apps nutzen. Ebenfalls verdächtig ist es, wenn sich Funktionen wie „GPS“ plötzlich und ohne dein Zutun einschalten.

Zu guter Letzt könnte man die Liste aller installierten Apps durchgehen und unbekannte Anwendungen darauf überprüfen, welche Berechtigungen diese haben. Das ist generell sinnvoll, denn dabei könntest du nicht nur Spionage-Apps, sondern möglicherweise auch andere Malware aufspüren.

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