„Noch zwei Jahre“: Technikchef kündigt Lösung für größtes Mähroboter-Problem an

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Der Markt für Mähroboter boomt. Das beweisen neue Verkaufszahlen des Herstellers Navimow, der 2025 satte 297.000 Rasenmäherroboter mehr verkauft hat, als noch 2022. So beeindruckend die Zahlen sind, verwundert der Trend nicht. Denn die Mähroboter sind technisch deutlich weiter, als viele vermuten.
Navimow X4-Serie

Navimow X4-Serie

Viele Schwachstellen bei Mährobotern sind bereits ausgemerzt. Jahr für Jahr werden die Gartenroboter intelligenter. Beim Launch-Event in Paris hat uns Navimows Technikchef verraten, wie lange es noch dauert, bis auch das allerletzte nervige Mähroboter-Problem nachhaltig gelöst wird.

Eines der beiden größten Mähroboter-Probleme ist bereits gelöst

Die Navigation galt immer als einer der Schwachpunkte bei Mährobotern. Kunden mussten in der Vergangenheit mühevoll per Hand einen Begrenzungsdraht im Boden verlegen, damit der Roboter zu jeder Zeit weiß, wo „seine“ Spielwiese ist. Nun setzt der Hersteller Navimow den neuen Standard für eine kabellose Lösung.

Denn Herzstück der neuen Navimow-Produktreihe ist EFLS™ LiDAR+, ein KI-gestütztes Triple-Fusion-System, das hochauflösendes Solid-State-LiDAR, präzise Network-RTK-Positionierung und visuelle Erkennung miteinander kombiniert. Klingt nach einer Anordnung unverständlicher Fachbegriffe, ist aber recht simpel. Du benötigst kein Kabel und auch keine physische Antenne mehr. Im Prinzip kannst du die Mähroboter per „Plug & Play“ einrichten.

Der Kantenschnitt: Technische Gründe für die Mähroboter-Verzweiflung

Der Kantenschnitt gilt immer noch als die größte Schwäche von Mährobotern. Einerseits, weil die Mähwerke konstruktionsbedingt nicht bis zur Geräteaußenkante reichen. Die rotierenden Klingen sitzen bewusst weiter innen unter dem Gehäuse, um seitlichen Kontakt mit Füßen, Händen, Kindern oder Haustieren zu vermeiden. Was bleibt, ist ein schmaler, ungeschnittener Streifen Rasen, der manuell nachgearbeitet werden muss.

Ecovacs Goat O500 Panorama Schneidewerkzeug

Hinzu kommen technische Sicherheitsabstände: Sensoren, Stoßleisten oder virtuelle Grenzen sorgen dafür, dass der Roboter vor Hindernissen abbremst oder wendet, bevor er diese tatsächlich erreicht. Selbst moderne GPS– oder RTK-Systeme arbeiten mit Sicherheits-Puffern, da selbst kleinste Positionsabweichungen sonst zu Kollisionen oder Schäden führen könnten.

Regulatorische Herausforderungen für Hersteller

Im Interview hat uns Calvin Chen CTO (Chief Technology Officer) von Navimow, verraten, dass es noch zwei Jahre dauert, bis Navimow und vermutlich auch weitere Hersteller eine nachhaltige Lösung für den kantennahen Schnitt finden. Denn eine der größten Hürden, laut Calvin Chen, ist die europäische Norm EN 50636-2-107, die Hersteller einhalten müssen.

Sie schreibt vor, wie Rasenmäherroboter konstruiert sein müssen, damit sie sicher sind. Dazu zählen Gefahren durch rotierende Messer, fahrende Bewegungen, Kippen, Anheben oder elektrische Bauteile. Die Norm stellt sicher, dass von einem Mähroboter keine unvertretbaren Verletzungsrisiken für Menschen, Tiere oder die Umgebung ausgehen. Ergänzend regelt die ISO 13849 die funktionale Sicherheit der Steuerungssysteme. Diese Vorgaben priorisieren den Schutz von Menschen klar vor maximaler Schnittkante.

Bildquellen

  • ecovacs-goat-o500-panorama-schneidewerkzeug: inside digital
  • ecovacs-goat-o500-panorama-im-test: inside digital
  • navimow-x4: Navimow

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