Neue Regeln für Bargeld in Deutschland: Das soll bald verboten werden

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Neue Regeln fürs Bargeld stehen im Raum und könnten den Alltag spürbar verändern. Die Regierung plant erneut einen Anlauf und ruft ein Verbot aus, weil dem Staat zig Milliarden Euro durch die Lappen gehen.
Neue Regeln für Bargeld in Deutschland: Das soll bald verboten werden
Neue Regeln für Bargeld in Deutschland: Das soll bald verboten werdenBildquelle: Zigmunds Dizgalvis / Shutterstock

Die Deutschen lieben Bargeld. Das behaupten sie zumindest immer wieder. Aber die Wirklichkeit hat sich leise weitergedreht. Kartenzahlung ist auf dem Vormarsch, selbst kleine Beträge beim Bäcker und im Café werden immer öfter mit Karte bezahlt. Währenddessen ersetzt das Handy bei vielen Menschen das Portemonnaie. Und dann steht man doch wieder vor diesem einen Schild: „Nur Barzahlung“. Oder noch besser: „Kartenzahlung erst ab 10 Euro“. Willkommen im Jahr 2003. Das Problem ist bekannt und nervt seit Jahren. Büdchen, Dönerladen, Barber Shop – oft heißt es: Bargeld, keine Kartenzahlung. Offiziell liegt das an Gebühren, Technik, schlechter Verbindung. Inoffiziell hat da jemand eine deutlich einfachere Erklärung. Und plant ein Verbot!

Bargeld: Von Verboten und Gebühren

Der Berliner CDU-Fraktionschef Dirk Stettner sagt es so: Wer nur Bargeld will, hat meist einen guten Grund. Und seiner Ansicht nach hat der selten mit Kundenfreundlichkeit zu tun. Sondern eher mit Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit. „Mir fällt kein sonstiger Grund ein, warum jemand auf Cashzahlung besteht, als an der Steuer vorbei arbeiten zu wollen“, sagt Stettner. Und da hier der Politik Gelder durch die Lappen gehen könnten, will man eine neue Bargeld-Regel aufstellen. Münzen und Scheine dürfen zwar bleiben, aber künftig soll mindestens ein digitales Zahlungsmittel Pflicht werden – egal ob im Restaurant, beim Metzger oder im Kiosk an der Ecke. Kein Zwang zur Karte, aber eben auch kein komplettes Verweigern mehr.

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Rechtlich ist die Lage bisher erstaunlich locker. Zusatzgebühren für Kartenzahlung sind verboten, aber ein Geschäft darf sie schlicht ablehnen. Oder einfach bestimmen: Kartenzahlung erst ab 25 Euro möglich. Das soll sich ändern – vermutlich über Anpassungen im Bürgerlichen Gesetzbuch oder in der Gewerbeordnung.

Dem Staat entgehen zig Milliarden

Die Begründung der Politik: In Bargeld-Branchen verschwinden jedes Jahr Milliarden. 10 bis 15 Milliarden Euro an Steuern sollen allein in Gastronomie und Co. verloren gehen, dazu kommen Sozialabgaben aus Schwarzarbeit. Insgesamt ist von bis zu 70 Milliarden Euro Schaden die Rede. Ganz neu ist die Idee nicht. Schon die vorherige Bundesregierung hatte das Thema auf dem Zettel. Passiert ist damals aber nichts. Im Koalitionsvertrag von 2025 der CDU und SPD wurde das Thema wieder aufgekocht.

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„Wir stellen sicher, dass jeder weiterhin selbst entscheiden kann, wie er bei Geschäften des Alltags bezahlt. Das Bargeld als gängige Zahlungsform erhalten wir“, erklärte die Regierung. Dabei weiß sie aber, dass die Zukunft des Bezahlens digital ist. So wolle man sich zunächst für „Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr“ einsetzen. Das soll dazu führen, dass in Zukunft auch Bäcker, Büdchen und Co. neben Bargeld auch „mindestens eine digitale Zahlungsoption“ anbieten müssen. Jetzt der nächste Anlauf. Mit dem Versprechen, Bargeld nicht abzuschaffen, sondern zu ergänzen. Und sollte es so weit kommen, dass jedes Lädchen ein EC-Karten-Gerät haben muss, dann ist es vielleicht einfach immer wieder mal defekt, wenn man ohne Bargeld zahlen möchte.

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