Schon nach den ersten Minuten ist klar, dass hier größer gedacht wurde als üblich. Nicht nur optisch, sondern auch erzählerisch. Statt sich an Trends anzubiedern, baut der Film konsequent sein eigenes Universum auf: rau, düster und erstaunlich detailverliebt.
Eine Welt, die größer ist als ihre Figuren
Der Film nimmt sich erstaunlich viel Raum, um sein Universum atmen zu lassen. Unterschiedliche Kulturen, fremdartige Planeten und eine klare Machtstruktur sorgen dafür, dass sich alles organisch anfühlt. Nichts wirkt zufällig oder nur als Kulisse für Action gedacht. Gerade diese Konsequenz macht den Reiz aus. Die Geschichte erzählt nicht einfach von Gut gegen Böse, sondern von Unterdrückung, Widerstand und dem Preis von Freiheit. Das verleiht der epischen Erzählung ein Gewicht, das weit über reine Schauwerte hinausgeht.
Wenn Schlachten wieder Ehrfurcht erzeugen
Mortal Engines spielt in einer fernen Zukunft, nachdem ein verheerender Krieg die Erde verwüstet hat. Die Menschheit hat daraus eine ebenso absurde wie brutale Konsequenz gezogen: Städte stehen nicht mehr still, sie fahren. Auf gigantischen Ketten und Rädern jagen mobile Metropolen kleinere Siedlungen, um sie zu verschlingen und ihre Ressourcen zu verwerten.
Im Mittelpunkt steht London, eine rollende Superstadt, die als gnadenloser Jäger durch die Ödlande zieht. Als der junge Historiker Tom Natsworthy auf die geheimnisvolle Hester Shaw trifft, gerät dieses System ins Wanken. Hester ist keine klassische Heldin, sondern eine gezeichnete, wütende Figur, die eine persönliche Rechnung offen hat.
Spektakel mit Substanz und mehr als nur große Bilder
Visuell ist Mortal Engines eine Ansage. Die fahrenden Städte gehören zu den eindrucksvollsten Designs, die das Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Jede Bewegung fühlt sich schwer an, jede Verfolgungsjagd hat echtes Gewicht. Doch der Film ruht sich nicht nur auf seiner Optik aus. Die Action dient der Welt, nicht umgekehrt. Kämpfe sind dreckig, gefährlich und selten glorifiziert. Gleichzeitig traut sich der Film, Figuren scheitern zu lassen und Entscheidungen nicht zurückzunehmen.
Dass Mortal Engines als Auftakt einer geplanten Reihe gedacht war, merkt man. Nicht jede Handlung wird abgeschlossen, nicht jede Figur auserzählt. Genau das kann man kritisieren oder als Einladung verstehen, tiefer in diese Welt einzutauchen.
