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Krisenbonus von 1.000 Euro: Deshalb werden viele Deutsche die Entlastungsprämie nicht bekommen

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Einfach so 1.000 Euro extra vom Chef – steuerfrei und als Hilfe in der Krise gedacht. Klingt nach einem guten Deal. Doch so einfach ist das mit dem neuen Krisenbonus nicht. Wie bei der Inflationsprämie werden viele am Ende wohl leer ausgehen.
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Krisenbonus von 1.000 Euro: Deshalb werden viele Deutsche die Entlastungsprämie nicht bekommenBildquelle: Stefan Schweihofer / Pixabay

Die Bundesregierung hat wieder einen Bonus erfunden. Diesmal heißt er Entlastungsprämie und soll die finanziellen Folgen des Iran-Kriegs abfedern. Die Idee ist nicht neu, eher ein politisches Déjà-vu: Wenn es teuer wird, verteilt man steuerfreie Extras und hofft, dass es sich nach Hilfe anfühlt. Doch das Problem an der Idee: Der Krisenbonus dürfte denen helfen, die nicht auf Hilfe angewiesen sind, während die anderen leer ausgehen.

Krisenbonus: Wann wird er ausgezahlt?

Bis zu 1.000 Euro sollen Beschäftigte bekommen können – steuer- und abgabenfrei. Zahlen sollen das aber nicht etwa Staat oder Finanzamt, sondern die Arbeitgeber. Die dürfen den Bonus im Jahr 2026 auszahlen, einmalig oder gestückelt. Aber: Sie müssen es nicht. Und genau da beginnt das Problem, das in den Regierungspapieren eher klein gedruckt wurde. Denn die Prämie ist freiwillig. Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf den Krisenbonus. Wer einen großzügigen Arbeitgeber hat oder in einem tarifgebundenen Betrieb arbeitet, kann Glück haben. Wer Pech hat, bekommt gar nichts – außer vielleicht eine E-Mail mit freundlichen Worten über schwierige Zeiten.

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Ein Blick zurück hilft, die Dimension zu verstehen. Bei der Inflationsausgleichsprämie, dem großen Vorbild dieses Modells, lief es ähnlich. Zwar bekamen laut Statistischem Bundesamt rund 86 Prozent der Tarifbeschäftigten Geld, im Schnitt sogar ordentlich viel. Doch außerhalb der Tarifwelt sah es deutlich düsterer aus: Dort profitierte nur gut ein Drittel. Der Rest ging leer aus – trotz Krise, trotz steigender Preise. Das Gastgewerbe und Arbeitnehmer in Dienstleistungsbetrieben etwa. Enzo Weber, vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung erklärt im ZDF: „Diejenigen, die nicht so viel verdienen, bekommen auch nicht so viel Entlastung.“

Wer keine Entlastungsprämie bekommt

Das dürfte sich nun wiederholen. Große Unternehmen und Konzerne können sich den Bonus eher leisten und nutzen ihn gern als Mittel zur Mitarbeiterbindung. Kleine Betriebe hingegen rechnen genauer. Wer ohnehin mit steigenden Kosten kämpft, wird kaum zusätzlich 1.000 Euro pro Kopf verteilen. „Die 1.000 Euro Entlastungsprämie ist für viele Unternehmen nicht möglich, da sie mit den gestiegenen Kosten ums Überleben kämpfen“, erklärt der Bund der Steuerzahler. Der Krisenbonus wird so zur Frage der wirtschaftlichen Lage – nicht der sozialen Gerechtigkeit.

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Offiziell klingt das alles nach Entlastung für viele. In der Praxis bleibt es ein Angebot mit vielen Unbekannten. Die Regierung spart sich direkte Ausgaben, erhöht nebenbei die Tabaksteuer und verweist auf kommende Steuerreformen, die irgendwann greifen sollen. Bis dahin gilt: Wer den Krisenbonus bekommt, darf sich freuen. Wer nicht, hat immerhin die Gewissheit, dass er theoretisch möglich gewesen wäre.

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