Der Ort Spremberg in Brandenburg zeigt, wie hart dieser Kurs vor Ort ankommt. Ende Juni 2026 sollen dort alle Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker der Deutschen Bank verschwinden. Die Filiale bleibt zwar bestehen. Sie arbeitet dann aber nur noch als Beratungsstandort. Für Kunden ist das kein kleines Detail. Es geht um Bargeld, Kontoauszüge und einfache Bankwege. Wer nur schnell Geld holen will, steht vor einem Problem. Denn im kompletten 20.000-Seelen-Ort gibt es keinen Geldautomaten der Deutschen Bank mehr. Einem Artikel der BZ zufolge verweist die Bank auf Supermarktkassen.
Der Rückzug trifft längst nicht nur Spremberg
Spremberg ist kein Einzelfall. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate lassen sich nach Medienberichten mindestens 15 Fälle nennen, in denen der Wegfall von Geldautomaten oder ganzer Selbstbedienungszonen ausdrücklich genannt wird. Dazu zählen unter anderem Ribnitz-Damgarten, Coburg, Gifhorn, Dormagen, Hannover, Langenhagen, Pirmasens, Köln-Rodenkirchen, Schwetzingen, Lahr, Monheim am Rhein, Langenfeld, Köln-Braunsfeld, Bad Tölz und Reinbek.
Das Muster wiederholt sich. Filialen schließen. Standorte werden umgebaut. Aus klassischen Filialen werden Beratungsorte oder Private-Banking-Center. Was dabei oft entfällt, ist der Selbstbedienungsbereich. Geldautomaten, Banking-Terminals und Kontoauszugsdrucker verschwinden. Für Kunden bleibt dann häufig nur der Verweis auf andere Städte, auf Supermärkte oder auf digitale Angebote.
Genau hier liegt das Problem. Beratung ersetzt keinen Automaten. Ein Kreditgespräch hilft dir nicht, wenn du am Samstag Bargeld brauchst. Auch der Hinweis auf das Online-Banking greift zu kurz. Überweisungen lassen sich digital erledigen. Bargeld lässt sich so nicht aus dem Handy holen. Die Deutsche Bank hatte den weiteren Rückbau ihres Filialnetzes bereits Anfang 2026 selbst umrissen. Privatkundenvorstand Claudio de Sanctis kündigte an, bis Ende 2026 sollten im Rahmen laufender Programme noch rund 100 Standorte wegfallen.
Vor allem ältere Kunden zahlen den Preis
Der Fall Spremberg macht die Folgen besonders sichtbar. Dort schildert eine Kundin, dass sie weiterhin bar zahlt und Online-Banking für sie keine echte Alternative ist. Noch deutlicher wird es beim Blick auf ältere Menschen. Wer unsicher zu Fuß ist, kein Auto hat oder digitale Angebote meidet, verliert mit jedem abgebauten Automaten ein Stück Selbstständigkeit.
Hinzu kommt ein Sicherheitsproblem. Bargeld an der Supermarktkasse wirkt in Bankzentralen praktisch. Für manche Kunden ist es das nicht. Wer sichtbar Geld abhebt und danach den Laden verlässt, fühlt sich nicht unbedingt sicher. Gerade ältere Menschen sehen darin ein Risiko.
Die Bank spart, Kunden organisieren sich neu
Aus Sicht der Bank ist der Kurs nachvollziehbar. Der Betrieb von Automaten kostet Geld. Schutz, Technik und Wartung sind teuer. Doch wirtschaftlich logisch heißt nicht automatisch kundenfreundlich. Über kurz oder lang dürften sich die Kunden daher vielleicht auch entscheiden, die Bank zu wechseln, und so wieder Service und einen Geldautomaten im Ort zu haben. Oder aber sie wechseln zu einer Direktbank, die keinen Vor-Ort-Service anbietet, dafür aber in der Regel kostenloses Geldabheben an allen Geldautomaten ermöglicht.
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