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Fünf auf einen Streich: Ecovacs überschwemmt die IFA mit Saugrobotern

5 Minuten
Ecovacs stellt zur IFA 2026 fünf neue Deebots zwischen 499 und 1.299 Euro. Unterschiede gibt es nicht nur bei der Saugleistung, sondern auch darin, wie die einzelnen Roboter wischen. Für wen lohnt sich welcher Roboter?
Ecovacs Deebot X12S in der Station
Ecovacs Deebot X12S in der StationBildquelle: Ecovacs

Innerhalb von drei Wochen kommen fünf neue Saug- und Wischroboter in den Handel: das aufgefrischte Flaggschiff Deebot X12S in zwei Varianten, der T90S Pro Omni als Zwischenschritt in der Mittelklasse und darunter die neue Einstiegslinie T90 Max. Die Preisspanne reicht von 499 bis 1.299 Euro. Ich gehe die drei Baureihen der Reihe nach durch.

Deebot X12S: Das Flaggschiff pflegt jetzt sich selbst

Fünf Monate nach dem X12 OmniCyclone folgt der X12S. Das angehängte „S“ verrät schon, worum es geht – Facelift, kein Neustart. Ab dem 9. September stehen zwei Varianten im Handel: der X12S OmniCyclone mit beutelloser PureCyclone-2.0-Entleerung und der X12S Pro Omni mit klassischem Staubbeutel.

Ecovacs Deebot X12S bei der Reinigung
Ecovacs Deebot X12S bei der Reinigung Bildquelle: Ecovacs

Der eigentliche Clou sitzt im Dock. Der Schmutzwasserbehälter wird künftig automatisch gereinigt und zeitgesteuert erhitzt, laut Ecovacs ein Novum im eigenen Portfolio. Ziel: weniger Ablagerungen und weniger Gerüche. Genau diese Dock-Pflege habe ich im Test des Deebot X8 Pro Omni als lästigsten Punkt notiert. Dazu kommt „Giant Wave“: Nach jedem Waschzyklus spült die Station ihre Waschschale mit Hochdruck durch. Die Walze selbst reinigen 32 Düsen mit heißem Wasser, ein zweistufiger Abstreifer presst zudem das Schmutzwasser heraus.

Beim Saugen legt Ecovacs ebenfalls nach. Der neue 53-Air-Watt-Motor hebt die Saugkraft per BLAST-Technologie von 20.000 auf bis zu 27.000 Pa. Zur Einordnung: Der X12 OmniCyclone stand bei 22.000 Pa, der X11 OmniCyclone bei 19.500 Pa. Neu ist außerdem die Milbenkammer. Das ist eine flache Führungsrolle, die Kontakt zum Teppichflor hält, während um 130 Prozent dickere Bürstenleisten die Fasern aufarbeiten. Über 95 Prozent der Hausstaubmilben soll der Roboter so aufnehmen.

An der Wischwalze ändert sich wenig: immer noch eine 27 Zentimeter breite Walze, 220 Umdrehungen pro Minute, 4.000 Pa Anpressdruck. Wirklich neu ist nur die verlängerte Seitenbürste.

Deebot T90S Pro Omni: Die Station kann jetzt Giant Wave

Ein halbes Jahr nach dem T90 Pro Omni folgt der T90S Pro Omni. Auch hier steckt die interessantere Neuerung im Dock: Fresh-flow Power Washing wäscht die Walze, anschließend flutet Giant Wave die Bodenplatte der Omni-Station und spült Rückstände weg, bevor sie antrocknen. Die obere Schicht der Platte lässt sich zusätzlich austauschen. Wer schon einmal eine verkrustete Waschwanne von Hand ausgekratzt hat, weiß, was das im Alltag wert ist.

Station des Ecovacs Deebot T90 Max Pro Omni
Station des Ecovacs Deebot T90 Max Pro Omni Bildquelle: Ecovacs

Die Schlagzeile liefert trotzdem die Saugkraft: 40.000 Pa statt 30.000 Pa. Klingt nach einem Drittel mehr Power. Nur steigt der Luftstrom laut Datenblatt von 16 auf 16,45 l/s, also um knapp drei Prozent. Pascal wird am abgedichteten Rohr gemessen, gesaugt wird im Wohnzimmer aber mit Luftstrom.

Handfester ist der 53-AW-Motor mit verstärkter Doppel-Lagerkonstruktion. Beim Wischen bleibt es bei der Wischwalze. Neu ist dagegen die Kantenreinigung mit Filz-Luftschutz, die Sockelleisten und Möbelbeine beim Ausfahren der Walze vor Kratzern schützen soll. Auf einen Lidar-Turm verzichtet Ecovacs erneut, ein Mini-ToF-Sensor und Aivi 3D 4.0 übernehmen die Navigation. Das Gehäuse bleibt bei 9,5 cm. Der 4.000-mAh-Akku lädt in 2,5 Stunden voll, per PowerBoost kommen zehn Prozent in drei Minuten nach. Somit verspricht Ecovacs bis zu 1.000 Quadratmeter am Stück, doppelt so viel wie beim T90 Pro Omni.

Deebot T90 Max Omni und Max Pro Omni: Der Einstieg ab 499 Euro

Nach unten erweitert Ecovacs die T90-Reihe um zwei Modelle für 499 und 599 Euro, ebenfalls ab dem 9. September und zunächst bei Otto. Beide übernehmen große Teile der Technik aus dem 799 Euro teuren T90 Pro Omni vom Frühjahr.

Allein in der T90-Reihe stehen damit fünf Modelle nebeneinander. Beim T50 markierte das Kürzel „Max“ noch die bessere Variante, hier bezeichnet es die günstigere Einstiegslinie.

Wischwalze des Ecovacs Deebot T90S Pro Omni
Wischwalze des Ecovacs Deebot T90S Pro Omni Bildquelle: Ecovacs

Gewischt wird mit derselben 27-cm-Walze der OZMO-Roller-3.0-Generation, 200 Umdrehungen pro Minute, 32 Strahlrichtungen für Frischwasser, auf Teppich hebt sie sich um 15 Millimeter an. Gespart wird woanders: Die Hinderniserkennung läuft über strukturiertes Licht (TrueDetect 3D) statt über eine KI-Kamera, Schwellen nimmt der Roboter nur bis 2 cm. Aber ein Klettersystem fehlt. Schließlich verbaut Ecovacs einen 5.200-mAh-Akku, der in 3,5 Stunden vollgeladen ist.

Warum das Flaggschiff mit 27.000 Pa der stärkste Sauger ist

Der 599 Euro teure T90 Max Pro Omni wirbt mit 40.000 Pa, das 1.299-Euro-Flaggschiff X12S nur mit 27.000 Pa. Beide Angaben stimmen – trotzdem saugt der X12S kräftiger. Denn Pascal misst nur den Unterdruck am abgedichteten Rohr. Im Wohnzimmer ist die Düse offen, und dort transportiert die bewegte Luft den Schmutz. Der X12S bewegt 27 Liter pro Sekunde, alle T90-Modelle kommen auf 16,45 l/s.

Die Größe, die beides zusammenfasst, ist Air Watt: die Leistung, die am Boden ankommt. Der X12S liefert 53 AW, die günstigeren Modelle bleiben unter 30 AW. Wer Saugroboter vergleicht, sollte also nach Air Watt und Luftstrom suchen, da ein isolierter Pa-Wert wenig sagt. 

Dass die Wischwalze das derzeit beste Prinzip ist, zeigen dagegen auch Narwal Flow 2 (zum Test) und der Roborock Qrevo Edge 2 (Test). Genau die steckt hier in jedem der fünf Modelle und bleibt das stärkste Argument.

Preise, Rabatte und mein Rat

Der X12S OmniCyclone kostet 1.299 Euro, der X12S PRO OMNI 1099 Euro, bis zum 23. September mit 100 Euro Rabatt. Die T90-Max-Modelle liegen bei 499 und 599 Euro, im selben Zeitraum 50 Euro günstiger. Der T90S Pro Omni startet am 24. September bei 799 Euro und kostet vom 29. September bis 7. Oktober 699 Euro.

Mein Rat bleibt derselbe: abwarten. Der X11 OmniCyclone fiel binnen eines halben Jahres von 1.299 auf 749 Euro, der T90 Pro Omni startete bei 799 Euro und ist heute ab rund 500 Euro zu haben.

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