GEZ-Gebühr steigt: So teuer wird's 2027

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Nach jahrelanger Debatte um steigende Gebühren drohte eine Erhöhung des monatlichen Rundfunkbeitrags für die Nutzung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die KEF hatte im Februar 2024 zunächst 18,94 Euro vorgeschlagen, eine Erhöhung um 58 Cent gegenüber dem Bestand von 18,36 Euro.
Logos von ARD und ZDF auf einem Monitor in einem TV-Studio.

Der Rundfunkbeitrag könnte weniger stark steigen als angenommen.

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat ihre Empfehlung korrigiert: In dem Bericht, den die KEF an die Bundesländer übergeben hat, empfiehlt sie, den Beitrag zum 1. Januar 2027 auf 18,64 Euro pro Monat anzuheben, also um 28 Cent monatlich.

Darum soll die GEZ-Gebühr weniger stark steigen

Hinter dieser ungewöhnlichen Neubewertung stehen laut KEF mehrere Faktoren: Es ist mehr Geld als erwartet eingegangen, vor allem weil sich die Zahl der beitragspflichtigen Wohnungen günstiger entwickelt hat als prognostiziert. Schon kleine Abweichungen machen viel aus. Wenn es ein Prozent mehr oder weniger Haushalte gibt als angenommen, verändert das den Monatsbeitrag rechnerisch laut KEF um rund 20 Cent.

Am eigentlichen Finanzbedarf hat sich dagegen kaum etwas geändert. Für die Jahre 2025 bis 2028 erkennt die KEF einen Gesamtaufwand von 42 Milliarden Euro an. Das entspricht einem jährlichen Zuwachs von 2,2 Prozent gegenüber der vorherigen Periode.

Dass die Kommission ihre Empfehlung in einer laufenden Beitragsperiode nach unten anpasst, ist ungewöhnlich. Zwischenberichte führen in der Regel nicht zu einer veränderten Beitragshöhe. Die aktuelle Lage gilt jedoch als Sonderfall. Das hängt auch mit der politischen Blockade zusammen: Die ursprünglich vorgeschlagene Erhöhung auf 18,94 Euro wurde nicht umgesetzt. Wäre sie in Kraft getreten, hätten die Mehreinnahmen in eine Rücklage fließen können, die in der nächsten Periode dämpfend auf den Beitrag gewirkt hätte. Dieses Instrument steht nun nicht zur Verfügung.

Im Anschluss liegt der Ball bei den 16 Bundesländern: Bis Ende 2026 müssen sie in einem staatsvertraglichen Verfahren die Beitragserhöhung auf die nun empfohlenen 18,64 Euro festschreiben. Nur wenn alle Bundesländer zustimmen, kann die Erhöhung auch tatsächlich erfolgen.

Rundfunkbeitrag könnte 2026 schon Thema vor Gericht werden

Gegen die ausgebliebene Erhöhung auf 18,94 Euro hatten ARD und ZDF Verfassungsbeschwerde eingelegt. Mit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wird in diesem Jahr gerechnet. Dass Karlsruhe noch von der früheren Empfehlung von 18,94 Euro ausgeht, gilt als wenig wahrscheinlich. Mit der neuen Empfehlung von 18,64 Euro liegt nun eine aktualisierte Berechnungsgrundlage vor, für die Politik ebenso wie für das Gericht.

Für dich als Verbraucher heißt das: Dieses Jahr bleibt es voraussichtlich bei 18,36 Euro. Ab 1. Januar 2027 steht eine moderate Erhöhung auf 18,64 Euro im Raum. Endgültig entschieden wird über die Beitragshöhe im Verfahren der Länder, parallel kann die Entscheidung aus Karlsruhe für zusätzliche Bewegung sorgen.

Bildquellen

  • GEZ-Hammer! Rundfunkbeitrag verstößt gegen das Gesetz: inside digital mit Material von David Balev / Unsplash & Beitragsservice
  • GEZ-Gebühr: Mit dieser Überraschung hat niemand gerechnet: Microsoft Copilot

9 Kommentare

  1. Jürgen Günther
    Die GEZ-Gebühren sollen - falls wirklich nötig - moderat angehoben werden! Dafür bitte die nervige Werbung sparen (Pharma & Co.)!
  2. Bernhard Eberhardt
    Ich sehe nicht ein, dass mit Zwangsbeiträgen Intendantengehälter finanziert sind, die höher sind als Ministergehälter und ich sehe nicht ein dass einerseits Vorstände Abfindungen oder Ruhegelder bekommen, die teils im Millionenbreich liegen, andererseits die große Masse in den unteren Etagen als "freie Mitarbeier" finanziell-existenziell von der oberen Riege im ÖTV abhängig ist und demtentsprechend eben nicht frei sondern viel eher hörig ist. Das ist ein NO GO (!!), sofern alles mit üppigen Zwangsbeiträgen finanziert wird. Deshalb: Echte Reformen oder Abschaffung der Zwangsbeiträge. Es geht nicht darum, ob die Beiträge um soundsoviel erhöht werden. Das ist in keiner Weise der Punkt!
  3. Ralph
    Keine 20 Euro für eine öffentlich finanzierte Medienlandschaft, die unter anderem phantastische Inhalte für Kinder produziert. Tja, man muss schon mental vereinsamt sein, wenn einem nur der eigene, begrenzte und direkte Nutzen wichtig ist. Aber selbstverständlich müssen Menschen, denen diese Gebühren wirklich weh tun, davon entlastet werden.
  4. Frau Hempel
    komplett abschaffen! ich habe keinen Vertrag mit denen abgeschlossen und muss!!! zahlen. dann auch noch Werbung bringen und geld dafür kassieren! ständig Wiederholungen ist zum.....
  5. Herr Hempel
    Sehr geehrte Frau Hempel, halten Sie lieber ihre eigene Wohnung in Ordnung, bevor sie vermeintliche Missstände in Deutschland kritisieren. Alleine wie es wohl unter ihrem Sofa aussehen muss 😱 Das pfeifen schon seit Jahrzehnten die Spatzen von den Dächern 🤦🏽‍♂️
  6. Tom Hofmann
    Nicht vergessen: Alle Beraubten - also die wo keinen TV haben und nie einen wollten - sollen umgehend eine Auskunft nach DSVGO anfordern. Du willst detailierte Auskunft was über dich gespeichert ist und wo sie deine Daten herhaben. Desweiteren können die GEZ-Gebühren ja mal an die falsche Landesrundfunkanstalt gehen. Sie müssen die dann umbuchen.
  7. Fritz Feierabend
    Ein Großteil der Zwangsgebühren wandert in die Geldbörsen der Intendanten und Mitarbeiter. Das Programm verliert immer mehr an Qualität. In den Ländern, wo die Rundfunkgebühren abgeschafft wurden, hat die Politik das Programm nicht verändert, oder gar eingegriffen. Wir in Deutschland zahlen Gebühren und werden trotzdem nicht objektiv informiert, weil nur das gesendet werden darf, was von unseren unehrlichen Politikern gestattet wird. Natürlich wird den Anweisungen der Politiker Folge geleistet, damit sie der nächsten Gebührenerhöhung zustimmen uns es in den Geldbörsen der Intendanten so richtig klingelt. Am Radio und Fernsehprogramm wird schon lange stark gespart. Deshalb ist kaum noch ein Zwangsgebührenzahler mit dem langweiligem Programm einverstanden. Sparen könnte man auch, wenn zum Beispiel das Morgenmagazin und das Mittagsmagazin von ARD und ZDF nicht gleichzeitig auf ARD, ZDF und tagesschau24 gesendet würde. So könnten während der Sendezeiten der Magazine 2 Sendernetze abgeschaltet werden und viel Energie eingespart werden. Auch im Digitalradio DAB+ belegt der WDR eine Vielzahl an Sendeplätzen, welche nur von Montags bis Freitags für kurze Lokalnachrichten genutzt werden. Das ist Energieverschwendung, welche wir Gebührenzahler ob wir wollen oder nicht bezahlen müssen. Beim KIKA ist von 21 bis 6 Uhr Sendeschluss, aber es wird munter weiter gesendet, anstatt mal den Bildschirm schwarz zu lassen. Intendanten könnten auch von 100.000,00 Euro pa plus Boni und Sonderzahlungen und Bestechungsgeldern gut leben. Leider sind öffentliche Einrichtungen nicht zum Sparen verurteilt. Dann wird einfach an der Gebührenschraube gedreht und wer nicht zahlen tut, der muss leider ins Gefängnis. Aber auch Städte und Gemeinden drehen mit Vergnügen an den Gebührenschrauben, z. B. für Wassergeld, Müllabfuhr und Straßenreinigung, weil sie mit dem Geld der Bürger nicht wirtschaftlich umgehen können. Das Jahr 2026 wird für uns kleine Leute wieder ein teures Jahr, trotzdem allen Lesern frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
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