Angriff auf die AVM FritzBox: WLAN-Router mit Wifi 6 für unter 80 Euro

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WiFi 6 ist der neue WLAN-Standard, der dein Heimnetzwerk aufpimpen soll. Schnellere Datenübertragung und deutlich mehr Geräte sind möglich. Bisher waren die Router aber oft recht teuer. Jetzt gibt es das erste Gerät für unter 80 Euro.
Honor Router 3
Honor Router 3Bildquelle: Honor

Die Huawei-Tochtermarke Honor bringt den Wifi 6 Plus Router auf den Markt. Sie will mit dem neuen Router nach eigenem Bekunden „den wachsenden Bedarf an Geräten, die Smart Home-Anwendungen unterstützen und so die Zukunft für eine stärker vernetzte Welt rund um das Internet of Things bereiten“. Soweit das Marketing-Sprech. Doch was bringt der Router mit dem Namen „Honor Router 3“?

Ausgestattet ist er mit einem Gigahome Wi-Fi 6 Chipsatz und einer Dual-Core 1,2 GHz CPU. Mittels 1024-QAM („Quadrature Amplitude Modulation“) und 160 MHz WLAN-Spektrum, schafft er es nach Honor-Angaben die Netzwerkgeschwindigkeit auf über 1 Gbps zu erhöhen. Der WLAN-Router ist mit vier bewegbaren Antennen ausgestattet, die eingeklappt werden können. Mit gerade einmal 24,5 x 15,9 x 3,9 Zentimetern ist er auch noch recht handlich, wirkt durch die Antennen aber trotzdem klobig. Rote und grüne LEDs machen den Verbindungsstatus deutlich.

WLAN Mesh System ist möglich

Der Honor Router 3 verfügt über einen WAN-Port und drei LAN-Ports, die eine automatische Geschwindigkeitsanpassung zwischen 100Mbps und 1000Mbps unterstützen. So kannst du auch Geräte per LAN-Kabel anschließen. Über den WAN-Port verbindest du den Router mit deinem Modem. Hier solltest du darauf achten, ein ausreichend schnelles Kabel zu nutzen.

Benötigst du in deiner Wohnung mehrere Router für ein vernünftiges WLAN-Netz, so kannst du den Honor Router 3 durch einen Klick auf die „H“-Taste oben auf dem Gerät mit bis zu fünf weiteren Honor-Routern koppeln. Sie bauen dann ein Mesh-Netzwerk auf.

Im Vergleich zu Wi-Fi 5 ermöglicht Wi-Fi 6 dreimal schnellere Netzwerkgeschwindigkeiten, geringere Latenzzeiten und verbraucht darüber hinaus noch 30 Prozent weniger Strom. Mit einer speziellen Target Wake Time kannst du angeschlossene Geräte so einstellen, dass sie nur zu voreingestellten Zeiten funken und sich sonst im Ruhemodus befinden.

Ausgestattet ist der Router 3 von Honor außerdem mit der OFDMA Multi-User-Technologie, die es dem Gerät erlaubt, mit mehreren Smart-Geräten gleichzeitig zu kommunizieren. Dabei handelt es sich um maximal 4 Smart-Geräte bei 2,4 GHz oder maximal 16 Geräte bei 5 GHz. Üblicherweise bedienen WLAN-Router ihre Empfänger nacheinander, wovon der Nutzer, außer einer geringeren Datenrate, wenig merkt. In Sachen Verschlüsselung ist der neue WPA3-Standard schon vorgesehen.

Honor Router 3
Honor Router 3

Wartungs-App mit vielen Features

Interessant ist auch die Wartungs-App für den Router. Mit ihr kannst du angeschlossene Geräte verwalten und so zum Beispiel Geschwindigkeitsbegrenzungen setzen, maximale Internetzeit planen und mehr. Die App verfügt auch über eine Smart-Diagnostik-Einstellung, die eine schnelle Zustandsprüfung bietet, um den Benutzern zu helfen, häufige Probleme zu erkennen, damit sie wieder betriebsbereit sind. Dazu zählen unter anderem Schwierigkeiten wie Wi-Fi-Signalstärke, Firewalls und Internetverbindung. Nach Darstellung von Honor geht das von überall, ermöglicht wird also auch die Fernwartung des Routers.

Unter 80 Euro: Preisangriff auf etablierte Hersteller

Der Router kann ab dem 23. Juli auf der eigenen Shopping-Seite HiHONOR für 79,90 Euro vorbestellt werden. Bis zum 31. Juli 2020 gibt es dazu noch gratis ein HONOR Band 5 und die HONOR Sports Bluetooth Earphones . Der Kopfhörer hat einen Wert von 69,90; das Honor Band 5 kostet üblicherweise 34,90 Euro.

Zum Preisvergleich: Die bei Privatkunden beliebte FritzBox von AVM gibt es derzeit nur als FritzBox 6660 Cable mit WiFi 6. Die Kosten dafür liegen bei über 200 Euro. Andere WiFi 6 Router von Netgear oder Asus sind ebenfalls nur für oftmals hohe dreistellige Euro-Beträge zu haben. Insofern bläst Honor hier zum Angriff auf die etablierten Routermarken.

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5 KOMMENTARE

  1. Da das Gerät kein integriertes Modem hat kann man es wohl kaum als einen Angriff auf die Fritz!Box von AVM verstehen. Es handelt sich lediglich um einen Router mit Access-Point.

  2. Man sollte auch berücksichtigen dass die Fritz Box 7590 (ebenso die 6591) seit dem Update auf FritzOS 7.20 in der Lage ist 160 MHz Bandbreite mit 1024 QAM zu nutzen.

  3. Das hat auch keiner gesagt, aber für kleines Geld gibt es besseres WLAN mit Wifi6. Schaut euch einmal die Rezension für die Fritzbox 6660 an. WLAN mit WiFi 6 ist unterirdisch. Selber habe ich eine 7590 im Modembetrieb und nutze den großen Bruder Huawei WiFi ax3 pro als Wifi-Router. Und der schafft für 80€ mehr, als eine 7590 und ein 2400 Repeater zusammen.

  4. Wow, hier sind wieder ganz Schlaue Leute unterwegs! AVM produziert gute Sachen, da kann man nicht meckern – ok, manchmal schon, aber zeigt mir bitte einen Hersteller (außer Apple vielleicht), der seine Geräte so lange supportet! Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

    Ich war lange Zeit (und bin es immer noch) ein Freund von chinesischen Produkten, aber man muss ganz klar sehen, dass die einfach anders ticken. Es wird verkauft, das war es oft, Support steht hinten an. Qualität….nunja….ist tatsächlich meist billig….wie man über ein Gerät urteilen kann (wie das vorgestellte), welches lediglich vorbestellbar ist, entzieht sich mir…ich könnte jetzt auch ein Gerät mit Hammer Specs zum Vorbestellen anbieten und dann? Man kann so viel mit der Firmware vermurksen, also wartet dich erstmal ab, was das Teil bringt. Und ja: es ist nur ein schäbiger Access Point….gibt’s von TPLink auch und Netgear und bla…..sorry: sind fast alle Mist, denn Qualität kostet….

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