Mit Joybuy startet JD.com jetzt auch in Deutschland. Der Konzern kommt aus China. Der Versand erfolgt aber anders als bei Temu & Co.: aus Deutschland und mit einer eigenen Lieferlogistik. Die Plattform verkauft Technik, Haushaltsgeräte, Beauty, Wohnen, Lebensmittel und Alltagsware. Zum Start nennt Joybuy Marken wie Apple, Bosch, Braun, De’Longhi, HP, LEGO, LG, Philips, Sony und TCL. Damit grenzt sich Joybuy gezielt vom sonstigen China-Ramsch ab und bläst zum Frontalangriff auf Amazon. Es ist übrigens nicht der erste Angriff von JD.com in Deutschland. Denn die Chinesen haben auch Ceconomy geschluckt. Du kennst Ceconomy nicht? Dafür aber die beiden Marken der Firma: Media Markt und Saturn.
Was Joybuy anders machen will
Auffällig ist vor allem das Abo für die Lieferung. JoyPlus kostet zum Start 3,99 Euro pro Monat. Verifizierte Studierende zahlen 2,99 Euro. Dafür verspricht Joybuy unbegrenzte kostenlose Lieferungen ohne Mindestbestellwert. Dazu kommen exklusive Angebote und ein Punktesystem. Neukunden können das Angebot 30 Tage gratis testen. Das klingt alles sehr nach Amazon – nur billiger. Extras wie Video oder Musik fehlen.
Dazu kommt ein Liefermodell, das Amazon direkt angreift. In Teilen von Nordrhein-Westfalen liefert Joybuy noch am selben Tag. Wer bis 11 Uhr bestellt, soll die Ware meist bis 23 Uhr bekommen. Das gilt ab 29 Euro Bestellwert. Genannt werden zum Start unter anderem Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen und Köln. Außerhalb dieser Regionen verspricht Joybuy die Zustellung am nächsten Tag oder per Standardversand.

Hinter dem Angebot steckt eigene Logistik. Joybuy liefert in der Region auch mit einem eigenen Dienst aus. In Oberhausen betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben ein großes Logistikzentrum mit mehr als 90.000 Quadratmetern Fläche. Europaweit nennt Joybuy mehr als 60 Lager und Depots. In Deutschland kommen nach Unternehmensangaben mehr als 20.000 Abholstellen dazu. Für Großgeräte kündigt der Händler zudem Lieferung, Einbau und Mitnahme des Altgeräts an.
Warum der Start trotzdem offen bleibt
Der Start wirkt groß. Er ist aber riskant. Taggleiche Lieferungen kosten viel Geld. Genau das ist die größte Hürde. Joybuy will nicht nur Waren verkaufen. Das Unternehmen baut zugleich ein eigenes Zustellnetz auf. Das setzt Paketdienste zusätzlich unter Druck. Ob sich das bundesweit rechnet, bleibt offen. Daher kommt zumindest zunächst in Teilen Deutschlands auch noch DHL zum Einsatz. Auch das Angebot bleibt vorerst begrenzt: Joybuy nennt zum Start 60.000 Artikel. Das ist für einen Neustart ordentlich. Gegen Amazon ist das aber wenig.
Was du jetzt wissen solltest
Unterm Strich startet mit Joybuy ein ernst zu nehmender neuer Händler. Die Liefer-Flatrate für 3,99 Euro ist der klare Lockruf. Entscheidend wird aber etwas anderes. Joybuy muss im Alltag zuverlässig liefern. Erst dann wird aus dem Versprechen ein echter Prime-Gegner. Und: Zufriedene Kunden brauchen auch einen guten Kundenservice. Auch daran wird sich Joybuy messen lassen müssen.
