Aktuell jagt eine Krise die nächste, und sie alle haben eines gemein: steigende Kosten. Der Liter Diesel kostet aktuell rund 2,20 Euro. Da bleibt am Monatsende oftmals nicht mehr viel übrig, was man in seine Altersvorsorge investieren könnte. Ein großes Problem, denn dank des demografischen Wandels gibt es immer weniger jüngere Bürger, die die Renten von immer mehr älteren Bürgern stemmen müssen. Drei von vier Befragten haben Angst vor der Altersarmut. Und die Regierung? Die hält jetzt dagegen und plant eine neue Förderung ab 2027.
Das Altersvorsorge-Depot kommt
Das geplante Altersvorsorge-Depot war in den vergangenen Monaten als Nachfolger der gescheiterten Riester-Rente in aller Munde. Finanzexperten und Verbraucherschützer kritisierten den vorläufigen Entwurf gleichermaßen. Nun einigte sich die Koalition auf eine neue Variante, und diese ist für Bürger tatsächlich deutlich attraktiver.
Das grundsätzliche Prinzip des AV-Depots ist recht simpel. So plant die Regierung, Investitionen in die eigene Altersvorsorge zu bezuschussen, wobei diesmal auch Investitionen in Aktienfonds und ETFs erlaubt sind. Die Höhe der jährlichen Förderung orientiert sich an der Höhe der privaten Einzahlung. Im alten Entwurf war auf 1.800 eingezahlte Euro ein Zuschuss von 480 Euro vorgesehen. Dagegen ergeben sich aus der neuen Variante des Altersvorsorge-Reformgesetzes maximal 540 Euro. Das klingt zwar nicht nach viel, kann über die Jahre dank des Zinseszins-Effekts jedoch einen deutlichen Unterschied machen. Und dieses Mal sollen auch Selbstständige von dem Zuschuss profitieren.
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Neue staatliche Förderung im Überblick (540 Euro insgesamt):
- Bis 360 Euro: 50 Cent Zuschuss für jeden gesparten Euro
- Zwischen 360 und 1.800 Euro: 25 Cent Zuschuss für jeden gesparten Euro
Für Eltern ist das neue Altersvorsorge-Depot indes noch einmal deutlich attraktiver. Diese sollen pro Kind und Jahr weitere 300 Euro bekommen. Und das bereits ab einem Eigenanteil von 25 Euro im Monat, statt wie bisher 100 Euro. Leider hat die ganze Sache einen möglichen Haken.
Finanzexperten erfreut, doch die Kritikpunkte bleiben
Die Finanzexperten von Finanztip haben eine Rechnung über 40 Jahre aufgestellt. Dabei schlug sich das staatlich geförderte Depot besser als ein normaler Aktien-ETF und erwirtschaftete bei voller Förderung 22 Prozent mehr. Für Eltern mit zwei Kindern waren es sogar fast 186 Prozent. Das allerdings bei Effektivkosten in Höhe von lediglich 0,2 Prozent p. a. Und genau das ist der Haken.
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Zwar hat die Bundesregierung ihren Kostendeckel für Standardprodukte von 1,5 Prozent jährlichen Effektivkosten auf 1 Prozent herabgesetzt, doch auch diese Zahl ist hoch. Deutlich höher als bei den meisten Aktien-ETFs. Über die Jahre ist das ein echter Rendite-Killer und nicht zu unterschätzen. Deshalb haben mittlerweile über 230.000 Bürger eine Petition für einen Kostendeckel von 0,5 Prozent unterschrieben.
Apropos Standardprodukte: Es soll nicht nur ein eigenes, öffentlich organisiertes AV-Depot gefördert werden, sondern auch die Produkte privater Anbieter. Deshalb können Bürger, die sich weniger auskennen, auch trotz der neuen Förderung in eine Kostenfalle tappen. Betroffene erhalten am Ende deutlich weniger Rente, als möglich gewesen wäre. Zumal der Kostendeckel weiterhin nur für Standardprodukte gelten soll. Heißt: Versicherer haben erneut die Möglichkeit, sich eine goldene Nase zu verdienen, während Sparer leer ausgehen – wie es schon bei der Riester-Rente der Fall war.
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