/Testberichte/Erster Fensterputzroboter mit Heißwasser-Funktion im Test – das macht wirklich den Unterschied

Erster Fensterputzroboter mit Heißwasser-Funktion im Test – das macht wirklich den Unterschied

10 Min. Lesezeit Teilen/Speichern
Heißwasser war bisher nur etwas für Nass-Trockensauger oder Teppichreiniger. Doch jetzt kommt die Funktion auch bei den Fensterputzrobotern an. Der Mova T1 Station putzt jetzt auch warm. Doch ist das wirklich besser?
Der T1 Station von Mova an einem Fenster
Wie gut ist die Heißwasserfunktion des T1 Station von Mova?Bildquelle: Marie Gimborn/inside digital

Mit dem T1 Station bringt Mova einen Fensterputzroboter auf den deutschen Markt, der vor allem eine Schwachstelle vieler Konkurrenten angeht: hartnäckigen Schmutz. Dafür erwärmt er das Reinigungsmittel im Tank auf 40 Grad und versprüht es über vier Präzisionsdüsen. Ansonsten bringt er die Vorteile einer Station mit, die Steuerung, Stromversorgung, Laden und Aufbewahrung vereint. Dazu gibt es einen fest verbauten Akku mit 110 Minuten Laufzeit ohne Kabel, 10.000 Pa Saugleistung und vielfältige Einstelloptionen über die App. Beim Test schwächelt der T1 allerdings ausgerechnet bei seinem Alleinstellungsmerkmal.

Mova T1 im Test: So funktioniert der Fensterputzroboter

Der T1 Station von Mova funktioniert ähnlich wie die Modelle von Ecovacs mit Station. Nach Einfüllen der Reinigungslösung in den Roboter, dem Anfeuchten des Wischtuchs und der Sicherstellung der Stromversorgung und des Schutzes durch das Sicherungsseil kann es auch schon losgehen. Einfach die Station einschalten, den Roboter ans Fenster andocken (kurz auf die M-Taste drücken) und nach dem Festsaugen kannst du ihn loslassen. Dann fährt er von selbst nach dem eingestellten Reinigungsmodus. Alles, was du dazu wissen musst, steht auch in der übersichtlichen Kurzanleitung, die dem Roboter beiliegt.

Den Reinigungsmodus kannst du über die mittlere Taste an der Station zwischen Schnell-, Tiefenreinigungsmodus und Kantenreinigung wechseln. Alle weiteren Modi stehen in der App bereit – auch der Heißwassermodus. So weit, so simpel. Doch wie gut reinigt der T1?

So gut reinigt der T1…

Mova verspricht mit dem T1 eine Lösung auch bei hartnäckigem Schmutz wie eingetrocknetem Dreck, Fingerabdrücken, Pollen oder Wasserflecken. Nach einem mehrstündigen Test würde ich sagen, dass der Fensterputzroboter ein ordentliches, aber kein herausragendes Ergebnis liefert. Auch nach mehreren Reinigungsfahrten bleibt Schmutz in den Ecken und an den Kanten zurück sowie leichte Schlieren auf den Flächen und Flusen vom Wischtuch. Das sitzt auch oft etwas locker, weil es sich aufgrund seiner geringen Festigkeit nicht ganz so leicht anbringen lässt. Dafür ist der T1 relativ schnell beim Putzen. Pro Quadratmeter braucht er etwa zwei bis vier Minuten (je nach Schnell- oder Tiefenreinigungsmodus).

So sieht die Fensterscheibe vor der Reinigung aus. Bildquelle: Marie Gimborn/inside digital

… im Schnellreingungsmodus

Das Ergebnis nach einer Schnellreinigung überzeugt mich gar nicht. An den Rändern bleiben etwa 0,4 Zentimeter Schmutz stehen und der Fensterrahmen ist sehr nass, weil der Roboter erst relativ knapp davor sprüht. Aus den zwei Düsen pro Seite kommt das Reinigungsmittel weniger gezielt, sondern mehr als Nebel heraus, der oft mehr als die Fensterscheibe anfeuchtet. Und beim Abnehmen des Roboters von der Scheibe bleibt ein feuchter, schmutziger Abdruck zurück, den man per Hand wegwischen muss, bevor er trocknet.

… im Tiefenreinigungsmodus mit Kantenreinigung

Der Tiefenreinigungsmodus liefert deutlich bessere Ergebnisse, weil der Roboter dieselbe Fläche zweimal abfährt und auch die Kanten explizit mitreinigt. So kommt er auf eine Kantenreinigung bis auf 1 Millimeter. In den Ecken bleibt dann nur noch loser Staub zurück, der sich leicht mit einem trockenen Tuch abnehmen lässt. Die von Mova versprochene 90-prozentige Eckenabdeckung erziele ich im Test jedoch nur nach mehreren Durchläufen.

… im Heißwassermodus

Über die App lässt sich der Heißwassermodus konstant hinzuschalten. Wobei Heißwasser etwas übertrieben ist, schließlich sind es nur 40 Grad. Stellt sich dennoch die Frage: Schafft er mehr als der Tiefenreinigungsmodus? Ja und nein. Er ist einfach schneller. Das wärmere Reinigungsmittel löst den Schmutz besser an. Der Heißwassermodus spart gegenüber dem Tiefenreinigungsmodus somit Zeit und Energie und hinterlässt keine Schlieren. Allerdings löst er nicht mehr Schmutz, als es der „kalte“ Modus vermag. Trockene oder verklebte Punkte auf der Scheibe bleiben unberührt.

Zudem gibt es noch zwei große Nachteile: Der Heißwassermodus braucht zwei bis drei Minuten zum Aufheizen, was bei gerade mal 40 Grad ziemlich lange ist. Allerdings gibt es keine Anzeige oder einen Hinweis, wann der Modus bereit oder aktiv ist. Der Roboter sprüht während der Heizphase nicht. Und zweitens verbraucht der Heißwassermodus schnell viel Reinigungsmittel. In einer Stunde musste ich etwa zweimal nachfüllen, bei der Tiefenreinigung nicht. Um das zu verhindern, hätte Mova den Tank nicht auf 80 Milliliter beschränken sollen. Der neue Winbot W2S Pro Omni von Ecovacs (Test) etwa hat mit 120 Millilitern eine deutlich größere Kapazität vorzuweisen.

Das geht nur per App

Neben dem Heißwassermodus kannst du auch den Zonenmodus und die Fernsteuerung inklusive Punktreinigung nur über die MovaHome-App anwählen. Beim Zonenmodus reinigt der Roboter vom Startpunkt aus entweder die obere, untere, linke oder rechte Hälfte des Fensters. Diese Option bietet sich vor allem bei größeren Flächen an. Allerdings nimmt es der T1 Station mit der Einteilung nicht so genau, reinigt mal deutlich mehr oder weniger pro Zone.

Den Fensterroboter per Handy zu steuern, funktioniert besonders gut beim Hinauf- und Hinabfahren in beide Richtungen. Nach links oder rechts muss sich der T1 aber erst einmal um 90 Grad drehen und das muss man pünktlich vor dem Fensterrahmen einplanen, sonst bleibt er hängen. Mit einem Tippen kannst du auch die Punktreinigung hinzuwählen und der Roboter wischt an der Stelle, an der er stehen geblieben ist. Allerdings kannst du hier nicht manuell sprühen, sondern nur mit der Restfeuchte des Wischtuchs arbeiten.

In der App kannst du aber auch zwischen zwei Sprühautomatiken wählen, für eine automatische Dosierung oder mehr Reinigungsmittelverbrauch. Du kannst einstellen, wie viele Kantenreinigungs-Runden der Roboter je nach Reinigungsmodus drehen soll. So kann ich zum Beispiel einstellen, dass auch beim Schnellmodus eine Kantenreinigung stattfindet. Das verbessert das Ergebnis im schnellen Modus enorm. Und mit einem Tippen kann ich die Reinigung stoppen oder den Roboter zum Ausgangspunkt zurückfahren lassen.

Welche Versprechen Mova halten kann und welche nicht

Mova macht einige Werbeversprechen, was die Station, den Akku, die Lautstärke und die smarte Hinderniserkennung angeht. Bei einigen Punkten kann der Hersteller jedoch nicht liefern.

Praktische Station

Neben dem Heißwassermodus ist das größte Kaufargument beim T1 die Station. Und die hält, was Mova verspricht. Sie bietet ein Gegengewicht und über einen Saugnapf an der Unterseite noch mehr Stabilität. Einmal angesaugt kannst du ihn über eine kurze Tastenkombination lösen. Das hat im Test gut funktioniert, nur angesaugt hat sich die Station nicht immer. Das Sicherungsseil, das hinten unter der Klappe verankert ist, könnte allerdings etwas länger sein.

Akku hält, aber nicht so lange

In der Station ist Platz für den Fensterroboter und das Zubehör (230-Milliliter-Flasche Reinigungsmittel und ein Ersatzwischpad), aber auch für den Akku. Und der schafft die versprochenen 110 Minuten Laufzeit ohne Stromzufuhr über das Ladekabel. Allerdings sind 30 Minuten davon die Sicherheitsreserve und nur 80 Minuten die tatsächliche maximale Betriebszeit (was der Hersteller auch so klarstellt). Schon bei einer Restlaufzeit von zehn Minuten gibt die Station eine Warnung und eine Reinigung ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Zudem kannst du nur eine ungefähre Ladeanzeige über die vier Kontroll-LEDs an der Station ablesen oder über das Ladesymbol in der App. Mova verzichtet auf eine exakte Prozentanzeige. Dafür lädt sich der Akku wie vom Hersteller angegeben in drei Stunden wieder auf – vorausgesetzt, der Roboter ist ausgeschaltet, sonst verlängert sich die Ladezeit auf bis zu 7,5 Stunden.

Leise Reinigung, laute Tasten

Im Durchschnitt läuft der T1 bei einer Lautstärke von 68 Dezibel, wie vom Hersteller angegeben. Allerdings kann er in der Spitze auch mal bis zu 75 dB laut arbeiten. Das entspricht schon eher regem Straßenverkehr. Viel durchdringender allerdings kann die Lautstärke der Sprachansage sein. Diese kannst du praktischerweise stufenlos über die App anpassen. Die Lautsprecher sind auch von einer guten Klangqualität. Wenn du allerdings die Taste zum Moduswechsel betätigst, könnte dich der Bestätigungston vom Stuhl werfen. Gemessen liegt hier die Spitzenlautstärke bei knapp 100 dB! Und die lässt sich nicht herunterdrehen. Und auch wenn du Einstellungen in der App änderst, erklingt der laute Ton.

Hindernisse sind weiterhin ein Hindernis

Smarte Hindernisvermeidung sieht für mich anders aus: Die Kollisionssensoren erkennen im Test Hindernisse wie einen Fenstergriff überhaupt nicht. Entweder fährt der Roboter in vollem Tempo dagegen und nimmt im zweiten Anlauf einen viel zu großen Bogen oder bleibt sogar darunter stecken. Hier hat Mova definitiv zu viel versprochen.

Und auch die Aufwicklung des Kabels funktioniert nicht ganz automatisch. So verdreht sich das Strom- und Sicherungskabel gerne auf den letzten Zentimetern, sodass ich es per Hand begradigen und die Taste zum Einfahren erneut betätigen muss.

Wo du selbst ran musst

Zusätzlich zu den Nachwischarbeiten musst du auch das Gerät selbst reinigen – am besten nach jeder Benutzung bis hin zu jedem Durchlauf. Das Wischpad lässt sich leicht von Hand reinigen, darf aber nicht in die Waschmaschine. Bei den Eckenbürsten ist ein wenig rohe Kraft notwendig, um sie zu lösen und reinigen zu können. Nach mehreren Stunden im Test hat sich der Dreck auch schon in die runde Plastikverschalung gerieben und lässt sich nicht mehr einfach wegwischen. Das Raupenband (die beiden Laufbänder auf der Unterseite, mit denen sich der Roboter fortbewegt) lässt sich jedoch um so leichter reinigen. Einfach in der App die Bänder einschalten und sie bewegen sich, sodass du sie (das Gerät auf dem Rücken liegen) mit einem Tuch abwischen kannst.

Preis: Einordnung und Folgekosten

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 499 Euro liegt der T1 Station von Mova preislich gleichauf mit dem Winbot W2S Omni von Ecovacs (Test). Er bietet dafür aber mehr Saugleistung und eine bessere Kantenreinigung, abzüglich der Reserve aber eine kürzere Akkulaufzeit. Bei den Folgekosten könntest du mit dem T1 jedoch günstiger wegkommen. Leider gibt es bei Mova noch kein extra Zubehör. Das für den Vorgänger N1 kostet allerdings 15,90 Euro pro Liter Reinigungsflüssigkeit und 14,90 Euro für je zwei Reinigungstücher. Zum Vergleich: 1 Liter kostet für den Winbot 24 Euro und zwei Reinigungstücher 19 Euro.

Und bis zum 30. Oktober 2026 kostet der Roboter zum Marktstart nur 429 Euro. Für den Preis erhältst du ihn im Onlineshop von Mova, bei Amazon oder auch bei MediaMarkt.

Fazit: Dann lohnt sich der Mova T1 für dich

Der Mova T1 Station ist eine gute Wahl, wenn du regelmäßig mittelgroße bis große Glasflächen putzt und dabei nicht immer eine Steckdose in der Nähe hast. Mit Tiefenreinigung und zugeschalteter Kantenreinigung erhältst du ordentliche Ergebnisse und das deutlich günstiger als beim Winbot W2S Pro Omni, auch bei den Folgekosten. Allerdings braucht es dafür oft mehrere Reinigungsdurchläufe. Mit dem Heißwassermodus geht es zwar schneller, dafür ist der Tank aber auch schneller leer. Und den wirklich hartnäckigen Schmutz bekommst du damit nicht weg. Dazu kommen oft noch schmutzige Ecken, eine Hinderniserkennung, die Fenstergriffe übersieht, und laute Bestätigungstöne.

Wer ein makelloses Ergebnis ohne Nacharbeit erwartet, wird mit dem T1 Station nicht glücklich. Wer einen soliden, flexiblen Fensterputzroboter zum fairen Preis sucht, macht mit ihm wenig falsch, besonders zum Aktionspreis von 429 Euro.

Vorteile

  • Praktische Station mit integriertem Akku
  • lange Akkulaufzeit
  • schnelle Reinigung
  • gute Kantenreinigung
  • keine Schlieren im Heißwassermodus
  • Viele Einstellungsmöglichkeiten in der App
  • Übersichtliche Kurzanleitung

Nachteile

  • lange Aufheiz-Periode für Heißwassermodus
  • zu kleiner Tank
  • braucht mehrere Reinigungsdurchläufe
  • feuchte Rückstände vom Roboter
  • Hinderniserkennung versagt
  • laute Töne
  • Sicherungsseil etwas kurz
  • Wischtücher nicht waschmaschinengeeignet
So arbeiten wir
Unsere Redaktion testet Produkte nach festen redaktionellen Kriterien. Testgeräte stellt meist der Hersteller leihweise zur Verfügung — auf unsere Bewertung hat das keinen Einfluss. Über Affiliate-Links im Beitrag bekommen wir beim Kauf eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Keine Kommentare

[-AMP Version-]