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Keine Chance gegen chinesische Mähroboter: Stiga A 6v im Test

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Kann ein europäischer Hersteller (made in Italy) mit den vermeintlichen chinesischen Riesen auf dem Mähroboter-Markt mithalten? Stiga gehört neben Husqvarna zur alten Garde, was die Rasenpflege angeht.
Stiga A 6v
Stiga A 6v im TestBildquelle: Thomas Kern / inside digital

Kein Begrenzungskabel, ein Mähteller mit vier Klingen und mit einer KI-Kamera steuert der Stiga A 6v in deinen Garten. Kann der Bumblebee unter den Mährobotern überzeugen?

Einrichtung und Verarbeitung des Stiga A 6v

Stiga gehört zu den führenden europäischen Produzenten von Rasenmähern, Mährobotern und motorisierten Gartengeräten. Beim neuen A 6v (puh, was ein Name) hat sich das Unternehmen wohl an Bumblebee orientiert. Der Roboter fällt direkt durch sein knalliges Gelb ins Auge. Was als Nächstes auffällt, ist das geringe Gewicht von 8,9 kg. Unter einer Klappe findest du zahlreiche Tasten, um ihn ohne App zu steuern. Etwas merkwürdig finde ich, dass sich diese nur öffnet, wenn die Stopp-Taste gedrückt wird. An der Vorderseite sitzt schließlich eine KI-Kamera für die Navigation.

Tasten am Stiga A 6v Image source: Thomas Kern / inside digital

Dank der IPX5-Zertifizierung ist der Roboter gegen Strahlwasser geschützt. Somit kannst du ihn zur Reinigung einfach mit dem Gartenschlauch abspritzen.

Die Inbetriebnahme unterscheidet sich deutlich von der chinesischer Hersteller. Anstatt einen QR-Code zu scannen, musst du ein Foto des Zettels mit der Seriennummer machen. Im Anschluss folgt eine – kein Witz – 37 Minuten lange Einrichtung. Diese setzt sich aus einem Netzwerk-Setup, einer Klingenkalibrierung und einem Test der Satellitenverbindung zusammen. Die Einrichtung hat im Test nicht gut funktioniert, da es zu unzähligen Abbrüchen bei der Einrichtung kam. Aus 37 Minuten wurden mehrere Stunden.

Wenn du denkst, dass die Inbetriebnahme dann fertig war, täuschst du dich. Denn zu guter Letzt will Stiga, dass du ein Bild der Rechnung machst, damit der Garantiezeitraum startet. Puh. Nachdem ich im Verpackungsinhalt fündig wurde, konnte ich endlich mit dem Mapping loslegen.

Es folgt die nächste Hürde. Die App sagt, dass der Roboter rausfährt und sich einmal um 180 Grad dreht und wenige Meter fahren muss, bevor du mit der Kartierung starten kannst. Das funktioniert erst im dritten Versuch. In den ersten beiden Versuchen fährt der Mäher ein kurzes Stück raus und dann geradeaus in die Station rein, bis ich den Vorgang mithilfe der Stopp-Taste abbreche.

Stiga A 6v Image source: Thomas Kern / inside digital

Wenn die Kartierung möglich ist, fährst du mit dem Mähroboter entlang deiner Gartenbegrenzungen. Das Fahrgefühl fühlt sich schwammig an, denn der Roboter startet und stoppt die Fahrt deutlich verzögert. Eine wirklich haargenaue Kartierung ist deswegen nicht einfach. Zudem verlangt die App, dass man nach der Gartenfläche mehrere Punkte abfährt, damit der Roboter weiß, wie er in die Station zurückkommt. Nur mit Glück konnte ich nach zwei Punkten endlich den Kartierungsschritt abschließen.

Ich bin kein Fan des App-Designs. Die Stiga-App ist meiner Meinung nach nicht so übersichtlich wie Apps von Navimow oder Mammotion. Im Hauptmenü siehst du den Akkustand und die aktuellen Einstellungen für den Roboter in Form des Mähmodus und seines Standorts.

Screenshot aus der Stiga-App Image source: Thomas Kern / inside digital

Stiga A 6v: Starker Rasenschnitt im Test

Nach der kopfzerbrechenden Einrichtung, war ich skeptisch, ob der Stiga-Roboter in anderen Belangen überhaupt noch punkten kann. Was den Schnitt angeht, vertraut das Unternehmen auf eine rotierende Mähscheibe mit vier Klingen. Die Schnittbreite liegt mit 18 cm unter dem, was günstigere Konkurrenten bieten. Der 799 Euro teure Roborock RockNeo Q105 etwa, bietet im Test einen 22 cm breiten Schnitt. Die Schnitthöhe legst du beim Stiga A 6v in 5-mm-Schritten von 2 bis 6 cm fest. Außerdem ist die maximal mögliche Steigung von 45 Prozent ein guter Wert.

Mähteller des Stiga A 6v Image source: Thomas Kern / inside digital

Beim Rasenschnitt wird die mit Abstand größte Stärke des Roboters deutlich. Denn der Mähroboter mäht das Gras auf einem Spitzenniveau, das nur wenige Mähroboter (Bestenliste), die inside digital bislang im Test hatte, so geboten haben. Im Endeffekt lässt der Roboter keinen Grashalm aus und sorgt für ein Rasenbild, das einem Kunstrasen ähnelt, da getrennte Grashalme wie ein Film auf dem Rasen liegen. Der Stiga A 6v ist für eine maximale Mähfläche von 600 m² ausgelegt und schafft pro Akkuladung 145 m².

Beim Kantenschnitt kann der Europäer nicht überzeugen, da er einen Abstand von mehreren Zentimetern lässt. Ein Kantenschnittmodul, wie das Roborock beim RockNeo Q105, gibt es hier nicht. Hier bleibt dir nichts anderes übrig, als mit einem herkömmlichen Trimmer noch einmal heranzumüssen. Alternativ findest du in dieser Liste die Rasenmäherroboter mit dem besten Kantenschnitt. Dafür ist der Stiga-Roboter kaum hörbar im Betrieb. Laut Hersteller liegt die Lautstärke bei 55 dB.

Navigation und Hinderniserkennung: Mit KI, aber nicht fehlerfrei

Im Stiga-Roboter kommt die neue Vista-Technologie zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein KI-gestütztes Kamerasystem, das in Echtzeit Hindernisse analysieren soll. Darüber hinaus weiß der Roboter durch diese Technologie, wo der Rasen aufhört. Dadurch navigiert der Roboter ohne Begrenzungskabel. Auch eine RTK-Antenne musst du nicht aufstellen.

KI-Kamera des Stiga A 6v Image source: Thomas Kern / inside digital

Dennoch leistet sich der Roboter einige Patzer hinsichtlich der Hinderniserkennung. Bälle oder auch flache Gegenstände wie einen Gartenschlauch erkennt der Robo zu spät. Spätestens beim Gartenschlauch musste ich via Stopp-Taste eingreifen. Gut funktioniert aber, dass der Mähroboter immer innerhalb der gescannten Fläche arbeitet.

Der Stiga A 6v bietet eine App-Sperre als digitalen Zugangsschutz sowie eine GPS-Standortverfolgung, über die sich der Roboter jederzeit orten lässt. Wird er mehr als 100 Meter außerhalb seiner virtuellen Begrenzung bewegt, sendet er automatisch eine Push-Benachrichtigung aufs Smartphone.

Fazit: Der Unterschied zwischen europäischen und chinesischen Mährobotern wird deutlich

Im Test des Stiga A 6v werden zwei Punkte deutlich. Zum einen wird offensichtlich, worin die große Stärke chinesischer Hersteller liegt. Denn die Software, die beim Stiga-Roboter zum Einsatz kommt, scheint Jahre hinter der chinesischen Konkurrenz. Das ging bereits bei der Einrichtung los und hat sich auch im Laufe des Tests bei den Funktionen nicht gebessert. Der zweite Punkt: Zumindest die Hardware ist kein Problem für Stiga. Denn der A 6v mäht auf einem fantastischen Niveau. Hier lässt der Roboter keinen Grashalm stehen.

Für den A 6v ruft Stiga einen Preis von 999 Euro auf. Das sind aus meiner Sicht mindestens 400 Euro zu viel für einen Roboter, der nur beim Schnitt eine gute Figur zeigt. Das wird auch bei den Amazon-Bewertungen deutlich. Zum Testzeitpunkt hat der Roboter eine Durchschnittsbewertung von 2,4 Sternen.

Kann ich den Kauf des Stiga A 6v empfehlen? Nein. Roborocks RockNeo Q105 (Test) kostet mit Kantenschnittmodul 949 Euro. Zum anderen gibt es mit dem RoboUp Raccoon 2 SE (Test) einen klasse Mähroboter für unter 500 Euro (jetzt bei Amazon ansehen), der für den Preis eine absurd gute App bietet.

Testsiegel Stiga A 6v / Bildquelle: inside digital

Vorteile:

  • Leichter Roboter
  • Kabellos, ohne Begrenzungskabel oder Antenne
  • Starker Rasenschnitt

Nachteile:

  • Umständliche Inbetriebnahme
  • Lässt großen Abstand zu Kanten
  • Stößt gegen einige Hindernisse im Test
  • App wirkt Jahre zurückgeblieben

Kommentar

Von Thomas Kern

Der Stiga A 6v beweist, warum chinesische Hersteller bei Mährobotern die Nase vorn haben. Auch wenn der Rasenschnitt gut ist, sind die Inbetriebnahme und die App des Stiga-Mähroboters schlecht. Für einen Kaufpreis von 999 Euro gibt es viele andere Mähroboter, die günstiger und besser sind.

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