Dafür, dass der Qrevo Edge 2 899 Euro (UVP) kostet, verpackt Roborock eine Menge Features, die es sonst bei Saugrobotern über 1.000 Euro gibt. Unter anderem gibt es eine ausfahrbare Seitenbürste und einen Mopp, der nach außen schwenken kann. Auch bei der Station gibt es unerwartete Details. Wie schlägt sich der Roborock Qrevo Edge 2 im Härtetest?
Design und Verarbeitung des Roborock Qrevo Edge 2
Optisch reiht er sich ins bekannte Roborock-Design ein, fällt aber durch den bewusst hinten positionierten Lidar-Turm auf. Dieser sitzt nicht wie bei den meisten Konkurrenten mittig auf der Oberseite, sondern am Heck des Gehäuses. Mit eingezogenem Turm misst der Roboter nur noch 7,98 cm und passt damit unter Möbel, an denen höhere Modelle scheitern.
Im Prinzip sieht der Roboter wie der Roborock Saros 20 Sonic (Test) aus. Erhältlich ist er in den Farben Weiß und Schwarz. Bei der schwarzen Farbvariante handelt es sich um keinen Staubmagneten, da Fingerabdrücke nicht so stark sichtbar sind, wie das für gewöhnlich bei dunklen Saugrobotern der Fall ist.
Natürlich gibt es eine Basisstation, die den Staub absaugt und sich um die Reinigung und Trocknung der Wischausrüstung kümmert. Bemerkenstwert hier ist, dass die Station die Mopps mit 80 Grad heißem Wasser durchspült. Für gewöhnlich kommt diese Temperatur erst bei deutlich teureren Modellen zum Einsatz. Leider verzichtet Roborock auf eine automatisierte Putzmittelzufuhr.
Die Inbetriebnahme des Roboters ist, wie immer bei Roborock-Robotern, kinderleicht. Du scannst den QR-Code unter der Haube, lässt dich durch allerlei Einrichtungstipps führen und schickst den Roboter zur Kartierung los. Das Mapping erledigt der Roboter zügig und präzise. Im Test identifiziert er Möbel und trennt Räume korrekt.
Funktionen der Roborock-App
In der App passt du die Reinigung nach deinen Wünschen an. Dir stehen zahlreiche Saugstufen und Wasserdurchflussraten zur Verfügung. Praktisch sind zudem die detaillierten Teppicheinstellungen. Du legst fest, ob der Robo seine Mopps absetzen und Teppiche vorab saugen, oder die Wischausrüstung um 10 mm anheben soll. Natürlich kannst du in der App Zeitpläne erstellen und dem Roboter Sperrzonen vorgeben. Schließlich gibt es die Möglichkeit, den Qrevo Edge 2 via Matter in ein Smart-Home-System deiner Wahl hinzuzufügen.
Saug- und Wischleistung des Roborock Qrevo Edge 2
Der Roborock Qrevo Edge 2 saugt mit einer Saugkraft von 25.000 Pascal. Auf glatten Oberflächen wie Fliesen überzeugt der Sauger auf ganzer Linie. Der Roboter lässt kaum Rückstände. Zusätzlich gelangt er gut in Ecken. Möglich macht das die ausfahrbare Seitenbürste. Diese hilft auch, damit um Tisch- und Stuhlbeine herum gründlich geputzt wird.
Auch für Haustierbesitzer gibt es Gutes zu vermelden. Denn aufgrund der Doppelhauptbürste, haben sich im gesamten Testzeitraum keine Haare verheddert. Auch um die Seitenbürste musste ich nach dem Test keine Haare eigenständig entfernen.
Auf Teppichen sinkt die Leistung nur minimal. Jedoch ist der Leistungsabfall nicht so immens, wie das für gewöhnlich bei Saugrobotern der Fall ist. Solltest du viele Hochflorteppiche im Haus haben, lohnt sich der Qrevo Edge 2 allemal, auch wenn der Sauger eine zweite oder dritte Runde auf dem Teppich drehen muss, damit das Ergebnis sehr gut ist.
| Testvolumen (g) | Ansaugvolumen (g) | Effizienz (%) | |
|---|---|---|---|
| Haferflocken (Fliesen) | 10 g | 9,6 g | 96 % |
| Haferflocken (Teppich) | 10 g | 9,5 g | 95 % |
| Sand (Teppich) | 10 g | 8,8 g | 88 % |
Für den Wischvorgang sind zwei herkömmliche Wischpads zuständig, die einen Anpressdruck von 8 Newton ausüben. Da wir uns im Preisrahmen von 900 bewegen, ist das ein solider Wert. Beim Wischen zeigt der Roboter ein solides Bild. Feuchte Flecken wischt er mit Bravour weg. Auch leicht eingetrocknete Flecken (Senf im Test) schrubbt der Qrevo Edge 2 in zwei Zügen weg. Lediglich bei eingetrockneten Flecken hat der Sauger seine Probleme. Spätestens hier musst du den maximalen Wasserfluss nutzen und den Robo auch dann mehrere Male über den Tatort fahren lassen. Außerdem verfärben sich die Mopps beim Prozess. Hier wäre eine Putzmittelzufuhr in der Station definitiv hilfreich gewesen.
Dafür klappt die Eckenreinigung und das Wischen an schwer erreichbaren Stellen wunderbar, da Roborock einen schwenkbaren Wischmopp verbaut hat. Schließlich klappt auch die Teppicherkennung wunderbar. Hier stoppte der Roboter rechtzeitig und hob die Mopps an. Von feuchten Teppichkanten war keine Spur.
Ist die Arbeit getan, ist die Basisstation dran. Hier wird der Staub abgesaugt und die Mopps mit 80 Grad heißem Wasser durchgespült und abschließend mit 55-Grad-Heißluft geföhnt. Wie schon erwähnt gibt es keinen Putzmitteltank in der Station. Dieses musst du auf Wunsch selbst in den Frischwassertank hinzugeben.
Navigation und Hinderniserkennung: Das sollte jeder Saugroboter haben
In Sachen Navigation und Hinderniserkennung macht Roborock niemandem was vor. Vorne verbaut der Hersteller eine RGB-Kamera, die, im Zusammenspiel mit KI, sogar flache Hindernisse wie Kabel zuverlässig erkennt.
Anders als bei Konkurrenten sitzt der Lidar-Turm nicht mittig auf der Oberseite, sondern am hinteren Gehäuserand. Vor tiefen Möbeln wird dieser eingefahren, damit der Roboter nur noch 7,98 cm hoch ist und an Bereichen reinigen kann, die für die meisten Saugroboter unerreichbar sind. Dabei setzt Roborock auf einen simplen, aber umso genialeren Trick. Roborock lässt einen freien Spalt im Gehäuse, durch den der Lidar-Turm auch im eingefahrenen Zustand seine Umgebung weiter scannen kann.
Dadurch navigiert der Qrevo Edge 2 auch unter Sofas weiterhin mit Orientierung. Hier helfen auch der dToF-Sensor bei der Abstandsmessung und das sogenannte 100-Grad-Vision-Modul bei der optischen Orientierung in solchen beengten Stellen. In dunklen Umgebungen schaltet der Roboter schließlich eine LED an.
Fazit: Bester Saugroboter für unter 1.000 Euro?
Meiner Meinung nach ist der Roborock Qrevo Edge 2 einer der besten Saugroboter für unter 1.000 Euro auf dem Markt. Bei der Saugleistung gibt es nur auf Teppichen ein wenig was zu meckern. Jedoch ist der Leistungsabfall auf Teppichen, verglichen mit dem Ergebnis auf Hartböden, nicht so groß, wie das gewöhnlich bei Saugrobotern der Fall ist. Jüngstes Beispiel: der 749 Euro teure Dreame L50s Pro Ultra, der im Test große Schwächen auf Teppichen zeigte.
Die größte Stärke ist die Navigation und Hinderniserkennung. Denn der hinten positionierte Lidar-Turm und der freie Spalt, damit die Technik auch im heruntergefahrenen Zustand weiterarbeitet, sorgen dafür, dass der Roboter auch unter flachen Möbeln nie die Orientierung verliert. Diesen Navigationsclou wünsche ich mir auch bei der Konkurrenz, die weiterhin den Lidar-Turm mittig auf Robotern platziert.
Einzig beim Wischen tut sich der Qrevo Edge 2 schwer, wenn es darum geht, hartnäckige Flecken zu entfernen. Hier musst du entweder die Wassermenge erhöhen oder den Roboter die betroffene Stelle mehrfach abfahren lassen. Sollte das für dich kein Problem sein, machst du nichts falsch mit dem Kauf des Roborock Qrevo Edge 2. Preislich liegt er bei Amazon bei 899 Euro. Außerdem gab es den Roboter bereits für 749 Euro.
Vorteile:
- Nur 7,98 cm hoch
- Starke Saugleistung auf Hartböden
- Einziehbarer Lidar-Turm ermöglicht Reinigung unter Möbeln
- Solide Navigation und Hinderniserkennung
Nachteile:
- Keine automatisierte Putzmittelzufuhr
- Wischleistung bei hartnäckigen Flecken
Der Roborock Qrevo Edge 2 ist der derzeit beste Saug- und Wischroboter bis 1.000 Euro. Seine Stärken hat er beim Saugen auf Hartböden und Fliesen sowie bei der Navigation und Hinderniserkennung. Nur bei eingetrockneten Flecken benötigt der Roboter mehrere Durchgänge.
