Im Juni feiert inside digital die Vielfalt und die Liebe

Jedes Jahr im Juni werden vielerorts Regenbogenflaggen gehisst, um ein Zeichen zu setzen für Akzeptanz und Offenheit. Denn der Juni ist der „Pride Month“ der LGBTQ+ Community. Auch inside digital zeigt in diesem Jahr Flagge und macht sich für Gleichberechtigung und Vielfalt stark.

Vielleicht ist es dir noch gar nicht aufgefallen, vielleicht schon und du hast dich immer schon gefragt, was es damit auf sich hat: Im Juni schmücken nicht nur verschiedene Institutionen ihre Gebäude mit Regenbogenfahnen, auch in sozialen Netzwerken und im Web wird es ganz schön bunt. Es ist „Pride Month“!

Immer noch wichtig: Flagge zeigen

Denn auch wenn Lesben, Schwule, bi- und transsexuelle und andere queere Personen (Queer ist ein Sammelbegriff, der sämtliche nicht heteronormativen Geschlechtsidentitäten umfasst) in Deutschland zum Teil schon ganz gut dastehen: Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und sogar Hassverbrechen sind dennoch an der Tagesordnung. Ganz zu schweigen von anderen Ländern, und das beginnt schon vor den Toren der Bundesrepublik. Das sind nur einige Themen, gegen die beim Christopher Street Day (CSD) – auf Englisch meist einfach „Pride“ (auf Deutsch „Stolz“) genannt – protestiert wird.

Großveranstaltungen wie CSD-Umzüge sind in Zeiten der Corona-Pandemie natürlich undenkbar. Viele Organisatoren haben ihre Events deshalb entweder weit in den Herbst geschoben oder gleich ganz abgesagt. Um so wichtiger ist es, trotzdem Flagge zu zeigen. Auch wir haben deshalb dieses Jahr ein bisschen umdekoriert und unser Logo mit einem Regenbogen geschmückt.

Hintergrund: Was in der Christopher Street geschah

Die Christopher Street liegt im New Yorker Stadtviertel Greenwich Village. Die Stadt gilt heute als eine der liberalsten Städte Amerikas. In den 1960er Jahren sah das noch etwas anders aus. Gewalttätige Razzien der Polizei in Schwulenbars und Nachtclubs waren an der Tagesordnung. Bis zur Mitte der 60er musste man als Besucher eines derartigen Etablissements damit rechnen, zwangsgeoutet und damit öffentlich an den Pranger gestellt zu werden. Oft verwendete die Polizei dabei Lockvögel, um die Besucher festzunehmen. Eine von den Gesetzeshütern erhobenen Anklage wegen „Anstößigkeit“ war angesichts der sozialen Ächtung noch die kleinste Sorge der Opfer.

Zwar war im Jahr 1969 der Betrieb einer Szenekneipe grundsätzlich legal. Doch oft wurden die entsprechenden Bars von der Mafia betrieben. So auch das Stonewall Inn. Das war der Polizei ein Dorn im Auge und so fand in den frühen Morgenstunden des 28. Juni 1969 eine weitere Razzia statt. Normalerweise – dafür zahlte man ein ordentliches Schmiergeld – fanden diese Razzien am frühen Abend und nach vorheriger Ankündigung statt. Sodass zum Hauptgeschäft nach Mitternacht alles vorbei war.

Stonewallsofort streamen.

In jener Nacht, die Bar war brechend voll, kam es anders. Die Razzia kam unangekündigt und weit nach Mitternacht. Zunächst verlief es wie üblich und die Polizei verhaftete Personen, die sich nicht ihres biologischen Geschlechts entsprechend kleideten oder sich auch einfach nicht ausweisen konnten. Hauptsächlich Afroamerikaner und Latinos besuchten damals das Stonewall Inn. Obwohl sich die Gäste der Bar an die regelmäßigen Polizeikontrollen gewöhnt hatten – immerhin hatten sie hier einen Ort, an dem sie sie selbst sein konnten – verlief es dieses Mal ein wenig anders.

Widerstand formiert sich – der „Pride Month“ wird geboren

Die Polizisten wurden bei den Verhaftungen unnötig grob und Widerstand formierte sich. Die Besucher des Stonewall Inn hatten beschlossen, die jahrelangen Demütigungen und Schikanen nicht mehr länger hinzunehmen – und schlugen zurück. Die Polizei hatte die Gäste auf die Straße getrieben. Zuerst warfen sie nur mit Münzen. Doch das eskalierte rasch und schon bald wurde auch mit Flaschen und sogar mit Steinen geworfen. Weil sich immer mehr Gäste auch der umliegenden Schwulenbars einmischten, orderten die Polizisten bald Verstärkung. In dieser Nacht gab es viele Verletzte – und der Protest gegen die Polizeiwillkür ebbte auch in den folgenden Nächten nicht ab. Ein Wendepunkt in der queeren Bewegung war erreicht. Daran wird heute mit dem „Pride Month“ und zahlreichen Christopher Street Days auf der ganzen Welt erinnert.

Doch beim „Pride“ soll nicht nur der Geschichte gedacht werden, auch soll das bisher erreichte gefeiert werden und aufgezeigt werden, was noch zu tun ist. Das Symbol der queeren Bewegung, die Regenbogenfahne, steht dabei nicht zuletzt für einen optimistischen Blick auf die Zukunft. „Pride“ steht dafür, dass man sich nicht dafür schämen muss, wer man ist. Oder wen man liebt.

#loveislove