Strompreise steigen 2023 weiter: 43 Prozent Erhöhung angekündigt

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Gerade erst kam die Meldung, dass die Regierung 13 Milliarden Euro in die Hand nimmt, um die Strompreise zu bremsen. Sie übernimmt die steigenden Netzgebühren. Dennoch werden die Strompreise 2023 wohl steigen – wegen steigender Netzgebühren!
Stromzähler

Stromzähler

Denn wie das Vergleichsportal Verivox berichtet, werden zahlreiche lokale Netzbetreiber ihre Netzgebühren für die Stromanbieter teils drastisch erhöhen. Auch Gaskunden müssen sich auf weiter steigende Preise einstellen. Die Netzentgelte für Strom und Gas steigen zum Jahreswechsel bundesweit um knapp 20 Prozent an, so Verivox. Der Anstieg sei damit so stark wie noch nie. Die 13 Milliarden Euro des Staates hingegen fließen an die Überland-Stromnetzbetreiber. Auch sie hatten eine massive Erhöhung geplant. Die Strompreise, die du zahlen musst, werden trotzdem weiter steigen.

Strompreis: Mehrkosten für Familien von mehr als 150 Euro möglich

Bei einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) steigen die Stromnetzkosten im Jahr 2023 voraussichtlich bundesweit von 303 Euro auf 360 Euro an. Das entspricht einem Preisanstieg von 19 Prozent und Mehrkosten von 57 Euro pro Jahr. Das klingt zunächst einmal überschaubar. Die Tatsache ist aber, dass der Anstieg regional sehr unterschiedlich ausfällt.

Den stärksten Anstieg gibt es in Brandenburg mit einem Plus von 43 Prozent. Das entspricht einer jährlichen Mehrbelastung von 156 Euro bei den genannten 4.000 kWh. In Mecklenburg-Vorpommern steigen die Stromnetzgebühren um knapp 43 Prozent (plus 143 Euro, da anderes Ausgangsniveau), in Berlin um 30 Prozent (plus 79 Euro). Am geringsten fällt die Belastung in Bremen (plus 7 Prozent), Thüringen (plus 9 Prozent) und Baden-Württemberg (plus 10 Prozent) aus.

Doch warum steigen die Preise, die mit der Erzeugung von Strom erst einmal nichts zu tun haben? „Durch die explodierenden Großmarktpreise sind auch die Kosten für Netzverluste beim Stromtransport deutlich gestiegen“, erklärt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. „Zudem steigen die vorgelagerten Übertragungsnetzentgelte im kommenden Jahr an.“  Damit klettern die Stromnetzgebühren im kommenden Jahr auf ein neues Rekordhoch. „Innerhalb der letzten 15 Jahre sind die Gebühren um insgesamt 68 Prozent angestiegen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das weiter steigende Strompreise,“ so Storck.

So stark steigen die Gasnetzgebühren

Auch beim Gas werden die Netzbetreiber die Preise anheben. Der Anstieg liege im bundesweiten Durchschnitt bei rund 18 Prozent oder 390 Euro netto an. Für einen Musterhaushalt in einem Einfamilienhaus (20.000 kWh) bedeutet dies Mehrkosten von rund 61 Euro pro Jahr. Auch hier gibt es regional große Unterschiede. So steigen die Gasnetzentgelte in Hamburg um 44 Prozent. Das entspricht einer jährlichen Mehrbelastung von 130 Euro. In Sachsen-Anhalt beträgt das Kostenplus 23 Prozent (plus 82 Euro), in Berlin (plus 62 Euro), Bremen (plus 76 Euro) und Sachsen (plus 77 Euro) jeweils 22 Prozent. Vergleichsweise niedrige Zuwachsraten gibt es in Hessen (plus 14 Prozent), in Thüringen (plus 15 Prozent) sowie in Rheinland-Pfalz (plus 85 Prozent) und Bayern (plus 15 Prozent).

„Nachdem die hohen Beschaffungskosten die Energiepreise im Jahresverlauf in ungeahnte Höhen getrieben haben, geraten die Preise nun auch durch Preisrekorde bei den Netzentgelten unter Druck. Wir rechnen daher mit weiter steigenden Energiepreisen zum Jahreswechsel“, so Storck.

Maßnahmen gegen die Preisexplosion: sparen und wechseln

Den steigenden Kosten zu entkommen, ist nur auf zwei Wegen möglich: Der eine ist, zu sparen, wo es nur geht. Wir haben dir dazu verschiedene Ratgeber zusammengestellt, mit denen du relativ leicht Strom und Gas sparen kannst, ohne dich einzuschränken.

Ein weiterer Weg, Geld zu sparen, ist der Vertrag selbst. Viele Anbieter haben ihre Tarife inzwischen derart abstrus erhöht, dass sich ein Wechsel des Anbieters wieder lohnt – auch wenn die Neukundenpreise oftmals sehr hoch sein.

Willst du dich darum nicht selbst kümmern, empfehlen wird dir unseren Partner remind.me. Dort kooperiert man nach eigenen Angaben nur mit seriösen Anbietern, überwacht die Vertragsbeziehung und reagiert, sollte ein Anbieter seine Strompreise oder Gaspreise erhöhen. Zudem hat remind.me nach eigenen Angaben Zugriff auf Tarife, die du bei den öffentlichen Vergleichsseiten nicht bekommst. Das gilt für Strom und Gas.

5 Kommentare

  1. PatRiG
    Also ich habe gerade für unsere 4.000 kWh pro Jahr von meinem bisherigen Versorger einen neuen Verbrauchspreis bekommen. Zitat "Ihr Verbrauchspreis steigt pro Kilowattstunde um 34,10 Cent von bisher 24,94 auf 59,04 Cent." Das sind für jeden mathematisch unbegabten Menschen immer noch leicht erkennbar deutlich über 100% Preissteigerung. So schnell bekommt jetzt auch keine PV-Anlage mit Speicher mehr, dass man hier noch gut weg kommt. Die Regierung schläft! Und der Journalismus scheinbar auch?!
  2. Ela
    Auch wir haben von SachsenEnergie soeben die neuen Energiepreise ab 01.01.23 bekommen. alt: 23,36 ct pro kwh neu 36,34 ct pro kwh Erhöhung von ca 55%!
  3. Hekatw
    Preiserhöhung zum 01.01.2023 Berliner Stadtwerke von Brutto 26,47 auf Brutto 52,90 ct pro kWH Somit 100 % Steigerung Grundpreis bleibt gleich Der monatliche Abschlag wurde automatisch einfach verdoppelt !
  4. Step
    Auch (Rentner)wir haben heute von den Leipziger Stadtwerken die Preisanpassung bekommen. Arbeitspreis alt: 23,14 ct/kWh Neu 51,17 ct/kWh das sind 28,03 ct/kWh mehr oder über120% mehr!!!! plus 12,71€ Grundpreis mehr. Haben wir bis jetzt ca 720€ im Jahr bezahlt sind es nächstes Jahr 1600€. Danke Ampel für die 300€ die wir noch nicht bekommen haben.
  5. Robert
    Auch in diesem Beitrag frage ich mich wie so oft: Woher kommen diese moderaten Zahlen? Wir haben diese Woche von den Stadtwerken die Preisanpassungen ab dem 01.01.23 mitgeteilt bekommen. Bisher sind wir von Erhöhungen aufgrund von Vertragsvereinbarungen weitestgehend verschont geblieben. Nun steigt Strom um fast 200% von knapp 25 ct pro kWH auf über 70 ct pro kWH. Gas steigt um 300% von eheml. unter 6 ct pro kWH auf unglaubliche 24 ct pro kWH. Das macht für unser Einfamilienhaus mit 3 Kindern schlappe 6.000 Euro Mehrkosten pro Jahr. Sprich wir berappen jetzt 500 Euro MEHR pro MONAT! Und bevor jetzt jemand sagt ihr verbraucht halt zu viel nun spart doch mal... Wir wissen wie eine Heizung funktioniert. Wir haben eine nagelneue Brennwerttherme mit Solarthermie auf dem Dach. Fußbodenheizung. Durchweg neue stromsparenden Geräte/Lampen. Unser Verbrauch liegt bei um die 22.000 kWH GAS und 5.000 kWH STROM. Für einen 6 Personen-Haushalt vollkommen im Schnitt. Wo soll das bitte hinführen?
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