Strompreis-Anstieg gestoppt: So macht der Bund den Deckel drauf – erst einmal

3 Minuten
2023 hätte offenbar eine regelrechte Preisexplosion auf dem Strommarkt gedroht. Die Entgelte für die Stromnetzbetreiber sollten drastisch steigen. Diese Steigerung übernimmt nun der Bund. Was bedeutet das für dich?
Stromzähler
StromzählerBildquelle: Shutterstock / Jochen Netzker

Für das kommende Jahr haben die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber erstmals gemeinsam bundeseinheitliche Übertragungsnetzentgelte veröffentlicht. 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW sind zuständig für die Übertragung des Stroms von den Kraftwerken, Solarparks und Windrädern bis zu den städtischen Stromnetzen bei dir vor Ort. Diese Stromnetze müssen bezahlt werden. Dafür zahlst du mit jeder Kilowattstunde Strom, die du verbrauchst, automatisch einen Betrag. Er ist in deinem Strompreis einkalkuliert.

Netzentgelt wäre auf mehr als 10 Cent gestiegen

Seit 2019 erfolgte die schrittweise Vereinheitlichung der Netzentgelte. Bislang liegen sie je nach Anbieter zwischen 2,94 und 3,03 Cent pro kWh. Doch es war eine drastische Erhöhung geplant. Nach Angaben des Handelsblattes wären im kommenden Jahr stattdessen rechnerisch 10,7 Cent pro Kilowattstunde möglich gewesen. „Die Hauptursache dafür liegt bei den erheblichen Preissteigerungen auf den Brennstoff- und Strommärkten, die vor allem auf Russlands Krieg gegen die Ukraine zurückzuführen sind“, heißt es dazu von den Übertragungsnetzbetreibern. „Diese sorgen mindestens im laufenden und im kommenden Jahr für Steigerungen, insbesondere bei den Redispatch-Kosten und bei den Kosten für die Netzreserve, für die Vorhaltung von Regelleistung sowie für die Beschaffung von Verlustenergie.“ Auch der Ausfall zahlreicher Atomkraftwerke in Frankreich sorgt für gestiegene Kosten. Das Ungleichgewicht in den Netzen muss durch die vier Netzbetreiber ausgeglichen werden.

Eine Erhöhung um 7 Cent pro Kilowattstunde hätte für dich bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.000 Kilowattstunden im Jahr eine weitere Mehrbelastung von etwa 250 Euro inklusive Mehrwertsteuern bedeutet. Diese Kosten übernimmt nun fast komplett der Staat. Er zahlt den Übertragungsnetzbetreibern 13 Milliarden Euro und federt so den Strompreis ab.

Die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW begrüßen in einer gemeinsamen Pressemitteilung den Schritt. „Mit Hilfe des dritten Entlastungspakets der Bundesregierung sollen die Netzentgelte auf dem Niveau des Vorjahres stabilisiert werden. Auf dieser Basis liegen die vorläufigen durchschnittlichen Netzentgelte im nächsten Jahr bei 3,12 Cent pro Kilowattstunde.“ Die jetzt veröffentlichten Netzentgelte sind vorläufig. Sie stehen unter dem Vorbehalt, dass die gesetzliche Grundlage zur Stabilisierung bis zum 6. Dezember 2022 vorliegt.

Strompreise werden wohl dennoch weiter steigen

Trotz dieser Maßnahme ist dennoch nicht ausgeschlossen, dass die Strompreise für dich weiter steigen. Denn die Beschaffungskosten für Strom sind weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Experten gehen davon aus, dass der Strompreis im kommenden Jahr noch weiter steigen wird. Wichtig für dich: Bekommst du von deinem aktuellen Stromanbieter eine Preiserhöhung ins Haus, überprüfe die Preise, die er künftig verlangt. In vielen Fällen gibt es günstigere Alternativen – auch wenn diese deutlich teurer sind, als dein bisheriger Vertrag. Oft ist inzwischen auch der Grundversorger eine Alternative.

Willst du deinen Stromanbieter wechseln, empfehlen wird dir unseren Partner remind.me. Dort kooperiert man nach eigenen Angaben nur mit seriösen Anbietern, überwacht die Vertragsbeziehung und reagiert, sollte ein Anbieter seine Preise erhöhen. Zudem hat remind.me nach eigenen Angaben Zugriff auf Tarife, die du bei den öffentlichen Vergleichsseiten nicht bekommst.

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6 KOMMENTARE

  1. MitvernunftIndieZukunft

    Wieso wird immer, egal was, auf den krieg in der Ukraine zurück geführt? Das mit den Energiepreisen ist unsere Schuld, ganz alleine unser schlechte Energie politik durch Frau Merkel! Frau Merkel hat entschieden nach der Akw Explosion in Japan, Deutschland wird ab sofort Grün, dann kam der EEG mist. Man kann doch nicht von Heute auf Morgen die Akws abschalten ohne dafür zu sorgen das auch wirklich genug Strom da ist, hinzu kommt die zusätzliche Belastung der E Autos, man hat nicht nachgedacht. Die Akws Abschaltung war zu früh die Erneuerbaren Energie sind noch lange nicht soweit um den Strombedarf zu decken, dann hätten wir die hausgemachte Krise nicht. Hinzu kommt die Energiepreiskoplung der EU total daneben, egal welche Preis, es wird immer der teuerste Bezahlt, das heißt die Konzerne die den billigsten Preis haben/Arbeitskosten verdienen mit 🙈 .. Dies trifft auf Gas und Strom.

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  2. Line de Trueff

    Mein Stromanbieter Shell energy hat die wo von 26 auf 72 cent brutto erhöht. Das sind fast 300% Erhöhung.
    Sternstunden für unser Wirtschaftssystem. Wie gut, dass wir den Russen haben, weil wir dem alles in die Schuhe schieben können. Und als Verbraucher demütig und vill des Dankes unser Haupt senken, weil ja zurzeit gerade unsere Freiheit verteidigt wird.

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  3. HHI

    Warum passen sich denn die Netzentgelte abhängig vom Strompreis an? Die Netzentgelte sind doch nur mal von jemand festgelegt worden. Das kann man ändern. Die Netzbetreiber kann es egal sein, was der Strom in der Erzeugung kostet. Die Steuerung und Verteilung über die Trassen wird genau gleichviel Arbeit machen, egal was der Strom in der Leitung kostet. (Außer Vorort Betriebsstrom). Den es kommt ja auf die Leistung an, die transferiert wird. Die Kostenstruktur ist in immer mehr Bereichen nicht mehr zweckmäßig. Aber das könnte man auch bei Notaren, Architekten,Maklern sagen, die ihr Einkommen einfach Prozentual bekommen. Die aktuelle Krise wäre allen egal, wenn alle AN ihren Lohn jeden Monat inflationsangepasst ausbezahlt bekommen würden….

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  4. Alfio

    es währe schön wenn der Strom nicht an der Börse gehandelt wird ,dann würde der Strom die Hälfte kosten.Und die Axionäre sich nicht an uns bereichern.und die Regierung sollte semplichen ernegie Herstellung kompletten übernehmen und nur noch Beamte einsetzen

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  5. Akin

    weg mit diesem Regierung ..das von übersee gesteuert wird..

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  6. Christine Schmitz

    Wir können Energie Kosten sparen wenn wir 100% Klima neutral sind,
    und negative Energie wie Atom und
    Russland Gas nicht unterstützen.
    Dann kann man 25o,Euro und mehr
    Sparen dieses ist sehr wichtig
    Weil fiele Menschen sich das nicht mehr bezahlen können und kein Strom haben.und die Wohnung kalt ist.

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