Der Tankrabatt greift seit dem 1. Mai. Die Bundesregierung hat entschieden, die Energiesteuer von rund 17 Cent pro Liter Sprit direkt und vollumfänglich an die Verbraucher weiterzugeben. Das hatte zumindest der Branchenverband Fuels und Energie angekündigt. Doch die Realität sieht erschreckend anders aus, wie der ADAC festgestellt hat. Diesel und Benzin kosten jetzt nicht 17 Cent weniger pro Liter – ganz im Gegenteil. Der Tankrabatt ist bisher nicht komplett an den Tankstellen angekommen und obendrauf steigen die Spritpreise im Schnitt gerade wieder. Gegenüber „inside digital“ hat der Automobilklub erklärt, woran das liegen könnte und wann Autofahrer mit dem vollen Tankrabatt rechnen können.
ADAC deckt auf: Wo bleibt der Tankrabatt?
Pünktlich zum 1. Mai ist der Sprit günstiger geworden. Das stimmt, nur eben nicht um die komplett versprochenen 17 Cent. Der Tankrabatt, also der Energiesteuererlass, soll für zwei Monate gelten. Doch laut ADAC fiel dieser schon am Freitag mit nur 14 Cent geringer aus als erwartet. Das entspricht zwar der Energiesteuer, allerdings ohne Umsatzsteueranteil. Insgesamt müsste der Rabatt bei exakt 16,7 Cent liegen. Ergo ist der Tankrabatt noch nicht vollumfänglich beim Verbraucher angekommen.
Zudem hat der Automobilklub festgestellt, dass die Spritpreise im Vergleich zum 1. Mai schon wieder um 1,5 Cent gestiegen sind. Von den 14 Cent Rabatt waren am Samstag (2. Mai) nur noch 12 Cent übrig. Die Durchschnittspreise lagen da bei 2 Euro für den Liter E10 und 2,09 Euro für Diesel. Wie uns der ADAC auf Nachfrage verrät, gingen diese dann am Sonntag noch mal um gut 1 Cent nach oben. So stellt sich nun die Frage, woran diese verzögerte Weitergabe des Tankrabatts liegt und, warum die Spritpreise wieder steigen.
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Spritpreise: ADAC hofft auf die nächsten Tage
Die Verzögerung des Tankrabatts kann unter anderem dadurch bedingt sein, dass an einigen Tankstellen noch Reste vom Sprit verkauft werden, der noch vor Aussetzen der Energiesteuer eingekauft wurde. Für die zahlen Autofahrer noch den vollen Preis. Allerdings dürfte das schon sehr bald kein Thema mehr sein. „Wir rechnen schon damit, dass spätestens heute die große Mehrheit der Tankstellen mit dem günstiger besteuerten Sprit beliefert werden“, schätzt der ADAC am Montag (4. Mai) die Lage ein. Denn auch am Samstag konnten bereits Lieferungen stattfinden.
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Für die weiter steigenden Spritpreise hat der Automobilklub allerdings keine Erklärung. „Weil der Rohölpreis aktuell niedriger liegt als am 30. April, müssten die Preise (…) noch stärker sinken als um den Betrag der Energiesteuersenkung.“ Dass die Mineralölkonzerne im Gegenzug die Preise anheben, kritisiert der ADAC scharf. „Wir fordern ganz klar von den Mineralölkonzernen, die Steuersenkung ohne weitere Verzögerungen an die Verbraucher weiterzugeben.“ Darüber hinaus würden die Experten sogar noch „mehr Spielraum“ bei der Preisgestaltung sehen, als die 17 Cent durch die Energiesteuersenkung.
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Kurzum: Die Konzerne verdienen erneut an der Krise und nutzen den Tankrabatt für höhere Margen aus. Der Leidtragende ist mal wieder der Verbraucher am Ende der Nahrungskette.
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