Lauterbach mischt sich wieder ein, und wie. Nach seinem Rückzug aus dem Amt meldet er sich mit einem Vorschlag zurück, der das derzeit kriselnde Gesundheitssystem auf den Kopf stellen könnte. Viele gesetzlich Versicherte fühlen sich bereits heute wie B-Patienten zweiter Klasse, weil sie stundenlang auf Facharzttermine warten müssen. Deswegen möchte Lauterbach das System jetzt umstrukturieren, mit einer Idee, die für Diskussionsstoff sorgt.
Die neue Idee: Kassenpatienten bekommen „Privatstatus“
Lauterbach sagt es klar: Wenn gesetzlich Versicherte innerhalb von drei Wochen keinen Termin beim Facharzt bekommen, sollen sie, wie ein Privatpatient, im Krankenhaus behandelt werden dürfen. Diese Behandlung außerhalb der klassischen Facharztpraxen soll möglich sein, sofern im Krankenhausambulanzbereich Kapazitäten verfügbar sind. Finanziert werden sollen sie aus den Honorartöpfen der niedergelassenen Ärzte.
Sein Argument: Die langwierigen Wartezeiten beim Facharzt sind für viele Menschen quälend und unverhältnismäßig. Zurecht, denn die Rede ist hier von teils sechs Wochen im Durchschnitt. Anstatt Patienten warten zu lassen, soll das System flexibler werden und die vorhandenen Kapazitäten im Klinikbereich nutzen, so Lauterbachs Vision.
Kritik und Chaos: Warum Experten in Alarmbereitschaft sind
Nicht alle sind begeistert von Lauterbachs Vorschlag. Kritiker nennen ihn realitätsfern und warnen vor einer Überlastung der Krankenhäuser, die schon heute am Limit arbeiten. Demnach könnten sich plötzlich Millionen gesetzlich Versicherte den „Privatstatus“ im Krankenhaus sichern. Fachverbände befürchten, dass es hierzulande zum Chaos kommen könnte.
Ärzte kritisieren den Vorschlag scharf. Weiter warnen sie davor, dass dieser Plan den Druck auf Praxen weiter erhöhen und gleichzeitig die Ressourcen im Krankenhaussystem zwangsenteignen könnte. Die Gefahr: Ein Flickenteppich aus Überlastung, Ungerechtigkeit und steigenden Kosten, der am Ende auch Patienten nicht hilft.
Die politische Dimension: Mehr als nur ein Gesundheitsthema
Lange Wartezeiten bei Fachärzten sind Alltag für viele. Und das hat mit strukturellen Problemen zu tun: Facharztmangel, fehlende Digitalisierung, administrative Hürden und sinkende Attraktivität in vielen Fachrichtungen.
Lauterbachs Idee, gesetzlich Versicherte bei Facharztmangel wie Privatpatienten im Krankenhaus zu behandeln, ist ein radikaler Vorstoß, der natürlich Aufmerksamkeit erzeugt. Aber er zieht auch heftige Gegenreaktionen nach sich. Ob dieser Vorschlag das Gesundheitssystem tatsächlich verbessern könnte oder am Ende nur neue Probleme schafft, ist offen und wird weiter heiß diskutiert.
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