Die Deutsche Kreditbank AG (DKB) gehört zu den hierzulande beliebtesten Banken. Bereits im Jahr 2024 wies das Kreditinstitut knapp 6 Millionen Privatkunden auf. Dennoch sorgte die DKB jüngst für Negativschlagzeilen, als eine Stuttgarter Kanzlei plötzlich nicht autorisierte Abflüsse von Kundenkonten meldete. Und nun haben DKB-Kunden erneut ein kostspieliges Problem, diesmal mit der Echtzeit-Überweisung. Allerdings eines, an dem die DKB keinerlei Anteil hat.
DKB-Schreiben im Briefkasten
Auf Reddit postete ein Nutzer jüngst einen Brief, den er im Namen der DKB erhalten hatte. Darin ist davon die Rede, dass eine Echtzeit-Überweisung seit dem 7. Oktober 2025 für Kunden freigeschaltet sei. Und tatsächlich: Seit dem 9. Oktober sind Kreditinstitute dazu verpflichtet, als Echtzeitüberweisung verschicktes Geld innerhalb von 10 Sekunden auf das Empfängerkonto zuzustellen. Alles andere in dem Schreiben ist dagegen eine einzige große Lüge.
Der angebliche DKB-Brief ist Teil einer als Quishing bezeichneten Betrugsmasche. Obwohl das Schreiben auf den ersten Blick seriös wirkt – korrekte Logos, richtige Anrede, beglichenes Porto –, wurde es von Cyberkriminellen verfasst. Das Ziel der Täter ist es, Empfänger unter Vorgaukeln einer für Echtzeit-Überweisung notwendigen Legitimation einen betrügerischen QR-Code scannen zu lassen. Dieser führt laut dem Reddit-Nutzer auf eine täuschend echte DKB-Anmeldeseite. Nur ist die URL falsch und sämtliche Verlinkungen scheinen nicht zu funktionieren.
Das Ziel der Täter ist in solchen Fällen meist dasselbe: Sie wollen die Zugangsdaten und weitere Informationen eines Bankkunden abgreifen. Gelingt es ihnen zudem, die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) einer Bank zu umgehen, können sie eigenständig hohe Beträge vom Konto abbuchen – was zuletzt bei der DKB auch geschehen zu sein scheint. In diesem Kontext unterstreicht die DKB selbst, dass Kunden niemals ihre Zugangsdaten, PIN oder TAN per E-Mail, SMS oder am Telefon weitergeben sollen.
Was tun bei einem DKB-Brief?
Wer einen DKB-Brief erhält, sollte zunächst einmal darauf achten, ob er zum Scannen eines QR-Codes oder zum Aufrufen einer vorgegebenen URL aufgefordert wird. Allein dieser Umstand deutet oft auf einen betrügerischen Hintergrund hin. Ansonsten müssen Anschrift und Anrede korrekt sein, genauso wie die Logos und alle weiteren Firmendaten. Hier empfiehlt es sich, den neuen Brief mit einem echten DKB-Brief zu vergleichen. Doch bei einer guten Fälschung liefert auch dieser Vergleich möglicherweise keine ausreichende Erkenntnis.
Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, kann Kontakt mit dem Kundenservice der DKB aufnehmen und sich die Echtheit des Schreibens bestätigen lassen. Ansonsten ist die DKB-Hotline „030 120 300 00“ rund um die Uhr erreichbar. Darüber können Betroffene ihren Banking-Zugang notfalls schnell sperren lassen, um Geldabflüsse zu verhindern.
