Festgeld-Vergleich: Wo es jetzt die meisten Zinsen gibt

Festgeld ist die Anlageform für Menschen, die ihrem eigenen Zugriff misstrauen. Man gibt der Bank Geld, sie gibt einen festen Zins und den Schlüssel erst nach Ablauf der Frist zurück. Für diesen Verzicht zahlen die besten Banken im Oktober 2026 bis zu 3,49 Prozent für ein Jahr und bis zu 3,67 Prozent für fünf. Interessant ist weniger die höhere der beiden Zahlen als der Abstand dazwischen: Vier zusätzliche Jahre ohne Zugriff bringen auf 10.000 Euro gerade einmal 18 Euro pro Jahr.

Der Hintergrund hat sich seit dem Sommer verschoben. Die Europäische Zentralbank hat den Einlagensatz am 10. September von 2,25 auf 2,50 Prozent angehoben, wirksam seit dem 16. September. Die Inflation in Deutschland ist im September nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts auf 3,3 Prozent gestiegen, nach 2,9 Prozent im August. Das beste Einjahresangebot liegt damit 0,19 Punkte über der Teuerung. Vor Steuern.

Welche Bank zahlt im Festgeld-Vergleich die meisten Zinsen?

Den höchsten Zins für ein Jahr zahlt derzeit die Opel Direktbank mit 3,49 Prozent, für fünf Jahre die liechtensteinische wiLLBe mit 3,67 Prozent. Die folgende Tabelle zeigt den gesamten Markt, also alle Angebote inklusive Zinsplattformen und unabhängig vom Länderrating:

Stand dieses Vergleichs: 7. Oktober 2026. Zinssätze: Angaben der Anbieter. Rechenbeispiele mit 10.000 Euro, ohne Zinseszins, vor Steuern. Wir aktualisieren diesen Vergleich monatlich sowie nach jeder EZB-Zinsentscheidung. Nächster Termin: 29. Oktober 2026.

Bis zwei Jahre steigt die Kurve spürbar, danach kriecht sie. Zwischen zwei und fünf Jahren liegen beim Spitzenzins 0,12 Punkte, beim Durchschnitt exakt null: Wer fünf Jahre bindet, bekommt im Schnitt aller Angebote dasselbe wie für zwei. Erst bei zehn Jahren zieht der Zins an, nur gibt es dafür kaum noch Anbieter.

Festgeld für 1, 2 und 5 Jahre: die besten Angebote

In den folgenden Tabellen stehen nur Direktangebote von Banken aus Ländern mit einem Rating von AA oder AAA. Wer Geld für Jahre aus der Hand gibt, sollte wissen, wer im Ernstfall dahintersteht. Banken aus Ländern mit A-Rating zahlen teils etwas mehr; der Einjahres-Spitzenreiter aus dieser Gruppe steht unter der ersten Tabelle.

Festgeld 1 Jahr

Den insgesamt höchsten Einjahreszins zahlt die Opel Direktbank mit 3,49 Prozent; sie ist über die französische Einlagensicherung abgesichert, Frankreich hat ein A-Rating. HoistSpar nimmt maximal 90.000 Euro an.

Festgeld 2 Jahre

Drei der sechs Angebote laufen über die deutsche Einlagensicherung. Der Abstand zur Spitze beträgt 0,19 Punkte, auf 10.000 Euro und zwei Jahre also 38 Euro. Für manche ist das der Preis dafür, keine Steuererklärung mit Anlage KAP ausfüllen zu müssen.

Festgeld 5 Jahre

Wer deutsche Einlagensicherung will, landet bei der GEFA Bank mit 3,50 Prozent; die Mindestanlage liegt dort bei 10.000 Euro. Bei der DHB Bank fließen alle Zinsen erst am Ende, was steuerlich teuer werden kann (siehe Abschnitt Steuern).

Daten: 1 Jahr Stand 4. Oktober 2026, 2 und 5 Jahre Stand 5. Oktober 2026.

Warum sich lange Laufzeiten gerade kaum lohnen

Wer 10.000 Euro heute für fünf Jahre zum Spitzenzins von 3,67 Prozent anlegt, hat am Ende 1.835 Euro Zinsen. Wer dasselbe Geld fünfmal hintereinander für ein Jahr anlegt und dabei jedes Mal 3,49 Prozent bekommt, landet bei 1.745 Euro. Der Unterschied von 90 Euro ist der Lohn dafür, fünf Jahre lang nicht an sein Geld zu kommen.

→ Experten-Regel: So viel Geld sollte mindestens auf deinem Konto liegen

Die Rechnung kippt, sobald die Einjahreszinsen in den vier Folgejahren im Schnitt auf rund 3,72 Prozent steigen, also um rund 0,23 Punkte. Das ist ungefähr die Größenordnung, die die EZB im September an einem einzigen Sitzungstag geliefert hat. Ob es so weitergeht, weiß niemand. Fallen die Zinsen dagegen, hat der Fünfjahresanleger alles richtig gemacht, und genau darin besteht die Wette: Wer lange bindet, setzt auf sinkende Zinsen, und bekommt für diese Wette im Moment kaum eine Prämie.

Wer sich nicht festlegen will, verteilt die Summe auf mehrere Laufzeiten, etwa je ein Drittel auf ein, zwei und drei Jahre. Dann wird jedes Jahr ein Teil frei und kann zum dann gültigen Zins neu angelegt werden. In Ratgebern heißt das Leiter- oder Treppenstrategie, im Grunde ist es Vorsicht mit Kalender.

Was Hausbanken und bekannte Direktbanken zahlen

Bei den großen Namen liegt der Zins je nach Laufzeit 0,3 bis 2,0 Punkte unter der Marktspitze, und die Zinskurven folgen keiner erkennbaren Logik.

Bei der Deutschen Bank bekommt, wer sich zwei Jahre bindet, 0,7 Punkte weniger als für ein Jahr. Treue wird dort mit Abzug belohnt. Die Openbank zahlt für ein, zwei und fünf Jahre identische 2,25 Prozent, die Laufzeit ist dort reine Formsache. Die pbb direkt macht es umgekehrt und zahlt für ein Jahr 1,50 Prozent, für fünf aber 3,35.

Auf fünf Jahre gerechnet liegen zwischen der Deutschen Bank und der GEFA Bank, beide mit deutscher Einlagensicherung, 550 Euro auf 10.000 Euro. Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken legen ihre Festgeldzinsen regional fest und fehlen deshalb in der Tabelle.

Die Verlängerungsfalle: Was am Ende der Laufzeit passiert

Beim Tagesgeld lauert der Haken nach dem Aktionszeitraum, beim Festgeld am Fälligkeitstag. Ein Teil der Banken zahlt das Geld dann automatisch aus, ein anderer legt es stillschweigend neu an, zu dem Zins, der an diesem Tag gerade gilt. Der kann deutlich unter dem liegen, mit dem die Bank den Kunden ursprünglich gewonnen hat.

So regeln es einige Anbieter laut ihren Bedingungen:

  • CreditPlus: Wer nicht bis drei Werktage vor Fälligkeit kündigt, wird bei Laufzeiten ab zwölf Monaten automatisch um zwölf Monate verlängert, zum dann gültigen Zins, und das wiederholt sich Jahr für Jahr.
  • SWK Bank: Ohne Kündigung verlängert sich das Festgeld um die ursprüngliche Laufzeit, ebenfalls zum dann gültigen Zins.
  • HoistSpar: Wer bis einen Tag vor Laufzeitende keine Auswahl trifft, dessen Geld wird samt Zinsen für dieselbe Laufzeit erneut gebunden.
  • J&T Direktbank, DKB, Bigbank: Das Geld wird zum Laufzeitende automatisch auf das Tages- oder Referenzkonto ausgezahlt.

Auch die Auszahlung ist nicht automatisch gut. Landet das Geld auf dem hauseigenen Tagesgeldkonto, gilt dort der hauseigene Tagesgeldzins, und der ist selten der beste.

Daraus folgt eine einfache Routine:

  1. Fälligkeitsdatum bei Abschluss in den Kalender eintragen, mit fünf Wochen Vorlauf. Manche Banken erlauben eine Verlängerung erst kurz vor Ende, bei J&T ab 35 Tagen, bei grenke zwischen 28 und 5 Tagen vorher.
  2. In den Vertragsbedingungen nachsehen, ob die Bank auszahlt oder verlängert, und bei automatischer Verlängerung die Kündigungsfrist notieren.
  3. Vier Wochen vor Fälligkeit diesen Festgeld-Vergleich prüfen und entscheiden: verlängern, wechseln oder ins Tagesgeld.
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Festgeld oder Tagesgeld: Was nach der Inflation übrig bleibt

Gegenüber Tagesgeld lohnt sich Festgeld für jedes Geld, das mindestens ein Jahr entbehrlich ist. Das beste Tagesgeldkonto bringt in unserer Zwölf-Monats-Rechnung effektiv 2,73 Prozent, das beste Einjahresfestgeld 3,49 Prozent. Auf 10.000 Euro sind das 76 Euro mehr, ohne Kalendereintrag für den nächsten Kontowechsel.

Gegenüber der Inflation sieht es anders aus. Die Teuerung lag im September nach vorläufigen Zahlen bei 3,3 Prozent.

  • Bestes Tagesgeld (effektiv, 12 Monate): 2,73 Prozent, also 0,57 Punkte unter der Inflation.
  • Bestes Festgeld, 1 Jahr: 3,49 Prozent, also 0,19 Punkte darüber.
  • Durchschnittliches Festgeld, 1 Jahr: 2,53 Prozent, also 0,77 Punkte darunter. Auf 10.000 Euro sind das rund 77 Euro Kaufkraftverlust im Jahr.
  • Nach Steuern: Ist der Sparerpauschbetrag ausgeschöpft, ziehen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag 0,92 Punkte ab. Aus 3,49 Prozent werden 2,57 Prozent, 0,73 Punkte unter der Inflation.

Festgeld schlägt die Teuerung derzeit nur an der Spitze und nur, solange das Finanzamt nicht mitrechnet. Für den Notgroschen bleibt Tagesgeld die bessere Wahl, für alles, was in den kommenden zwölf Monaten sicher nicht gebraucht wird, ist Festgeld derzeit der bessere Parkplatz.

→ Tagesgeld-Vergleich: Wo es jetzt die meisten Zinsen gibt

Steuern: Warum die Zinsgutschrift wichtiger ist als die zweite Nachkommastelle

Festgeldzinsen sind Kapitalerträge. Der Sparerpauschbetrag liegt 2026 bei 1.000 Euro pro Person, bei zusammenveranlagten Ehepaaren bei 2.000 Euro (§ 20 Abs. 9 EStG). Bis dahin bleiben Zinsen steuerfrei, wenn bei der Bank ein Freistellungsauftrag liegt. Bei 3,49 Prozent ist der Betrag eines Singles ab rund 28.650 Euro Anlagesumme ausgeschöpft.

Beim Festgeld kommt ein Detail hinzu, das neben der Zinsspalte gern untergeht: Versteuert wird im Jahr, in dem die Zinsen fließen. Zahlt eine Bank alle Zinsen erst am Laufzeitende, landet der Ertrag aus fünf Jahren in einem einzigen Steuerjahr.

Ein Beispiel: 25.000 Euro, fünf Jahre, 3,35 Prozent. Mit Gutschrift am Laufzeitende fließen auf einen Schlag 4.187,50 Euro. Nach Abzug des Pauschbetrags bleiben 3.187,50 Euro steuerpflichtig. Fällig werden rund 841 Euro Abgeltungsteuer und Soli. Bei jährlicher Gutschrift sind es 837,50 Euro pro Jahr, die ohne weitere Kapitalerträge komplett unter dem Pauschbetrag bleiben. Bei gleichem Zins entscheidet die Art der Gutschrift hier über mehr Geld als ein Zehntelprozentpunkt Zinsunterschied, der über fünf Jahre 125 Euro ausmacht.

→ Freistellungsauftrag: Darum ist er für Sparer so wichtig

Ein zweiter Punkt betrifft ausländische Banken. HoistSpar, wiLLBe und Bigbank etwa nehmen keinen Freistellungsauftrag an und führen keine deutsche Abgeltungsteuer ab. Die Zinsen gehören dann in die Anlage KAP der Steuererklärung. Das ist kein Beinbruch, aber eine Pflicht.

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Einlagensicherung: Kronen, Franken und ein Rating

Innerhalb der EU sind Einlagen gesetzlich bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt. Zwei Anbieter aus unseren Tabellen weichen davon ab, und zwar in der Währung.

HoistSpar sitzt in Schweden und ist über die schwedische Einlagensicherung bis 1.150.000 Kronen abgesichert. Entschädigt wird in Kronen, umgerechnet zum Kurs am Tag des Ausfalls. Die Bank nimmt ohnehin höchstens 90.000 Euro an, was einen Puffer lässt.

wiLLBe, Spitzenreiter bei zwei und fünf Jahren, sitzt in Liechtenstein. Das Land gehört zum Europäischen Wirtschaftsraum, nicht zur EU. Die gesetzliche Sicherung beträgt 100.000 Schweizer Franken. Wer dort die vollen 100.000 Euro anlegt, hängt im Ernstfall am Wechselkurs. Wer deutlich darunter bleibt, ist davon nicht betroffen.

Warum unsere Bankentabellen nur Länder mit AA- oder AAA-Rating zeigen: Reicht ein nationaler Sicherungsfonds im Ernstfall nicht aus, kommt es auf die Finanzkraft des Landes an, in dem er sitzt. Beim Tagesgeld lässt sich das Geld bei den ersten schlechten Nachrichten abziehen, beim Festgeld nicht.

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Vorsicht gilt bei Angeboten, die deutlich aus dem Rahmen fallen. Der Spitzenzins für ein Jahr liegt im gesamten Vergleich bei 3,49 Prozent. Wer für ein Jahr vier oder fünf Prozent angeboten bekommt, oft per Anruf oder über eine unbekannte Vergleichsseite, sollte die Bank zuerst in der Unternehmensdatenbank der BaFin suchen. In den vergangenen Jahren gab es mehrfach betrügerische Festgeld-Angebote mit gefälschten Bankdokumenten.

Häufige Fragen zum Festgeld-Vergleich

6 Fragen
Welche Bank zahlt im Oktober 2026 die höchsten Festgeldzinsen?

Für ein Jahr die Opel Direktbank mit 3,49 Prozent, unter den Banken aus Ländern mit AA- oder AAA-Rating HoistSpar und Bank of Scotland mit je 3,40 Prozent. Für fünf Jahre führt wiLLBe mit 3,67 Prozent, mit deutscher Einlagensicherung die GEFA Bank mit 3,50 Prozent.

Welche Laufzeit lohnt sich gerade?

Ein bis zwei Jahre. Fünf Jahre bringen an der Spitze nur 0,18 Punkte mehr als ein Jahr, im Marktdurchschnitt gar nichts mehr als zwei. Wer lange bindet, wettet auf sinkende Zinsen.

Kann ich Festgeld vorzeitig kündigen?

In der Regel nicht. Die meisten Banken schließen eine vorzeitige Kündigung vertraglich aus. Einige lassen sie in Ausnahmefällen zu, dann meist mit Zinsverlust. Geld, das vor Ablauf gebraucht werden könnte, gehört aufs Tagesgeldkonto.

Was passiert am Ende der Laufzeit?

Das hängt von der Bank ab. Manche zahlen automatisch aufs Referenz- oder Tagesgeldkonto aus, andere verlängern ohne Kündigung zum dann gültigen Zins. Die Regel steht in den Vertragsbedingungen und gehört mit Frist in den Kalender.

Muss ich Festgeldzinsen versteuern?

Ja, als Kapitalerträge. Bis 1.000 Euro im Jahr (2.000 Euro bei Ehepaaren) bleiben sie mit Freistellungsauftrag steuerfrei. Versteuert wird im Jahr der Auszahlung. Bei Zinsgutschrift am Laufzeitende kann der Pauschbetrag deshalb schnell überschritten sein.

Ist mein Geld auf dem Festgeldkonto sicher?

Innerhalb der EU greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Bei Banken in Schweden oder Liechtenstein gilt die Grenze in Kronen beziehungsweise Franken, der Euro-Gegenwert schwankt mit dem Wechselkurs.

So vergleichen wir

Die Übersicht nach Laufzeit umfasst alle Festgeldangebote mit gesetzlicher Einlagensicherung im Europäischen Wirtschaftsraum, einschließlich der Angebote über Zinsplattformen und unabhängig vom Länderrating. Die Bankentabellen zeigen nur Direktangebote von Banken aus Ländern mit einem S&P-Rating von AA oder AAA. Grundlage der Zinssätze sind Anbieterangaben, der Datenstand ist im Text ausgewiesen. Erträge sind eine eigene Modellrechnung für 10.000 Euro ohne Zinseszins und vor Steuern; Angaben zu Zinsgutschrift, Freistellungsauftrag und Verlängerung stammen aus den Bedingungen der Banken. Dieser Artikel ist eine redaktionelle Marktübersicht und keine Anlageberatung. Er enthält Partner-Links: Schließt du über einen solchen Link ein Produkt ab, erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich an den Konditionen nichts.

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