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Niemand braucht einen 1.000-Euro-Saugroboter. Mova zeigt im Test, warum

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Mit dem P70 Pro Ultra bringt Mova jede Menge Flaggschiff-Technik in die Mittelklasse. 30.000 Pa Saugkraft und eine ausfahrbare Seitenbürste gibt es sonst kaum unter 1.000 Euro. Hier bekommst du das Paket für unter 700 Euro.
Mova P70 Pro Ultra im Test
Mova P70 Pro Ultra im TestBildquelle: Thomas Kern / inside digital

100 Grad heißes Wasser für die Moppwäsche, 30.000 Pa Saugkraft und eine ausfahrbare Seitenbürste – und das alles für unter 700 Euro? Solch eine Ausstattung kannte man bislang fast nur von Flaggschiffen jenseits der 1.000-Euro-Marke. Mit dem P70 Pro Ultra will der Mova diese Regel brechen. Kann der Saug- und Wischroboter die teuren Top-Modelle tatsächlich unter Druck setzen?

Verarbeitung und Einrichtung des Mova P70 Pro Ultra

Optisch bleibt Mova seiner Linie treu. Abgerundete Kanten, weißes Plastik in Hochglanz-Optik und ein silberner Schriftzug sorgen für einen wertigen Ersteindruck, der sich stark an teuren Mova-Modellen wie dem Z60 Ultra Roller Complete (Test) orientiert. Der P70 Pro Ultra setzt auf einen festen Laserturm auf der Oberseite. Mit einer Bauhöhe von 10,38 cm gehört er nicht zu den flachen Vertretern seiner Zunft und passt entsprechend nicht unter jedes niedrige Möbelstück.

Die Station ist Mova-typisch vollgepackt mit Funktionen. Sie saugt den Staub ab und kümmert sich um die Wäsche und Trocknung der Wischausrüstung. Bemerkenswert ist, dass Mova die Mopps mit 100 Grad heißem Wasser durchspült. Das ist eine Temperatur, die man sonst fast ausschließlich bei deutlich teureren Modellen findet. Anschließend werden die Pads mit rund 70 Grad heißer Luft getrocknet. Die Tanks fallen großzügig aus: 4 Liter Frischwasser, 3,5 Liter Abwasser und ein 3,2-Liter-Staubbeutel sorgen für lange Wartungsintervalle.

Station des Mova P70 Pro Ultra Image source: Thomas Kern / inside digital

Für die Einrichtung lädst du dir dann die Movahome-App herunter, scannst den QR-Code am Roboter und stellst eine WLAN-Verbindung her. Nach einem kurzen Firmware-Update schickst du den Roboter zur Kartierung los. Das Mapping geht im Test schnell und ist präzise. Räume werden korrekt erkannt und dementsprechend getrennt.

Diese Funktionen bietet die Movahome-App

In der App stellst du die Reinigung nach deinen Wünschen ein. Dir stehen mehrere Saug- und Wischstufen zur Verfügung. Alles andere als selbstverständlich für den Preis ist die Option, die Mopps in der Station absetzen zu können. Für gewöhnlich ist das ein Feature, das Modellen jenseits der 1.000-Euro-Marke vorenthalten ist.

Screenshot aus der Movahome-App Image source: Thomas Kern / inside digital

Ein Highlight für Sicherheitsbewusste: Datenschutzkritische Funktionen wie der Kamerazugriff sind ab Werk deaktiviert und lassen sich nur nach ausdrücklicher Zustimmung – und mit PIN – aktivieren. Ist die Kamera freigeschaltet, kannst du den Roboter aus der Ferne durch die Wohnung fahren und nach dem Rechten sehen. Oder du checkst, was deine Katzen während deiner Abwesenheit angerichtet haben.

Saug- und Wischleistung des Mova P70 Pro Ultra

Bei der Saugleistung spielt der P70 Pro Ultra ganz oben mit. Mit 30.000 Pa lässt der Roboter auf glatten Oberflächen wie Fliesen und Hartböden kaum etwas liegen. Zur Einordnung: Auch hier liegt er auf dem Niveau, das man sonst erst bei Flaggschiffen erwartet. In Ecken hilft die ausfahrbare Seitenbürste, die auch rund um Tisch- und Stuhlbeine gründlich arbeitet. In der Praxis schafft es der Roboter zudem, kleine Partikel wie Sand aus Ecken herauszubekommen.

Testvolumen (g)Ansaugvolumen (g)Effizienz (%)
Haferflocken (Fliesen)10 g9,5 g95 %
Haferflocken (Teppich)10 g8,2 g82 %
Sand (Teppich)10 g8,0 g80 %

Auf Teppichen sinkt die Effizienz beim Saugen jedoch. Nicht untypisch für Saugroboter, ist der Leistungsabfall beim Mova-Modell dennoch höher als gewöhnlich bei Putzbots. Eine versteckte Einschränkung gibt es hingegen für Haustierbesitzer. Denn Mova verbaut ab Werk nur eine einfache Gummiwalze als Hauptbürste. Dadurch verwickeln sich einzelne Haare in der Bürste. Die haarschneidende CleanChop-Bürste, die genau das verhindern soll, gibt es nur optional gegen Aufpreis.

Rückseite des Mova P70 Pro Ultra Image source: Thomas Kern / inside digital

Beim Wischen setzt Mova auf zwei rotierende Wischpads, die einen Anpressdruck von 12 N ausüben. Zum Vergleich: Der Saugroboter-Testsieger wischt mit einem Anpressdruck von 14N, kostet aber auch das Doppelte. Feuchte Flecken entfernt der Mova-Roboter zuverlässig, wenn auch Teile der Flecken verschmiert werden. Zusätzlich tut er sich bei eingetrockneten Flecken schwer, die er erst nach unzähligen Durchläufen entfernen kann. Ein Grund könnte auch sein, dass der Roboter nicht mit heißem Wasser wischt. Aber bei einem Kaufpreis von 700 Euro ist das Meckern auf hohem Niveau. Für die Ecken- und Kantenreinigung fährt der rechte Mopp bei Bedarf nach außen.

Navigation und Hinderniserkennung des Mova P70 Pro Ultra

Zur Orientierung nutzt der P70 Pro Ultra einen Laserturm auf der Oberseite, ergänzt um eine KI-gestützte Objekterkennung an der Front. In der Praxis fährt der Roboter strukturierte Bahnen und findet stets ohne Umwege zurück zur Station. Größere Hindernisse wie Hausschuhe, Spielzeug oder aufgerollte Kabel erkennt und umfährt er zuverlässig.

Navigation des Mova P70 Pro Ultra Image source: Thomas Kern / inside digital

Ganz makellos ist das Bild aber nicht. Kleine oder flache Gegenstände wie Kabel erkennt der Roboter in einigen Fällen zu spät und überfährt sie. Hinzu kommen vereinzelte Aussetzer, bei denen der P70 Pro Ultra scheinbar grundlos für einen Moment verharrt. Hinsichtlich der Akkuleistung kann der Roboter vollends überzeugen. Nach 30 Minuten auf den höchsten Leistungsstufen, hat der P70 Pro Ultra noch 78 Prozent Restakku übrig. Somit eignet er sich auch für größere Wohnungen jenseits der 100 m².

Fazit: Viel Flaggschiff-Technik für erstaunlich wenig Geld

Der Mova P70 Pro Ultra ist einer der spannendsten Saug- und Wischroboter der gehobenen Mittelklasse. Für einen Preis von deutlich unter 1.000 Euro bekommst du eine Ausstattung, die sonst den Top-Modellen vorbehalten ist: 30.000 Pa Saugkraft, eine ausfahrbare Seitenbürste und einen schwenkbaren Mopp.

Seitenansicht des Mova P70 Pro Ultra Image source: Thomas Kern / inside digital

Kompromisse gibt es dennoch. Die Anti-Haar-Bürste kostet extra, die rotierenden Wischteller neigen zum Verschmieren, und die ansonsten ordentliche Navigation leistet sich bei kleinen Hindernissen gelegentlich Ausrutscher. Wenn du damit leben kannst, bekommst du ein enorm stimmiges Gesamtpaket. In diesem Preisbereich muss sich der P70 Pro Ultra vor Konkurrenten wie dem Dreame L50s Pro Ultra (Test) nicht verstecken, im Gegenteil. Preislich liegt die UVP bei 699 Euro, immer wieder war der Roboter aber für unter 600 Euro.

Vorteile:

  • Hochwertiges Design
  • Starke Saugleistung auf Hart- und Teppichböden
  • Ausfahrbarer Mopp und ausfahrbare Seitenbürste für gute Kantenreinigung
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Nachteile:

  • Hoher Roboter
  • Schwächen beim Wischen
  • Saugeffizienz sinkt auf Teppichen
  • Gelegentliche Aussetzer und Schwächen bei kleinen Hindernissen

Kommentar

Von Thomas Kern

Mit dem Mova P70 Pro Ultra gibt es den Beweis, dass auch Saugroboter für unter 1.000 Euro mit Premium-Funktionen überzeugen können. Nein, der Roboter ist nicht perfekt. Beim Wischen, hinsichtlich der Saugleistung auf Teppichen und in wenigen Fällen bei der Hinderniserkennung, muss man Abstriche hinnehmen. Dafür punktet der P70 Pro Ultra in allen anderen Belangen.

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Bildquellen

  • p70-pro-ultra-stationsinhalt: Thomas Kern / inside digital
  • mova-p70-pro-ultra-screenshot: Thomas Kern / inside digital
  • p70-pro-ultra-rückseite: Thomas Kern / inside digital
  • p70-pro-ultra-navigation: Thomas Kern / inside digital
  • p70-pro-ultra-seitenansicht: Thomas Kern / inside digital
  • mova-p70-pro-ultra-titelbild: Thomas Kern / inside digital

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