Zwei Mähteller mit breitem Schnittfeld und ein Allradantrieb, mit dem der Roboter auch bei nassem Untergrund nie die Traktion verlieren soll. Der Navimow X420 hat auf dem Papier alle Voraussetzungen, um der neue Mähroboter-Standard für große Gärten zu sein. Beweist er das auch in der Praxis?
Einrichtung und Verarbeitung des Navimow X420
Viel Spaß beim Herauswuchten des Navimow X420. Denn der 28,8 kg schwere Mähroboter steckt in einem Karton, der auf einer Europalette geliefert wird. Wenn du ihn aus der Verpackung herausbekommen hast, wirst du schnell bemerken, dass wirklich an jeder Ecke des Roboters Technik steckt. Eine gute Ablenkung für die Rückenschmerzen nach dem Kraftakt, das Teil überhaupt aus dem Karton zu bekommen.
Weg vom Rücken und ab zum Roboter. Navimow setzt auf ein Vierräder-Design, mit Allradantrieb natürlich. Vorn an der Oberseite sitzen eine erhöhte 360-Grad-RGB-Kamera, ToF-Sensoren (Time of Flight) und 360-Grad-KI-Kameras, die für die Hinderniserkennung und -vermeidung zuständig sind. Wenn wir schon auf der Oberseite sind: Dort gibt es einen 3,5-Zoll-Farb-LCD-Bildschirm, der dir bei der Bedienung ohne App hilft. Gut gefällt mir hier, dass die Informationen vom Display auch bei hellem Sonnenlicht gut ablesbar sind.
Dann geht es an die Einrichtung. Ich habe die Navimow-App bereits im Test des Navimow i210 Lidar Pro in den Himmel gelobt, weil sie einerseits benutzerfreundlich ist und zum anderen Funktionen bereithält, die kein anderer Hersteller bietet. Aber der Reihe nach.
Navimow hilft dir in der App mit detaillierten Tipps. So musst du beispielsweise zwei Meter Freiraum vor der Station lassen und jeweils 50 cm zu beiden Seiten. Wie die meisten Mähroboter kannst du auch den X420 problemlos im Regen stehen lassen. Navimow gibt eine IP66-Zertifizierung an. Dementsprechend wäre eine Garage nur ein optisches Upgrade und keine Notwendigkeit.
Danach kannst du zwischen einer automatischen und einer manuellen Kartierung wählen. Ich empfehle die manuelle, da noch kein Mähroboter beim automatischen Mapping besonders überzeugen konnte. Bei der manuellen fährst du den Formel-1-Boliden entlang deiner Gartenbegrenzungen. Das Fahrgefühl ist angenehm. Falls du doch an einer Stelle zu schnell warst, kannst du die betroffene Stelle neu abfahren.
Die wohl genialste Funktion sind Einstellungen nach Wetterlagen. So kannst du für jede Wetterlage voreingestellte Verhaltensmuster auswählen. Konkret ist das für Regen, Schnee, Hitze, Frost und starken Wind möglich. Das ist natürlich praktisch, bei Themen rund um die Frage, ob man den Mähroboter den Rasen vor oder nach dem Regen mähen lassen sollte. Ein nettes Feature ist außerdem, dass die App das aktuelle Wetter darstellt. Als es im Test anfing zu regnen, startete auch ein Schauer im Hauptmenü der Navimow-App.
Mähleistung des Navimow X420: Effizienter, breiter Rasenschnitt
Beim Mähwerk geht Navimow in die Vollen. Zwei Mähteller hat der X420, die eine Schnittbreite von 43 m abdecken. Derweil stellst du die Schnitthöhe in 5-mm-Schritten von 2 bis 9,5 cm ein. In dieser Hinsicht hat Mammotion allerdings die Nase vorn, da sie eine Anpassung in 1-mm-Schritten bieten, wie etwa der Luba mini 2 AWD (Test). Was Navimow aber bietet, sind individuelle Einstellungen für jeden kartierten Bereich. Hier stellst du unter anderem die Schnitthöhen für jede Fläche ein.
Die Mähleistung des Navimow X420 ist auf absolutem Top-Niveau. Der Roboter geht dabei im Mulchprinzip vor. Die hohe Fahrgeschwindigkeit ist ein weiteres Plus des Roboters, der sich insbesondere in großen Grünflächen bezahlt macht. Kurze Information hierzu: Der X420 ist für eine Fläche von 2000 m² ausgelegt. Alternativ gibt es den X450 für 5.000 m². Laut Navimow schafft der X420 pro Akkuladung 675 m². Ein Boxenstopp, um den Sprit komplett aufzufüllen, hat im Test 80 Minuten gedauert.
Hinzu kommt die absurde Geländefähigkeit. Damit meistert der X420 Steigungen von 84 Prozent oder auch unebene Flächen ohne Mühe. Zusätzlich passiert er im Test selbst 9 cm breite Passagen – und das in einer Steigung. Obwohl der X420 ein ziemlich sperriger Roboter ist, lässt er einen Abstand von nur 3 cm zur Kante. Im Vergleich zu anderen Mährobotern ohne Trimmer, ist das deutlich besser als erwartet. Solltest du besonderen Wert auf den Kantenschnitt legen, findest du hier in dieser Liste die Mähroboter mit dem besten Kantenschnitt. Schließlich funktioniert der Notstopp in der Praxis gut. Sobald der rote Button gedrückt wird, unterbricht der Roboter die Arbeit ohne Verzögerung.
Beeindruckende Navigation und Hindernisvermeidung
Bei der Navigation und Hinderniserkennung ist der X420 spitze. Das zeigt sich zunächst bei Büschen und Sträuchern, bei denen er keine Probleme hat, sie als diese zu identifizieren. Während des Tests bestätigt er den Eindruck auch bei anderen Hindernissen. So erkennt der Roboter auch im Weg befindliche Gegenstände wie einen kleinen Ball oder sogar unseren Gartenschlauch. In Summe ist es bemerkenswert, wie es der Navimow X420 an engen Stellen schafft, um Gegenstände zu fahren, angesichts der sperrigen Bauweise.
Ansonsten weiß der Roboter immer, ob sich jemand um ihn herum befindet. Einmal bin ich an der Seite zu nah an ihm langgelaufen und der Roboter hat den Betrieb unterbrochen und per Sprache mitgeteilt, dass man einen Sicherheitsabstand zum Roboter lassen sollte.
Auch den Igelschutz hat Navimow nicht vergessen. In der App kannst du festlegen, dass der Roboter bei Einbruch der Dunkelheit nicht fahren soll. Zusätzlich gibt es den „Tierfreundlich“-Modus, bei dem X420 beim Erkennen eines Igels umdreht, nicht umkurvt, wohlgemerkt, und bewusst ungeschnittene Stellen lässt. Zur Liebe der Igel etwas, das jeder Nutzer verschmerzen wird, der überhaupt auf die Idee kommt, Mähroboter bei Nacht fahren zu lassen. Passend zum Thema findest du in diesem Artikel alle Orte und Gemeinden, in denen es bereits Nachtfahrverbote für Mähroboter gibt.
Schließlich bietet Navimow sein Netzwerk-RTK dauerhaft kostenlos an. Viele Hersteller bieten diesen stattdessen im Abo-Modell an. Lediglich für den Fernzugriff und die GPS-Diebstahlortung verlangt Navimow ab dem zweiten Jahr 29,90 Euro jährlich.
Allradantrieb und umfangreicher Diebstahlschutz
Natürlich ist ein Hauptaugenmerk des X420 das Fahrwerk. Navimow setzt auf einen Vierräder-Allradantrieb. Die beiden Vorderreifen sind die Hauptprotagonisten. Denn das Unternehmen setzt auf eine exzentrische Vorderradsteuerung. Somit manövriert der Mähroboter trotz des hohen Gewichts weiterhin sauber und schadet dem Grün dabei nicht. Und tatsächlich, auch auf auch geweichtem Boden wühlt der 28 kg schwere Koloss nicht im Rasen herum. Er verliert nie die Traktion. Tatsächlich ist das was, womit Navimow sogar wirbt.
Diebstahlschutz ist natürlich auch in verschiedenen Ausführungen vorhanden. Dazu gehören eine PIN-Sperre, die GPS-Ortung und – einzigartig – die Einbindung in das „Wo ist?”-Netzwerk von Apple. Schließlich gibt es auch einen Anhebealarm. Aber offen gesagt wünsche ich jedem Dieb jetzt schon viel Spaß dabei, den Geländewagen auch nur wenige Meter weit zu schleppen.
Fazit: Der beste Mähroboter für große Gartenflächen
Was Navimow beim i210 Lidar Pro bereits bewiesen hat, bestätigen mit dem X420 nun auch bei XXL-Mährobotern. Der Navimow X420 ist in meinen Augen ein Paradebeispiel, wie ein Rasenmäherroboter für große Gärten sein sollte. Starke Mähleistung, hohe Schnittbreite, hohes Fahrtempo und eine Geländefähigkeit, die absurd wirkt angesichts der Tatsache, dass es sich um einen 28 kg schweren Roboter handelt.
Dass er dann noch vollkommen kabellos arbeitet und selbst das „Wo ist?”-Netzwerk von Apple an Bord ist, sind Punkte, die wie die Kirsche auf der Torte wirken. Ja, der Roboter ist zwar mit Mehrkosten verbunden, wenn du den Fernzugriff und die GPS-Diebstahlortung ab dem zweiten Jahr haben willst. Aber ansonsten bekommst du den aktuellen Testsieger-Mähroboter für große Gärten. Preislich liegt er sogar unter den direkten Konkurrenten. Der Navimow X420 ist bereits im Handel erhältlich und kostet 2.499 Euro.
Vorteile:
- Modernes Design
- Ohne Begrenzungskabel oder Antenne
- Starke Mähleistung, dank zweier Mähteller
- Fehlerfreie Navigation und Hinderniserkennung
- Beeindruckende Geländefähigkeit
Nachteile:
- Sperriger Roboter
- Mit optionalen Mehrkosten ab dem zweiten Jahr
Der Navimow X420 ist der beste Mähroboter für große Gärten. Egal, wo man hinschaut, der Roboter ist in jeglicher Hinsicht eine Klasse für sich. Ein toller Rasenschnitt, Allradantrieb, der den Rasen schont. Dazu eine fehlerfreie Navigation und Hindernisvermeidung.
