Hohe Diesel-Preise: Bald spürst du sie auch im Supermarkt

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Jetzt auch noch unser Essen? Die hohen Diesel-Preise gefährden unsere Versorgung mit Nahrungsmitteln. Diese könnten im schlimmsten Fall knapp und teuer werden. Denn auch die Erzeuger ächzen unter den Spritpreisen.
Links eine Tankstelle mit hohen Dieselpreisen, rechts ein Supermarkt mit leeren Regalen
Die hohen Diesel-Preise gefährden die Nahrungsmittel-Versorgung.Bildquelle: mit KI erstellt

Langsam ist es nicht mehr zu ertragen. Die aktuellen Spritpreise und die Entwicklung seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar bestimmen unseren Alltag. Und es gibt keine Verschnaufpause. Selbst kurze Waffenruhen hier und da können zu keiner nachhaltigen Entlastung führen. Auch die neue Tankstellenverordnung nicht. Ob Sprit, Heizöl oder andere Energieformen – Trumps militärische Eingriffe belasten den Markt und die Verbraucher. Und jetzt könnte auch noch die Lebensmittel-Branche dazukommen. Denn auch hier sind Hersteller, Bauern und Lieferanten durch die hohen Spritpreise gebeutelt. Was da auf uns zukommt, könntest du schon bald beim Einkauf im Supermarkt zu spüren bekommen.

Diesel-Preise beeinflussen auch Nahrungsmittel-Sektor

Die Diesel-Preise sind auf einem neuen Allzeithoch angekommen – schon wieder, muss man sagen. Seit einer Woche steigen sie unaufhörlich über den bisherigen Zenit zu Beginn des Ukraine-Kriegs hinaus. Am Dienstag (7. April) lag der Durchschnittspreis für Diesel um kurz nach 12 Uhr laut ADAC bei 2,50 Euro. Das war noch einmal eine Verteuerung um neun Cent im Vergleich zu vor 12 Uhr. So nehmen nicht nur die Preise, sondern auch die Anstiege zur täglichen Erhöhung weiter zu. Nur E10 liegt mit 2,24 pro Liter noch knapp unterm Allzeithoch (mit Betonung auf „noch“). Seit Ende Februar stiegen hier die Preise um 41 Cent an, bei Diesel sind es sogar unfassbare 70 Cent.

Die Auswirkungen sind mannigfaltig. Selbst dein nächster Urlaub ist aufgrund von knappem Kerosin in Gefahr (>>hier erfährst du mehr). Und jetzt auch noch dein Wocheneinkauf? Erste Bauern warnen bereits vor Engpässen, weil sie den Sprit für ihre landwirtschaftlichen Maschinen, die meist mit Diesel laufen, nicht mehr zahlen können. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, fordert die Regierung zum Handeln auf. Die CO2-Besteuerung müsse ausgesetzt und die Energiesteuer reduziert werden.

„Wenn die Bundesregierung weiter auf das Prinzip Hoffnung setzt und nicht endlich entschlossen reagiert, treibt dies viele Landwirtschaftsbetriebe in massive Liquiditätsengpässe. Damit wird auch die kommende Ernte und die Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln in Deutschland gefährdet.“

Joachim Rukwied gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa)

>>> 3-Euro-Schwelle und Sprit-Knappheit: Tank-Wahnsinn erreicht neues Level <<<

Lebensmittel-Knappheit droht

Zwar gibt es ein paar Tricks, wie man beim Fahren mit dem Traktor noch ein paar Liter Diesel sparen kann (richtiger Reifendruck, Luftfilter und Kühler reinigen, mit niedriger Motordrehzahl fahren). Doch das dürfte angesichts der unaufhaltsam steigenden Preise bald keinen Unterschied mehr für die Landwirte machen. Bei vielen ist das Geld eh schon knapp und bald aufgebraucht. Sollten die ersten Landwirte ihre Betriebe aufgeben müssen, hätte das spürbare Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Lebensmitteln. Auch im Supermarkt könnte es zu einem Corona-Flashback kommen, wenn die Regale plötzlich wieder leerer und die übrigen Nahrungsmittel teurer werden.

Sprit-Knappheit, Tanktourismus, Einschränkungen – die steigenden Spritpreise haben in ganz Europa massive Auswirkungen und das nicht nur auf Autofahrer. Und um das Fass zum Überlaufen zu bringen: Der ADAC hat festgestellt, dass die neue Tankstellenverordnung in Deutschland die Preise noch weiter antreibt. Wer hätte es gedacht. Dabei halten sich offenbar nicht einmal alle Betreiber daran, wie das Bundeskartellamt herausgefunden hat. Ermittlungen wurden eingeleitet, doch für Verbraucher ändert sich erst einmal nichts. Die Regierung weigert sich weiterhin, entlastende Maßnahmen zu treffen. Und so müssen bald nicht nur Autofahrer, sondern womöglich auch Kunden von Aldi, Lidl & Co. die Mehrkosten tragen.

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