Inhaltsverzeichnis
Die Riester-Rente war einmal als große Idee gedacht. Vor gut 20 Jahren wollte der Staat die private Altersvorsorge fördern und Menschen dazu bringen, zusätzlich Geld für das Alter zurückzulegen, statt sich allein auf die gesetzliche Rente zu verlassen. In der Theorie klingt das vernünftig. In der Praxis entpuppte sich das Modell für viele als teurer Irrtum. Denn ein erheblicher Teil der staatlichen Zulagen landet nicht etwa bei den Sparern, sondern versickert in Gebühren, Provisionen und Verwaltungskosten der Versicherer. Rund 16 Millionen Menschen in Deutschland besitzen einen Riester-Vertrag, viele davon mit derselben Frage im Kopf: weiterlaufen lassen, weil schon so viel Geld hineingeflossen ist? Oder kündigen, um den Schaden wenigstens zu begrenzen? Ich habe meinen Vertrag nach 15 Jahren beendet und einmal genau nachgerechnet, wie viel ich eingezahlt habe – und wie wenig davon am Ende übrig blieb.
Riester-Rente: Das waren die ersten beiden Fehler
Meinen Riester-Vertrag schloss ich im September 2011 ab. Eine Versicherungsmaklerin empfahl ihn mir damals mit jener unerschütterlichen Überzeugung, die Menschen entwickeln, wenn sie am Abschluss mitverdienen. „Riester ist nach wie vor die beste Möglichkeit, die es in Deutschland gibt, um für die Altersvorsorge zu sparen. Eine effektivere gibt es nicht“, lautete ihr Versprechen damals. Die Riester-Rente sei also praktisch narrensicher, erklärte sie und legte mir stapelweise DIN-A4-Blätter mit Beispielrechnungen vor. Überall standen große Summen, satte Renditen und beruhigende Prognosen. Ich war skeptisch, wie ich es bei Finanzthemen immer bin, und fragte irgendwann: „Wer verdient hier eigentlich wirklich?“ Die Antwort lautete: Sie bekomme zwar eine Provision, aber nicht von mir, sondern vom Anbieter.
Spätestens an dieser Stelle hätte ich misstrauisch werden müssen. Denn Versicherungen zahlen selten aus reiner Menschenfreundlichkeit Provisionen in vierstelliger Höhe. Natürlich holt sich der Anbieter dieses Geld zurück – nur eben nicht bei sich selbst, sondern beim Kunden. Also bei mir. Aber damals funktionierte die Vorstellung vom sorgenfreien Ruhestand erstaunlich gut. Ich sah mich schon als entspannten Rentner, umgeben von Enkelkindern, denen ich großzügig heimlich Geldscheine zustecke. Und das alles angeblich mit nicht einmal 70 Euro monatlich. Dazu die damalige staatliche Zulage von 150 Euro pro Jahr. Das klang vernünftig genug, um den Vertrag zu unterschreiben.
→ Neue Bargeld-Grenze beschlossen: Das gilt ab Juli 2027
Sieben Jahre später, 2018, trat der nächste Finanzberater auf den Plan. Er beriet die Mitarbeiter der Firma, in der ich damals arbeitete, zur betrieblichen Altersvorsorge. Kurz darauf fragte er mich auch zur Riester-Rente, als er herausfand, dass ich eine habe. Erst bei den Recherchen zu diesem Artikel fiel mir seine Signatur in alten E-Mails wieder auf: „Senior Sales Manager für Finanzdienstleistungen“. Schon diese Berufsbezeichnung klingt weniger nach Beratung als nach Verkaufsabteilung. Und genau das war es letztlich auch. Wer Provisionen kassiert, verkauft im Zweifel nicht das beste Produkt, sondern das mit dem attraktivsten Bonus.
Wieder folgten endlose PDF-Dokumente voller Rechenbeispiele, optimistischer Kurven und Rentensummen, die klangen, als würde mir im Ruhestand ein reicher Prinz Geld vererben. Inzwischen war die staatliche Zulage auf 175 Euro gestiegen. Also wechselte ich meinen Riester-Vertrag zu einem anderen Anbieter und erhöhte den monatlichen Beitrag von rund 70 auf etwa 85 Euro. Rückblickend war das mein zweiter Fehler. Der erste war, überhaupt einen Riester-Vertrag abzuschließen. Denn weder die Maklerin noch der Finanzberater zeigten in ihren schönen Hochglanzrechnungen das, worauf es tatsächlich ankommt: die laufenden Kosten.
Fehler 3: Beitragsfrei
Schon beim ersten Vertrag zahlte ich jedes Jahr Abschluss- und Vertriebskosten von 106 Euro sowie weitere Verwaltungskosten von knapp 70 Euro. Nach dem Anbieterwechsel lagen die jährlichen Kosten plötzlich bei mehr als 300 Euro. Damit fraßen die Verträge nicht nur die komplette staatliche Zulage auf, sondern zusätzlich auch noch einen Teil meines eigenen Geldes.
Warum ich dieses Riester-Renten-Konstrukt trotzdem weiterlaufen ließ, kann ich bis heute nicht wirklich erklären. Vielleicht, weil Versicherungen davon leben, dass Menschen nicht allzu genau hinschauen. Monatlich wird ein Betrag abgebucht, irgendwo trudelt einmal im Jahr ein Schreiben mit vielen Tabellen ein, und man denkt sich: Wird schon passen. Dann machte ich Fehler Nummer drei.
Im Februar 2022 stellte ich den Vertrag beitragsfrei. Das erschien mir damals logisch. Kein weiterer Beitrag, also mehr Geld am Monatsende. Und das bereits eingezahlte Guthaben, so dachte ich, bleibt ja erhalten. Nur leider funktioniert Riester ungefähr so wie ein Parkhaus, bei dem auch dann weiter Gebühren laufen, wenn das Auto längst nicht mehr fährt.
→ Die bittere Wahrheit bei der Rente: Deshalb bekommen Beamte so viel mehr als Rentner
Denn obwohl ich nichts mehr einzahlte, liefen Abschlusskosten, Verwaltungskosten und allerlei andere Gebühren munter weiter. Fünf Jahre lang zahlte ich also indirekt dafür, einen Vertrag zu besitzen, der mir nicht einmal mehr die staatliche Zulage brachte. Weder die Versicherung noch der Finanzdienstleistungsverkäufer hielten es für nötig, darauf ausdrücklich hinzuweisen. Vermutlich wäre das schlecht fürs Geschäft gewesen. Bis ich den Vertrag schließlich im April 2026 kündigte.
Das Ergebnis: Wo ist mein Geld hin?
Über die gesamten 15 Jahre zahlte ich rund 9.000 Euro in die Riester-Rente ein. Hinzu kamen etwa 1.600 Euro staatliche Zulagen. Dass diese Zulagen bei einer Kündigung zurückgezahlt werden müssen, wussten meine Berater erstaunlich genau und betonten es frühzeitig. Vermutlich aus Sorge, ich könnte irgendwann auf die Idee kommen, den Vertrag vorzeitig zu beenden – und damit ihre Provisionen zu gefährden.
Dann kam die Kündigungsbestätigung. Und mit ihr zum ersten Mal eine halbwegs konkrete Auflistung der Kosten. Bereits beim Wechsel des Anbieters im Jahr 2018 verschwanden mehr als 1.000 Euro meines Guthabens. Die erste Versicherung behielt das Geld schlicht als Kündigungskosten ein. Einfach weg.
Die zweite Versicherung führte später Altersvorsorgebeiträge von insgesamt 8.623 Euro auf – ohne Zulagen. Wie genau diese Summe zustande kam, blieb so nachvollziehbar wie die Steuererklärung eines internationalen Großkonzerns. Am Ende überwies mir die Versicherung nach der Kündigung exakt 6.149 Euro auf mein Konto. Der Rest? Irgendwo zwischen Abschlusskosten, Vertriebskosten, Verwaltungskosten und jenem Versicherungsnebel, in dem Geld zuverlässig verschwindet.
Unterm Strich bleibt ein bitteres Ergebnis: Ich habe 15 Jahre lang gespart und trotzdem rund ein Viertel weniger zurückbekommen als das, was ich selbst eingezahlt hatte. Etwa 2.400 Euro gingen durch Vertragswechsel, Gebühren und laufende Kosten verloren. Dass es diese Kosten überhaupt in diesem Ausmaß gibt, erwähnten weder die Finanzberater noch die Versicherungsmakler besonders offensiv. Wahrscheinlich aus gutem Grund. Denn sobald man versteht, dass die staatlichen Zulagen oft vor allem die Versicherer subventionieren, verliert die Riester-Rente sehr schnell ihren Zauber.
Oder anders gesagt: Hätte ich die 70 bis 85 Euro monatlich einfach zu Hause in einen Sparstrumpf gesteckt, hätte ich heute rund 2.400 Euro mehr.
Übrigens gibt es noch einen zweiten Schuldeneintreiber neben der Zulagenstelle: das Finanzamt. Wer über die Jahre mehr Steuervorteil als Zulage kassiert hat, per Günstigerprüfung, muss auch den zurücküberweisen. Bei mir dürfte das im niedrigen dreistelligen Bereich pro Jahr gelegen haben, macht über die Laufzeit noch mal eine hübsche Stange Geld obendrauf. Man kündigt einen Vertrag und plötzlich wollen zwei Behörden gleichzeitig ihr Geld zurück, während die Versicherung längst ihres behalten hat. Ändert am Ergebnis nichts: Der Sparstrumpf hätte trotzdem gewonnen, nur ohne Rückforderungsschreiben.
Neue Altersvorsorge löst Riester-Rente ab
Dass die Riester-Rente zu kompliziert, zu teuer und für viele schlicht zu unattraktiv geworden ist, hat inzwischen auch die Politik verstanden. Der Bundestag beschloss am 27. März 2026 eine Reform der privaten Altersvorsorge. Ab 2027 soll deshalb voraussichtlich ein neues Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ersetzen. Das allein sagt schon einiges über den Zustand des bisherigen Modells aus. Wenn selbst der Staat seine eigene Prestigevorsorge nach gut zwei Jahrzehnten austauschen will, war offenbar nicht nur das Marketing das Problem.
Wer noch einen Riester-Vertrag besitzt, sollte jetzt trotzdem nicht vorschnell kündigen oder hektisch den Anbieter wechseln. Denn genau bei solchen Wechseln und Kündigungen langen Versicherer erfahrungsgemäß noch einmal besonders beherzt zu. Sinnvoller kann es sein, den Vertrag beitragsfrei zu stellen und zunächst abzuwarten. Wer heute kündigt, verliert sämtliche staatlichen Zulagen der vergangenen Jahre. Nach aktuellem Stand sollen diese erhalten bleiben, wenn das Guthaben später in das neue Altersvorsorgedepot übertragen wird. Wer dennoch sofort aussteigen will, sollte sich darauf einstellen, am Ende womöglich deutlich weniger zurückzubekommen, als er über Jahre eingezahlt hat.
Und dieses neue Altersvorsorgedepot? Es soll vieles einfacher machen als die Riester-Rente. Bisher lag die staatliche Förderung pauschal bei 175 Euro pro Jahr. Künftig soll stattdessen eine proportionale Zulage gelten. Bedeutet: Für jeden eingezahlten Euro gibt der Staat zunächst 50 Cent dazu – bis zu einer Einzahlung von 360 Euro jährlich. Für jeden weiteren Euro zwischen 360 und 1.800 Euro gibt es dann noch einmal 25 Cent Zuschuss. Laut Finanzministerium liegt die maximale Förderung damit bei bis zu 1.140 Euro pro Jahr.
Wer vor dem 25. Geburtstag einen Altersvorsorgevertrag abschließt, erhält zusätzlich einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus. Familien sollen außerdem schneller von der Kinderzulage profitieren: Die volle Förderung von 300 Euro pro Kind und Jahr gibt es künftig bereits ab einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro. Klingt erst einmal deutlich attraktiver als die alte Riester-Rente. Entscheidend wird am Ende aber dieselbe Frage sein wie immer: Wie viel davon landet tatsächlich bei den Sparern – und wie viel wieder bei denen, die ihnen die Verträge verkaufen?
Apropos Rente und Finanzen: In unserem WhatsApp-Kanal geht es genau darum. Und zwar nur darum. Alles handverlesen. Mit Liebe und Humor. Manchmal recht bissig und immer spannend und unterhaltsam. Fast 2.000 Leser sind bereits dabei.

In dem Artikel findet man vor allem eines wieder: die Ahnungslosigkeit der Kunden. Solide beraten und durchgeführt kommt (bzw kam) beim Riester auch was Vernünftiges raus. Der Autor wurde offensichtlich schlecht beraten, aber dir Qualifikation, das im Nachgang zu beurteilen, hat sich nebenbei nicht aufgebaut.
Ohne Beratung zu kündigen ist halt auch etwas, was man mit Lehrgeld bezahlt.
Woher weißt du, dass ich ohne Beratung gekündigt habe? Wieso glaubst du zu wissen, dass du meine Situation kennst oder einschätzen kannst? Wie kannst du dir sicher sein, dass eine andere Option für mich persönlich die bessere Alternative gewesen wäre, falls sie denn überhaupt infrage gekommen wäre?
Mal gucken was er sagt, dass er die 6000€ noch Versteuern muss.
Versteuern muss man nur Erträge und Wertsteigerungen, nicht das eingezahlte Geld.
Ich habe glücklicherweise immer nach drei Regeln Geld angelegt:
1) Flexibilität ist wichtiger als ein bisschen mehr Rendite. Deshalb keine Verträge mit Jahrzehntelanger Laufzeit. lieber Tagesgeld als Festgeld.
2) Alle steuerbegünstigten Anlageformen sind von der Finanzindustrie diktiert und nie für den kleinen Mann günstig.
3) Wie würden Reiche ihr Geld anlegen?
Dann war für mich klar, dass die Geldanlage in Aktien (Fonds) und später in ETFs die beste Kombination aus Flexibilität und Rendite ist. Ganz ohne staatliche Förderung.
Fast genau so habe ich es auch erlebt. Hatte ein Riestervertrag und investierte in einen Aktienfond Union Invest. Vom Berater wurde einem das blaue vom Himmel erzählt. Der Fond war weniger wert als ich eingezahlt habe. Das Glück was ich hatte war das ich das Geld was ich eingezahlt habe auch raus bekam. Nur das der Fond nie gewinn gemacht hat. Hab es auch Beitragsfrei gestellt und habe jetzt 4200 € draus bekommen. Würde sowas nie wieder machen. Legt das Geld lieber in Tagesgeld ,Sparbrief oder sowas in der art an
Ich habe 2006 einen Riester-Vertrag abgeschlossen, basierend auf einem weltweit investierenden Aktienfonds – und konsequent durchgehalten. Nach rüber zwanzig Jahren liegt meine durchschnittliche jährliche Rendite bei etwa 10,5 % nach Kosten.
Würde ich mit meinem heutigen Wissen noch einmal einen solchen Vertrag abschließen? Nein. Inzwischen habe ich genug Erfahrung gesammelt, um mein Kapital selbst kosten-, risiko- und steueroptimiert anzulegen. Zudem sind die Möglichkeiten heute deutlich besser als noch vor zwanzig Jahren.
Gerade deshalb halte ich es für entscheidend, dass sich junge Menschen frühzeitig mit dem Thema Geldanlage beschäftigen. Wer sich das nötige Wissen aneignet, kann eigenständig und langfristig Vermögen aufbauen – und bleibt dabei flexibel, in jeder Lebenslage auf das Kapital zugreifen zu können.
Auch ohne staatliche Zuschüsse lassen sich nach Kosten und Inflation attraktive Renditen erzielen. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich aktiv mit der Materie auseinandersetzt – und nicht einfach nur passiv jeden Monat einen Sparplan bedient.
„staatliche“ Förderung – die frage ist eher WER wird dadurch gefördert !
Ein Altervorsorge Vertrag sollte generell frei von kosten sein also nichts kosten solange dafür Geld verlangt wird für Verwaltung des Vertrages ist das unattraktiv.
Es gibt genau einen Fehler den man nicht machen darf. Den Vertrag kündigen. Eine Vertragsumstellung auf das neue Riestermodell wird eine geringen unkostenbeitrag kosten, und die Zuschüsse gleichzeitig sichern. Im übrigen bringt die Riesterrente erst über die Steuererklärung die ihre Stärke ins Spiel. Es ist weiss got nach wie vor keine gute Anlage unterm Strich, aber dennoch ist die Darstellung ziemlich unvollständig bzw unverständig.
Davon ab, dass dieser Bericht sehr einseitig geschrieben ist, wird der letztendlich gravierendste Fehler ein wenig unter den Tisch gekehrt: die Kündigung! Hätte der Autor bei seiner Unzufriedenheit, die ich teilweise nachvollziehen kann, den Vertrag bis zur Rente beitragsfrei gestellt, hätte er zumindest sein angespartes Guthaben und die staatlichen Zulagen in voller Höhe erhalten. Denn diese Garantie muss jeder Anbieter aussprechen. Das Versicherer und Aktienanbieter bei Riester-Rente im Schnitt von jedem Beitrag zwischen fünf und 8 % ein kassieren ist wirklich nicht angemessen und überzogen. Da bin ich ganz auf der Seite des Autors. Auch die immer wieder angebotenen Wechsel von einem Anbieter zum nächsten, häufig auch vom selben Versicherungsmakler sind verwerflich und unseriös.. dies hat alles dazu geführt, dass die Riester-Rente, die nach meiner Meinung eine der besten Förderungen in Deutschland dargestellt hat, diesen negativen Touch bekam. Und hat letztendlich auch dafür gesorgt, dass nur noch knapp 20 % aller neu abgeschlossenen Priester, verträge, Versicherungs- oder Aktienbereich abgeschlossen werden. Mit Recht! Wo werden die restlichen 80 % abgeschlossen? Im Wohnriester! Also ein Zulagengeförderter Bausparvertrag. Mit einmaligen Kosten von 1-1,6 % der Bausparsumme, die noch auf fünf Jahre verteilt, eines der günstigsten Riester Angebote. Vom Grund her nicht das renditeträchtigste Angebot , mag stimmen. Wenn ich aber diesen Vertrag schon vor Beginn der Rente dazu nutze, um mein Eigenheim schneller mit staatlicher Zulage zu bezahlen und ich es schaffe, bis zur Rente schuldenfrei zu sein, habe ich mit der Riester-Rente alles richtig gemacht. Diese Möglichkeit wurde hier leider in keinster Form erwähnt. Das ist traurig und haut in dieselbe Kerbe. Wenn ich schon solch einen Bericht veröffentliche, dann sollte ich auch alle Möglichkeiten beleuchten. Schade, dass dadurch ein im Grunde gut durchdachtesKonzept, so zu Nichte gemacht wird. So ist der Mensch aber leider gepolt: nur mit negativen Nachrichten locke ich die Zuhörer von der Couch.
Wie immer sind es die bösen gierigen Berater, wenn man selbst Mist baut. Der Autor hat weder den Sinn und Zweck von Riester verstanden, noch die funktionsweise, In seiner Konstruktion war Riester ein sehr gutes Produkt. Es war allerdings – anders, als hier wieder beschrieben – nicht dazu gedacht den sorgenfreien Lebensabend zu ermöglichen, sondern sollte lediglich die Absenkung des Rentenniveaus von 52 auf 48% der Regierung Schröder ausgleichen. Mehr nicht! Dann räumen wir bitte mal mit dem Bullshit auf, wir Berater würden pro Abschluss tausende Euro verdienen. Für 75 EUR Beitrag pro Monat erhalten wir Makler ca. 4,5% Provision berechnet auf die Beitragssumme. Also 75*12*30=27000. Macht dann 1215 EUR Provision,welche allerdings auf 5 Jahre verteilt werden. Ich habe dieses Geld also wirklich erst nach 5 Jahren in der Tasche. Entscheidet sich der Kunde in den 5 Jahren irgendwie um, muss ich die Provision anteilig zurückzahlen. Dann möchte ich gern mal mit diesem Märchen aufräumen, wir würden für dieses oder jenes Produkt mehr an Provision bekommen oder diesen oder jenen Anbieter bevorzugen, weil wir dort mehr Provision bekommen. Beides ist Blödsinn. Der Versicherung ist es egal, in welches Produkt mein Kunde einzahlt. Ich erhalte immer dieselbe Provision. Schon allein deshalb war Riester für den Berater eigentlich eine schlechte Wahl. Denn der Verwaltungsaufwand ist erheblich höher als bei einer ganz normalen privaten Rentenversicherung. Bei Riester muss ich regelmäßig kontrollieren ob die Zulagen korrekt geflossen und verbucht wurden, muss regelmäßig Anträge bei der Zulagenstelle einreichen, weil dort bei den Zulagen Fehler gemacht wurden, muss Steuerbescheinigungen erstellen, etc.,etc. Alles für dasselbe Geld. Ebenso zahlt jeder Anbieter mehr oder weniger dieselbe Provision. Das kann mal um 0,1% abweichen, aber für 30 EUR Provision verrät doch nun wirklich niemand die Interessen seines Kunden, oder? Das es da draußen Versicherungen gäbe, die für den Abschluss 3.000 EUR bezahlen und andere nur 300 gehört einfach in die Welt der Mythen und Sagen. Kommen wir nun zum Redakteur zurück und machen wir kurz: Wo bitte ist die Steuerthematik behandelt? Die laufzeitseitige Steuerersparnis wird immer gern vergessen und verschwiegen, wenn es um eine ehrliche Betrachtung von Riester geht. Und natürlich sind diese Steuern bei Kündigung nachzuentrichten und dürften bei der Laufzeit des Vertrages etwas 2.000 EUR ausgemacht haben. Geld, welches einem das Finanzamt über die Jahre auf das Konto überwiesen hat. Vergessen? Oder absichtlich verschwiegen? Lässt den Verlust sonst nicht so dramatisch erscheinen, oder? Das Versicherungen Abschluss- und Vertrieb kosten ist doch wohl ein offenes Geheimnis, oder? Das ist auch nicht irgendwo verschlüsselt, das steht in den schönen DINA4-Seiten ganz genau aufgeschlüsselt. Und man darf Berater auch danach fragen. Wenn man es nicht macht, ist das dann die Schuld des Beraters? Sollte man sowas nicht wissen, wenn man als gelernter Kfz-Mechatroniker Menschen im Internet zu Geldthemen berät? Ich frage nur als Versicherungskaufmann und Jurist mit 20 Jahren Berufserfahrung. Herzliche Grüße, Raphael Strels
Die Steuerseite fehlte im Text, das stimmt. Ist nachgetragen. Aber nur damit hier keine Illusionen entstehen: Bei einem Einkommen wie meinem hat der Sonderausgabenabzug die Zulage in all den Jahren nicht nennenswert überstiegen. Das Finanzamt hat mich nicht reich gemacht, höchstens ein bisschen weniger arm. Am Ergebnis ändert das nichts Grundsätzliches.
Der Rest Ihres Kommentars ist eine Ansammlung von Eigentoren, die Sie selbst geschossen haben.
Sie rechnen 1.215 Euro Provision vor, um die „vierstellige Provision“ aus dem Text zu widerlegen. 1.215 ist vierstellig. Sie haben dafür extra einen Taschenrechner bemüht und sich selbst bestätigt.
Dann erklären Sie mir, die laufenden Kosten hätten mit Ihnen nichts zu tun, weil Sie ja nur einmal kassieren. Stimmt, betrifft aber die falsche Zahl. Im Text ging es um über 300 Euro Verwaltungskosten pro Jahr, die bei der Versicherung blieben, auch als der Vertrag längst beitragsfrei war und niemand mehr etwas verkaufte. Sie haben eine Frage beantwortet, die keiner gestellt hat, und tun so, als sei damit der Fall erledigt.
Und dass angeblich jeder Anbieter dieselbe Provision zahlt, „vielleicht mal 0,1 Prozent Abweichung“ – das mag für zertifizierte Riester-Produkte stimmen, gedeckelt wie sie sind. Als Aussage über die Branche insgesamt ist es Unsinn, und das wissen Sie als Jurist besser als ich. Provisionsunterschiede zwischen Anbietern sind der Grund, warum es Honorarberatung überhaupt gibt.
Dann die Kfz-Mechatroniker-Nummer. Als hätte man einen Abschluss als Versicherungskaufmann gebraucht, um festzustellen, dass 6.149 von 10.600 Euro nicht die Summe ist, die einem versprochen wurde. Ich brauche keine Berufsqualifikation, um Kontoauszüge zu addieren. Sie offenbar auch nicht, sonst hätten Sie sich die 1.215-Euro-Rechnung gespart. Und wenn zwanzig Jahre Berufserfahrung als Argument zählen sollen, dann bitte konsequent: Dann zählt auch, dass Generationen von Beratern genau diese zwanzig Jahre lang erzählt haben, Riester sei „narrensicher“ und „die beste Möglichkeit, die es gibt“. Das stand nicht im Kleingedruckten. Das kam mündlich, im Wohnzimmer, mit freundlichem Lächeln.
Ihr Argument, es stehe doch alles im Produktinformationsblatt, ist die Verteidigung, die die Branche seit zwanzig Jahren vorträgt, sobald eine Beratung schiefgeht. Selbst schuld, wer nicht gefragt hat. Ich habe gefragt. Die Antwort war: „Keine Sorge, das zahlt der Anbieter.“ Stand das auch im Kleingedruckten, oder war das freie Rede?
Übrigens: Mechatroniker bin ich nicht. Ich bin gelernter Kfz-Mechaniker, alte Ausbildungsordnung, vor der Neuordnung 2003. Zwei verschiedene Berufsbilder, mit denen wohl auch Laien nicht auf Anhieb durcheinanderkommen. Sie schon. Als jemand, der mir gerade vorrechnet, welche Provision auf welcher Beitragssumme wie verteilt wird, und dabei jede Nachkommastelle verteidigt, sollten Sie vielleicht kurz überlegen, wie viel Vertrauen man in Ihre übrigen Zahlen investieren möchte, wenn schon die einfachste Recherche – Berufsbezeichnung des Autors, die auf der Autorenseite steht – nicht sitzt.
mein mann und ich führen seit 70 Jahren ein versicherungsbüro in münchen als Ausschlieslichkeitsvertreter .Als wir Riesterrente damals unbedingt verkaufen sollten sagte mein Mann damals schon…dies sei Betrug an der menschheit….daraufhin hat unser damaliger versicherungskonzern unseren Vertrag dort gekündigt ….ein Glück sogar weil wir jetzt als Makler mehr Weitsicht haben und die Kunden noch besser beraten können als bisher je möglich war.. wir haben es mit ehrlichkeit grschafft bus heute unser Büro..in dem sich schon grosselterb..elter.und dann die kinder davon gerne bei uns weiter betreuen lassen….Riester ist und bleibt Betrug am menschen
Servus Blasius,
deinen Beitrag finde ich sehr gut, witzig geschrieben und stimme dir voll zu.
Ich habe meinen Riester-Vertrag auch gekündigt und den Betrag zum Ausgleich von Abzügen in die Rentenversicherung einbezahlt. Vorteil: Die Rente steigt, die Riesterrente nicht. Zudem kann man diese eingezahlten Beiträge als von der Steuer absetzen.
Das Steuerthema hast du in deinem Beitrag leider nicht berücksichtigt, die Steuervorteile deiner Riesterbeiträge musstest du ja auch zurückzahlen und wurden dir wieder ebenfalls abgezogen. Das solltest du aber bei deinen Berechnungen mit berücksichtigen.
Zusammenfassend: Riester ist staatlich gefördeter Betrug!
Herzliche Grüße
Hans J.
der dritte Fehler war die Kündigung im April 2026. Besser wäre es gewesen bis zum Start des Altersvorsorgedepot zu warten und den alten Riester in ein günstiges Depot zu übertragen.
Nicht in meiner Situation, nein.
Die Aufregung ist einfach fehl am Platz, weil Sie einfach nur Ihre eigene Naivität und maximal noch die Naivität Ihrer Berater widerspiegelt. Wenn Ihre Beraterin sagt „die Provision zahlt der Anbieter“ – woher soll das Geld denn wohl kommen? Meinen Sie, die Versicherung hat ein Geheimfach im Verwaltungsgebäude, in dem jeden Monat wie durch Zauberhand Provisionsgeld eingeht? Sie konnten jetzt doch offenbar auch ihre ganzen Kosten nachvollziehen? Warum war Ihnen das vorher nicht möglich? Sind Sie da unmündig gewesen? Ich stelle das gar nicht in Abrede, dass es natürlich auch schlechte Riesterverträge gab. Aber dafür stetig die Schuld bei den Beratern zu suchen und diese alle über einen Kamm zu scheren – da macht man es sich aus meiner Sicht etwas einfach. Kunden sind mündige Menschen und treffen Entscheidungen. Sie offenbar die falschen, aber das ist nicht die Schuld einer ganzen Branche. Und ob nun Kfz-Mechatroniker oder Kfz-Mechaniker: Sie schwingen sich hier selbst zum Berater zu Geldthemen auf, erreichen tausende Menschen, besitzen dazu aber offenbar nicht einmal die grundlegendsten Fähigkeiten,zumindest mal ein Produktinformationsblatt zu lesen. Stellen sich dann aber hier als Opfer einer Finanzberatung dar, weil sie einen langlaufenden Versicherungsvertrag frühzeitig mit Verlust kündigen. Das weiß nun wirklich jeder, dass eine frühzeitige Kündigung von Altersvorsorgeverträgen ein Verlustgeschäft ist. Bei Riester nochmal mehr. Aber wo kämen wir hin, wenn man in Deutschland Verantwortung für seine eigenen Entscheidungen übernimmt, anstatt die Schuld bei anderen zu suchen?
Das Geheimfach-Bild ist schön, nur haben Sie da gerade meinen eigenen Text zitiert, ohne es zu merken. Da steht wörtlich: „Natürlich holt sich der Anbieter dieses Geld zurück – nur eben nicht bei sich selbst, sondern beim Kunden.“ Sie widerlegen hier etwas, das im Artikel bereits steht. Das ist keine Retourkutsche, das ist Bestätigung mit etwas Verspätung.
Zur Frage, warum ich die Kosten vorher nicht nachvollziehen konnte, nach der Kündigung aber schon: Weil, wie im Text steht, „mit ihr zum ersten Mal eine halbwegs konkrete Auflistung der Kosten“ kam. Vorher: Hochglanz-PDFs mit Renditekurven. Nachher: eine Abrechnung mit echten Zahlen. Das ist kein Mündigkeitsproblem, das ist ein Unterschied zwischen Verkaufsprospekt und Kontoauszug. Den Unterschied kennen Sie als Jurist vermutlich sogar besser als ich.
Die Steuersache, die ich eingeräumt habe, kommentieren Sie mit keinem Wort. Passt.
Zum Mechatroniker/Mechaniker: „Und ob nun Kfz-Mechatroniker oder Kfz-Mechaniker“ ist keine Korrektur, das ist ein Wegwischen. Sie haben eine Tatsache nicht recherchiert und tun jetzt so, als sei das Detail irrelevant. Für jemanden, der mir vorwirft, ich hätte ein Produktinformationsblatt nicht gründlich genug gelesen, ist das eine bemerkenswerte Fehlertoleranz in eigener Sache.
Und dann noch der Satz, der Ihre ganze Verteidigung kippt: „Das weiß nun wirklich jeder, dass eine frühzeitige Kündigung von Altersvorsorgeverträgen ein Verlustgeschäft ist. Bei Riester nochmal mehr.“ Genau das ist der Punkt des Artikels. Wenn selbst der Fachmann bestätigt, dass Riester beim Ausstieg besonders schmerzhaft konstruiert ist, dann war es eben kein „in seiner Konstruktion sehr gutes Produkt“, sondern eines mit eingebauter Sollbruchstelle zulasten des Kunden, der seine Lebensumstände ändert. Das war ja Ihr Einstieg. Jetzt widerlegen Sie ihn selbst.
Mündigkeit heißt nicht, jedes Verkaufsgespräch mit Misstrauen zu führen. Sie heißt, dass am Ende jemand für die Folgen geradesteht, der einem etwas als „narrensicher“ verkauft hat. Bei Ihnen ist das offenbar grundsätzlich der Kunde. Wie praktisch für Ihre Branche.
Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen wie hier welche den Riester Mist verteidigen können. Auch bei uns kaum mit der Ausbildung fertig war son Versicherungsmakler mal im Betrieb erzählt einem wie toll doch Riester ist die älteren Kollegen alle schon einen Vertrag. Das war bei mir 2013 also hab ich einen abgeschlossen. Nach einem Jahr dann die erwähnte Tabelle und da ich schon immer penibel bei Geld bin hab ich nachgerechnet. Und festgestellt das nicht nur die Staatliche Förderung sondern ein Teil meines eigenen Geldes als Kosten wegfloss. Ich bin damit zu meiner Chefin die Buchhalterin ist und hab gefragt wie kann das sein das in einem Jahr weniger rauskommt als reinkam ? Die war erstmal verwundert weil auch sie das Ding wohl nie richtig angeschaut hat. Mein Ende vom Lied war die schnellstmögliche Kündigung um das wenige was blieb zu retten. Und an alle die zur still legung dem Autor geraten haben hätten richtig lesen sollen. Man hat trotzdem jährliche Kosten abgezogen bekommen. Ich Trau dem neuen Staatsdepot dreck genauso wenig wie Riester und werd die Finger davon lassen.
Noch nie hatte eine Bank oder Versicherung etwas zu verschenken!
Diesen Spruch habe ich mir von klein auf an beherzigt und war somit vor Lebensversicherung und Riester geschützt.
Wenn wir hier hart auf hart rechnen wollten, ob sich Riester in Ihrem Fall gelohnt hätte oder nicht, dann müssten wir mit konkreten Zahlen rechnen und nicht mit „ich habe das einbezahlt und nach förderschädlicher Verwendung und Kündigung nur das wieder rausbekommen.“ Altersvorsorgeverträge lohnen sich bei guten Vertragsbedingungen und guten steuerliche Konstellationen immer zum Ende – wenn ausbezahlt wird – im Alter eben. Dafür sind sie da. Das Steuerthema wische ich nicht weg, Sie haben es nur einfach nicht verstanden. Ihre Abrechnung beweist das sehr genau. Da steht was von Zulagen, die Sie ja eigentlich bekommen hätten. Die bekommen Sie bei Kündigung aber nicht. Bei einer Kündigung erhalten Sie den Vertagsstand abzüglich Zulagen, abzüglich Steuerersparnis ausbezahlt. Und das macht in Ihrer Rechnung den Löwenanteil aus. Nicht der gierige Berater. Und nein, ich verteidige Riester nicht und ich möchte hier auch nicht für jeden Berater meine Hand ins Feuer legen. Ich möchte nur, dass man selbst Verantwortung für seine finanziellen Entscheidungen übernimmt. Und ob der zweite Vertrag nun besser war als der erste, können wir ohne Unterlagen kaum feststellen. Um im Kfz-Genre zu bleiben: Dieser Artikel ist so, als würde sich jemand beklagen, dass der Wertverlust seines Neuwagens im ersten Jahr 25% beträgt und der Autohändler darauf nicht explizit hingewiesen hat. Das ist einfach nur lächerlich.
Die Zulagen- und Steuerrückzahlung als Erklärung funktioniert nicht. Und zwar unabhängig von den genauen Zahlen. Was der Staat gibt, nimmt er bei Kündigung wieder – Zulage rein, Zulage raus, Steuervorteil rein, Steuervorteil raus. Für die Frage, ob der Sparstrumpf besser abgeschnitten hätte als mein eigenes Geld im Riester-Vertrag, kürzt sich das komplett raus. Was übrig bleibt als Differenz, sind Kosten. Und einen davon kann ich Ihnen sogar konkret nennen, weil er im Text steht: die 1.000 Euro, die beim Anbieterwechsel 2018 als „Kündigungskosten“ einbehalten wurden. Ein Anbieterwechsel ist keine schädliche Verwendung, da wurde weder Zulage noch Steuervorteil fällig. Das war schlicht eine Gebühr. Damit erledigt sich Ihre These vom Löwenanteil an dieser Stelle bereits von selbst, unabhängig davon, wie die restliche Differenz zustande kam.
Die Autoanalogie passt nicht. Ein Neuwagen verliert Wert, weil der Markt das so will, niemand vereinnahmt die Differenz. Bei mir ist das Geld nicht verdampft, es ist bei konkreten Adressaten gelandet. Das ist der Unterschied zwischen Wertverlust und Rechnung.
Und dass Sie jetzt „nicht für jeden Berater die Hand ins Feuer legen“ wollen, nachdem Sie eingangs schrieben, in seiner Konstruktion sei Riester ein sehr gutes Produkt gewesen: Das ist eine andere Position als die, mit der Sie eingestiegen sind. Nehme ich gerne zur Kenntnis.
Warum nicht einfach warten, bis das neue altersvorsorgedepot startet und dann kostenfrei umschichten?
Dann hätten auch die Zulagen und Steuervorteile nicht zurückgezahlt werden müssen.
Weil es in meinem Fall nicht funktioniert. Ansonsten ist das der Tipp, den ich am Ende des Artikels gebe.
Riester generell zu verteufeln ist m.E. falsch. Es gibt natürlich bessere und schlechtere Produkte und je nach persönlicher Situation lohnt sich das Riestern für den einen mehr und den anderen weniger. Besonders interessant ist es für Geringverdiender mit vielen Kindern aufgrund hoher Zulagen, sowie für besserverdienende Singles oder Paare wegen des Steuervorteils. Ich selbst habe vor einigen Jahren eine fondsgebundene Riester-Rente über die DWS abgeschlossen. 1.925,- EUR Einzahlung p.a., dazu gab’s 175,- EUR Zulage vom Staat und von der Steuer habe ich durchschnittlich auch jedes Jahr 650,- EUR zurückerhalten. Für insgesamt 2.100,- EUR, die in den Vertrag flossen, musste ich nach Steuern also „nur“ 1.275,- EUR aufwenden. Meine Überlegung damals: Selbst wenn alles schief läuft, bekomme ich mindestens die eingezahlten Beiträge inkl. Zulagen zurück, was nach 20 Jahren exakt 42 TEU betragen hätte. Der Renditerechner spuckt für einen 20-jährigen Sparplan mit diesen Eckdaten eine Rendite von 4,76% p.a. aus, was für eine risikolose Anlage, die sogar noch zusätzliche Renditechancen bei entsprechender Wertentwicklung der Fondsanlagen bietet, ziemlich gut ist.
Dennoch habe ich meinen Vertrag beitragsfrei gestellt. Warum? Aufgrund des Konstrukts, das ich bei Abschluss nicht richtig durchschaut hatte. Einerseits sind die Renditechancen sehr begrenzt, da der Anbieter nur begrenzt ins Risiko gehen kann aufgrund der Beitragsgarantie, zum Anderen, da bei Ablauf eine Rentenversicherung gegen Einmalbetrag abgeschlossen wird, die nach Ablauf von 20 Jahren Rentenbezugsdauer aus dem Riestervertrag die weiteren Renten bis zum Tod weiterbezahlt. Die Höhe des Beitrags ist aus heutiger Sicht unkalkulierbar und frisst u.U. einen nicht unerheblichen Teil des gebildeten Kapitals wieder auf. Auch war die Anlagestrategie der DWS nicht gerade glücklich, die Fondsanlagen sind im Minus und nun setzt man verstärkt auf festverzinsliche Anlagen, um die Verluste bis zum Rentenbeginn wieder aufzuholen. Sei’s drum, ich lasse den Vertrag einfach beitragsfrei stehen oder übertrage ihn ab nächstes Jahr in das neue Altersvorsorgedepot, wenn die Anlagen ihr Verluste wieder aufgeholt haben. Aus heutiger Sicht wäre ein klassischer Riester die richtige Wahl gewesen, dabei hätte man die Angebote verschiedener Versicherer vergleichen und sich für das beste Angebot entscheiden müssen. Vorzeitige Kündigung ist meinem Fall die mit Abstand schlechteste aller Alternativen, ich müsste sämtliche Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen und zusätzlich den Verlust der Fondsanlagen tragen.
Hi Leute, netter Beitrag – bin auch am Überlegen, meine Riester beitragsfrei zu stellen (seit 2004 laufend…)
Ich hab mal ne andere Frage, was passiert, wenn der RiesterNehmer und sein Partner versterben z.B. durch Unfall und die Kinder die Riester erben. Müssen die dann die vom Staat bezahlten Zulagen zurückzahlen?