Apple hat in Cupertino insgesamt zwei neue Watches und drei neue iPhones angekündigt. An dieser Stelle erfährst du alles, was du über die neuen Handys wissen musst – insbesondere, was die neue Kamera und das faltbare Display angeht.
Warum eine variable Blende das iPhone 18 Pro (Max) besser macht
Jedes Objektiv steht – insbesondere wenn Platz und Budget begrenzt sind – vor einem Kompromiss zwischen zwei Eigenschaften: Lichtstärke und Bildschärfe. Schuld daran ist die Physik. Denn ein Objektiv mit einem großen Durchmesser lässt zwar viel Licht durch und sorgt damit Nachts für helle Bilder. Das Problem ist jedoch: Bei großen Linsen und wenig Platz werden die Lichtstrahlen am Objektivrand sehr stark gebrochen. Nachdem Licht in Abhängigkeit von der Wellenlänge unterschiedlich stark gebrochen wird, gibt es immer stärkerer Brechung auch immer stärkere Bildfehler.
Die Lösung ist eigentlich einfach: Wenn ausreichend Licht da ist, deckt man den Außenbereich des Objektivs einfach ab, und die Abbildungsleistung steigt. Mit immer schlechteren Lichtverhältnissen wiegt irgendwann das durch Schwachlicht verursachte Bildrauschen schwerer als die verhinderten Abbildungsfehler – und man macht den Objektivrand wieder auf. Genau das macht das neue iPhone 18 Pro (Max) mit seiner Iris-Blende. Die Blende hat übrigens sechs Lamellen und deckt einen Bereich von F1.48 bis F4 ab.
Ein Nebeneffekt: Ist der Objektivrand ausgeblendet, wird auch die Schärfentiefe größer. Dieser Effekt spielt allerdings eher bei wirklich großsensorigen Systemkameras eine Rolle, und weniger bei Smartphones, die einen unscharfen Hintergrund primär per Software erzeugen.
Apple ist nicht der erste Hersteller mit variabler Blende im Smartphone. Samsung hatte bereits 2018 eine variable Blende im Galaxy S9+ verbaut, Xiaomi 2023 und 2024 in seinen Ultra-Modellen und Huawei verbaut sie in seiner Pura-Serie bis heute. Wie groß der Effekt bei den iPhones ist und ob Apple dabei bleibt? Unser ausführlicher Test und die Zeit werden es zeigen.
Was kann die Kamera noch neues?
Neben der variablen Blende hat die Kamera im iPhone 18 Pro und Pro Max noch einen Stapel neue Tricks gelernt, der Einfachheit halber in Stichpunkten:
- Es gibt manuelle Einstellungsmöglichkeiten für Blende, Verschlusszeit, Weißabgleich, Fokus und Belichtungskorrektur im Foto- und Videomodus
- Die Kamera-App hat jetzt auch ein Histogramm
- Die Fotografischen Stile bieten jetzt auch Einstellungen zu Textur und Körnung
- Audio Mix kann jetzt auch Musik
- Zeitraffer kann jetzt auch 4K und Dolby Vision HDR
- Apple unterstützt Synth ID zum Erkennen von KI-generierten Bildern
- Die neuen iPhones können dank „Apple Reference Image“ nachweisen, dass ein Foto wirklich so mit einem iPhone aufgenommen und nicht bearbeitet wurde. Das Feature steht allerdings nicht in der EU zur Verfügung.
- Die Bildbearbeitungsfeatures sollen jetzt endlich besser sein.
Klar: Die Kamera hat beim iPhone 18 Pro und Pro Max die absolute Hauptrolle gespielt. Es gab allerdings auch beim Rest des Smartphones noch ein paar Neuerungen:
- Die Dynamic Island ist kleiner geworden
- Der Akku lädt schneller. In 15 Minuten sollten 50% drin sein, fünf Minuten am Netzteil reichen laut Apple für sechs Stunden Video
- Neue Farben, nämlich Schwarz, Silber, Gletscherblau und Burgunderrot
- Erstmals gibt’s die Pro-iPhones mit 2 TB Speicher
iPhone Duo: das erste Falt-iPhone mit zwei Displays
Das iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max kommen in den altbekannten Größen, die Apple mit der iPhone-12-Generation im Jahr 2020 eingeführt hat. Aber: Mit dem iPhone Duo kommt ein komplett neues Format dazu, erstmals bei Apple mit einem faltbaren Display.
Das iPhone Duo setzt dabei auf quasi den gleichen Formfaktor wie das Samsung Galaxy Fold 8. Heißt: Es ist etwa so groß wie ein Reisepass. Mir persönlich gefällt das Format unglaublich gut. Zugeklappt ist der Duo-Bildschirm mit daumenfreundlichen 5,4 Zoll im 1,4:1-Format perfekt geeignet für Social Media, Messaging & Co. Aufgeklappt reicht der 7,6-Zoll-Bildschirm im ebenfalls 1,4:1-Format schon fast ans iPad mini heran (8,3 Zoll bei 4:3 / 1:1,33).
Und dann ist natürlich noch die Frage nach der Falte. Zumindest die für die Apple-Präsentation zurechtgelegten iPhone Duos wurden extragründlich gebügelt – hier war wirklich kein Knick mehr sichtbar. Allerdings hat das Display ohnehin nicht Apple selbst gefertigt, sondern Samsung Display mit acht Generationen Fold-Erfahrung auf dem Buckel. Unsere Samsung-Kontakte durften uns leider nicht verraten, inwieweit die neue Flex-Titanium-Technologie auch im neuen iPhone Duo steckt, zumindest hat Apple während seiner Präsentation auch eine Titan-Schicht erwähnt.
Ein paar weitere Besonderheiten bringt das Falt-Display dann noch mit sich – positiv wie negativ. Das Außendisplay hat eine kreisrunde Punchhole-Notch für die Selfie-Kamera, das Innendisplay versteckt die Selfie-Kamera sogar unter dem Panel. Das ist sehr cool, kostet aber FaceID. Stattdessen hat das iPhone Duo Face ID – der Fingerabdrucksensor sitzt im seitlichen Power-Button. Wer eine Apple Watch hat, kann das Duo aber natürlich auch damit entsperren.
Was musst du noch über das iPhone Duo wissen?
- Das Gehäuse ist aus Titan gefertigt
- An Farben gibt’s Star White und Night Sky
- Das iPhone Duo gibt’s nur als eSIM-Version
- Der Akku soll in 20 Minuten auf 50% geladen sein, fünf Minuten reichen laut Apple für fünf Stunden Videoplayback.
- Das iPhone Duo hat die gleiche Ultraweitwinkel-Kamera wie das iPhone 18 Pro (Max)
- Die Hauptkamera löst ebenfalls 48 Megapixel auf, hat aber keine variable Blende
- Eine Telekamera gibt’s im iPhone Duo nicht.
- Dank zwei gegenüberliegenden Kameras und Displays kann man zu Zweit eine dritte Person anrufen. Apple nennt das Dual FaceTime.
- Die Selfie-Kamera im Außendisplay kann Hoch- und Querformat
- Als Prozessor kommt ebenfalls der Apple A20 Pro zum Einsatz
Wie teuer sind die neuen iPhones?
Die Vorbestellungen starten am kommendem Samstag, der Verkaufsstart ist am 18. September. In der nachfolgenden Tabelle findet Ihr die Preise für die neue iPhone-Serie.
| Modell / Speicher | 256 GB | 512 GB | 1 TB | 2 TB |
|---|---|---|---|---|
| iPhone 18 Pro | 1449 Euro | 1699 Euro | 2199 Euro | 2949 Euro |
| iPhone 18 Pro Max | 1599 Euro | 1849 Euro | 2349 Euro | 3099 Euro |
| iPhone Duo | 2299 Euro | 2549 Euro | 3049 Euro | 3799 Euro |
Zwei Wermutstropfen gibt’s dann noch zum Schluss. Apple hat Siri AI angekündigt inklusive eigener App und konfigurierbarer Stimme. Nur leider wird Siri AI vorerst nicht auf Deutsch erscheinen und auch nicht in der EU verfügbar sein. Schade, denn mit der Möglichkeit, auch Apps von Drittanbietern zu bedienen, würde Apple hier zumindest auf dem Papier zu Android bzw. Google Gemini aufschließen. Und: Wer heute auf ein iPhone 18 gehofft hat, muss sich wohl bis 2027 gedulden.
