Ein hydraulischer Abgleich kostet normalerweise Geld und erfordert einen Fachbetrieb. Bosch will die Wärmeverteilung nun per Thermostat optimieren und bezeichnet das Verfahren als automatischen hydraulischen Abgleich.
Thermostate sollen die Wärme automatisch verteilen
Home+ umfasst bereits die Verwaltung von bis zu drei Bosch-Smart-Home-Systemen, erweiterten Cloudspeicher für Kameras und eine Geräuscherkennung für Glasbruch sowie herkömmliche Rauch- und Kohlenmonoxidmelder. Hinzugekommen sind die „Optimierte Wärmeverteilung“ und die „Bedarfsoptimierte Heizung“.
Für die optimierte Wärmeverteilung vergleichen Heizkörper-Thermostate II [+M] das Aufheizverhalten der Räume und begrenzen bei Bedarf die maximale Ventilöffnung. So soll das System die Wärme gleichmäßiger verteilen, Strömungsgeräusche reduzieren und Energie besser nutzen. All das, ohne Ventile auszutauschen.

Ob das bei jeder Anlage einem klassischen, vom Fachbetrieb berechneten hydraulischen Abgleich gleichkommt, geht aus den veröffentlichten Daten allerdings nicht eindeutig hervor. Auch eine pauschale Sparquote nennt Bosch nicht. Der tatsächliche Effekt hängt damit vom Gebäude, der Heizungsanlage und deren bisheriger Einstellung ab.
Wärmepumpe reagiert auf einzelne Räume
Die zweite Funktion verbindet Raumregelung und Wärmeerzeuger. Bosch verknüpft kompatible Wärmepumpen über den Connect Key K40 beziehungsweise bei Buderus über das MX400-Modul mit Heizkörper- oder 230-V-Raumthermostaten. Meldet ein Raum Wärmebedarf, passt das System die Vorlauftemperatur vorausschauend an. Auch mehrere Heizkreise lassen sich zentral steuern. Für eine Kühlung über die Fußbodenheizung muss die Wärmepumpe in den Kühlmodus versetzt werden.
Der Abopreis ist nur ein Teil der Rechnung: Die Wärmeverteilung setzt kompatible Thermostate voraus, die bedarfsoptimierte Heizung zusätzlich eine unterstützte Bosch- oder Buderus-Wärmepumpe samt Verbindungsmodul. Ob die eigene Anlage kompatibel ist, muss deshalb vor der Buchung geprüft werden.
Home+ ist nicht der einzige Zugang. Seit September 2026 vertreibt Bosch das Heizkörper-Thermostat II [+M] PRO über Installateure. Bei dieser Variante werden beide Heizfunktionen beim Einbau dauerhaft freigeschaltet. Hardware und fachgerechte Installation sind laut Bosch im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig. Ob sich das gegenüber dem Abo rechnet, hängt vom Angebot des Fachbetriebs und der Zahl der von dir genutzten Thermostate ab.
Im Test des Bosch Bewegungsmelders II [+M] funktionierte auch die Matter-Einrichtung auf Anhieb. Bei Aqara-Geräten benötigte ich dafür häufig mehrere Versuche, wie im Test des Aqara W600. Bosch erklärte mir im persönlichen Gespräch, dass diese Wahl bewusst zur Strategie gehört: Unterstützte Geräte sollen sowohl im eigenen Ökosystem als auch direkt in einem Matter-System funktionieren. Du legst den Einbindungsweg bei der Einrichtung fest und bist nicht vollständig an Bosch gebunden. Über Matter fehlen je nach Gerät allerdings Bosch-spezifische Einstellungen. Dabei handelt es sich aber um kein Bosch-Versagen, sondern es trifft alle Hersteller, die via Matter eingebunden werden.
Bleibt Tado beim reinen Heizen günstiger?
Tado AI Assist kostet 3,99 Euro monatlich oder 29,99 Euro jährlich. Das Abo umfasst unter anderem Geofencing, Fenster-Offen-Erkennung, adaptives Heizen und vorausschauendes Vorheizen. Mit Heizkörper-Thermostaten X bietet Tado darüber auch einen TÜV-zertifizierten hydraulischen Abgleich an, wie mein Artikel zum neuen Tado-Thermostat X zeigt.

Bosch verlangt 4,99 Euro monatlich oder 49,99 Euro pro Jahr, deckt dafür aber neben der Heizung auch Multi-System-Verwaltung sowie Kamera- und Sicherheitsfunktionen ab. Im Jahresabo bleibt Tado mit umgerechnet 2,50 Euro monatlich deutlich günstiger als Home+ mit rund 4,17 Euro. Wer ausschließlich die Heizung automatisieren möchte, fährt mit Tado billiger. Wer mehrere Bestandteile von Home+ nutzt, erhält für den Aufpreis das deutlich breitere Paket.
Eyes+ erkennt bekannte Personen
Mit Eyes+ startet im November 2026 ein separates Kamera-Abo für 2,99 Euro monatlich. Der Dienst soll für alle Innen- und Außenkameras von Bosch Smart Home angeboten werden. Beim Anlernen erfasst das System mehrere Bilder aus unterschiedlichen Kopfpositionen. Daraus erstellt Bosch nach eigenen Angaben eine verschlüsselte Merkmalsbeschreibung in der Cloud, die sich nicht wieder in ein Bild zurückverwandeln lässt.
Die Kameras sollen bekannte von unbekannten Personen unterscheiden und nur bei relevanten Ereignissen benachrichtigen. Außerdem versicherte mir Bosch im Gespräch, dass alle gesammelten Daten verschlüsselt sind.
Bleibt der Blick zu Ring: Dessen Abos laufen seit 2026 unter dem Namen Ring Protect, die Einstiegsstufe Ring Solo kostet 3,99 Euro monatlich oder 39,99 Euro jährlich und deckt ein einzelnes Gerät ab. Dafür gibt es Videoaufzeichnung und bis zu 180 Tage Ereignisverlauf, während Bosch im Home+-Abo bis zu 400 Clips für 30 Tage vorhält.

Eine Personenunterscheidung wie Eyes+ ist in Ring Solo allerdings nicht enthalten: Bekannte Gesichter stecken im Add-on Pro Intelligence, das mit 4 Euro pro Kamera und Monat zusätzlich berechnet wird, oder im Ring-Pro-Tarif für 19,99 Euro monatlich.
Wer die Funktion bei Ring nachbucht, landet damit bei 7,99 Euro im Monat. Bei Bosch kostet Eyes+ 2,99 Euro. Beim Speicherzeitraum liegt Ring also klar vorn, bei der Gesichtserkennung Bosch. Nach den derzeit genannten Preisen kosten Home+ im Jahresabo und zwölf Monate Eyes+ zusammen 85,87 Euro; bei monatlicher Buchung sind es 95,76 Euro pro Jahr.
