Mit Kryptowährungen zu handeln, ist inzwischen ziemlich einfach geworden. Bitcoin, Ethereum und andere digitale Währungen lassen sich heute fast so unkompliziert kaufen und verkaufen wie Aktien oder ETFs. Ein paar Klicks in der App reichen oft schon aus. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell: Der Handel kostet je nach Anbieter unterschiedlich viel Geld. Manche Plattformen verlangen niedrige Gebühren, andere greifen deutlich stärker zu.
Bitcoin, ETH und Co. kaufen und verkaufen: Das ist die günstigste Kryptobörse
Dabei geht es längst nicht nur um die klassischen Handelskosten. Auch sogenannte Spreads – also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis – spielen eine wichtige Rolle. Gerade bei kleineren Beträgen fällt das vielen Anlegern zunächst kaum auf. Über längere Zeit können diese Unterschiede aber die Rendite spürbar schmälern.
Eine aktuelle Untersuchung des Frankfurt School Blockchain Centers gemeinsam mit intas.tech hat nun neun große, in Deutschland verfügbare Kryptoplattformen miteinander verglichen. Analysiert wurden standardisierte Kauf- und Verkaufsaufträge für sechs Kryptowährungen, darunter Bitcoin und Ethereum. Untersucht wurden sowohl die sichtbaren Gebühren als auch die tatsächlichen Gesamtkosten inklusive Spreads. Verglichen wurden die folgenden Anbieter:
- Bison
- Bitpanda
- Bitvavo
- Coinbase
- flatex
- justTRADE
- Kraken
- N26
- Trade Republic
Das Ergebnis fällt überraschend deutlich aus. Laut Studie weist Bitvavo das niedrigste Kostenniveau aller untersuchten Plattformen auf. Die durchschnittlichen Gesamtkosten für Kauf und Verkauf lagen dort bei weniger als 0,56 Prozent pro vollständigem Trade. Andere Anbieter kamen im Vergleich teilweise auf Werte von mehr als sechs Prozent. Die günstigsten Anbieter im Überblick (Kauf und unverzüglicher Verkauf derselben Kryptowerte):
Beispielrechnung: So viel kosten Kauf und Verkauf wirklich
Die Studie zeigt außerdem: Zwischen den einzelnen Plattformen gibt es erhebliche Unterschiede, obwohl viele Anbieter mit ähnlichen Werbeversprechen auftreten. Besonders auffällig war, dass die Kosten bei einigen Apps selbst bei identischem Handelsvolumen stark schwankten.
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Wie groß die Unterschiede sind, zeigt ein einfacher Vergleich. Grundlage sind die durchschnittlichen Gesamtkosten für einen sogenannten Roundtrip – also Kauf und anschließender Verkauf von Bitcoin.
| Kryptowert | Ordervolumen | Bitvavo | justTRADE | flatex | Bison | Trade Republic | N26 | Bitpanda | Kraken | Coinbase |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| BTC | ca. 100 € | 0,49€ | 0,61€ | 1,15€ | 2,46€ | 2,79€ | 3,38€ | 3,34€ | 5,34€ | 7,90€ |
| BTC | ca. 500 € | 2,57€ | 2,99€ | 5,72€ | 12,34€ | 10,43€ | 17,15€ | 17,04€ | 27,32€ | 24,33€ |
| ETH | ca. 100 € | 0,55€ | 0,60€ | 1,14€ | 2,46€ | 2,80€ | 5,35€ | 5,01€ | 5,67€ | 7,96€ |
| ETH | ca. 500 € | 2,60€ | 3,11€ | 5,84€ | 12,29€ | 14,51€ | 25,37€ | 25,14€ | 28,43€ | 24,61€ |
| XRP | ca. 100 € | 0,51€ | 0,62€ | 1,18€ | 2,46€ | 2,81€ | 4,85€ | 5,28€ | 6,11€ | 7,93€ |
| XRP | ca. 500 € | 2,60€ | 3,03€ | 5,60€ | 12,45€ | 14,48€ | 25,26€ | 26,38€ | 30,42€ | 24,59€ |
| SOL | ca. 100 € | 0,55€ | 0,63€ | 1,17€ | 2,48€ | 2,82€ | 4,91€ | 4,93€ | 5,96€ | 7,90€ |
| SOL | ca. 500 € | 2,79€ | 3,17€ | 5,80€ | 12,21€ | 14,49€ | 24,64€ | 24,79€ | 29,81€ | 24,61€ |
| LINK | ca. 100 € | 0,56€ | 0,62€ | 1,35€ | 2,58€ | 2,82€ | 4,98€ | 6,17€ | 6,12€ | 8,07€ |
| LINK | ca. 500 € | 2,71€ | 3,17€ | 6,65€ | 13,00€ | 14,52€ | 25,44€ | 31,16€ | 30,91€ | 24,93€ |
| AVAX | ca. 100 € | 0,55€ | 0,71€ | 1,36€ | 2,59€ | 2,79€ | 5,08€ | 5,13€ | 6,22€ | 8,01€ |
| AVAX | ca. 500 € | 2,82€ | 3,37€ | 6,59€ | 12,79€ | 14,55€ | 25,41€ | 25,48€ | 31,15€ | 25,14€ |
Besonders bei kleinen Beträgen machen sich hohe Gebühren schnell bemerkbar. Wer beispielsweise nur 100 Euro investiert und dafür bereits mehrere Euro Gebühren zahlt, startet praktisch sofort mit einem Minus.
Studie: Tatsächliche Kosten oft schwer nachvollziehbar
Für Anleger dürfte deshalb vor allem Transparenz wichtiger werden. Die Studie kritisiert, dass viele Plattformen zwar ihre Handelsgebühren offen anzeigen, die tatsächlichen Kosten durch Spreads aber oft nur schwer nachvollziehbar sind. Genau diese versteckten Unterschiede entscheiden am Ende jedoch darüber, wie viel Geld tatsächlich investiert wird – und wie viel beim Verkauf wieder zurückkommt.
Dass ausgerechnet ein europäischer Anbieter den Vergleich gewinnt, passt zur Entwicklung des Kryptomarkts. Seit der Einführung der europäischen MiCA-Regulierung stehen lizenzierte Plattformen stärker unter Aufsicht. Für Verbraucher bedeutet das mehr Transparenz und einheitlichere Regeln. Laut Studie profitiert davon aktuell vor allem Bitvavo, das inzwischen zu den größten eurobasierten Kryptobörsen Europas zählt.
