Endlich bringt ADO die Pro-Variante seines Air Carbon nach Deutschland! Das faltbare E-Bike glänzt mit einem noch geringeren Gewicht von nur 16,2 kg, integriertem GPS für Diebstahlschutz und einer automatischen Gangschaltung. Ist es damit der perfekte Begleiter für Pendler?
Preis und Verfügbarkeit
In Deutschland ist das ADO Air Carbon Pro bereits vorbestellbar. Fans von faltbaren E-Bikes müssen dabei 2.499 Euro einplanen und sich zwischen einer weißen und einer schwarzen Farbvariante entscheiden.
Hersteller ADO legt zudem noch einen Anreiz für den Kauf von Zubehör in den Karton. Denn unserem Test-Bike lag eine AQS 2.0 Halterung für Körbe und Fahrradtaschen bei. Der dazu passende Klappkorb kostet im Onlineshop des Herstellers 49,99 Euro, ein Gepäckträger für die Front 99,99 Euro und eine Fahrradtasche sowie ein Rucksack jeweils 69,99 Euro.
Design und Verarbeitung
In der schwarzen Farbvariante ist das neue Pro-Modell kaum vom normalen Air Carbon zu unterscheiden. Nach dem Auspacken des E-Bikes und anschließendem Aufbau finden wir noch immer ein schlichtes E-Faltrad mit 20-Zoll-Reifen, Akku in der abschließbaren Sattelstange und Carbonriemen vor.

Für den Aufbau des Air Carbon liegt das benötigte Werkzeug mit im Karton. Dabei schrauben wir die Pedale an, setzen den Sattel mit ein paar Schrauben auf die Sattelstange, schrauben die in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen Katzenaugen in die Speichen und justieren in unserem Falle die Vordergabel nach. Hier trat bei unserem Modell ein Problem auf:
Ab Werk wiesen Lenker und Vorderrad eine leichte Schrägstellung auf, die sich über ein Losschrauben des abknickbaren Lenkers korrigieren ließ. Dabei verzog sich die Schraube für die Vordergabel allerdings, wodurch sich die Lenkstange nicht mehr zuverlässig festschrauben ließ. Wir empfehlen daher, nicht den mitgelieferten Inbus für die Reparatur zu verwenden. Neben der Lenkerstange solltest du auch das Sicherheitsschloss der Sattelstange festziehen. Bei unseren Testfahrten rutschte diese allmählich nach unten.
Aber zurück zum Design des ADO Air Carbon Pro: Laut Herstellerangaben ist das E-Bike für Körpergrößen bis 2 m geeignet. Mit einer Mindestgröße von 1,50 m sollte es daher für die meisten Pendler geeignet sein. Und glänzt dabei mit seinem geringen Gewicht von nur 16,4 kg mit eingelegtem Akku mit einer sehr guten Flexibilität.

Denn: Das Packmaß von 66 cm in der Höhe und 87 cm ist kompakt genug, dass du es im Gepäckabteil von Zügen und Bussen verstauen kannst. Somit musst du dir als Pendler kein Fahrradticket kaufen. Dank des geringen Gewichts musst du zudem nicht zwingend auf Aufzüge warten, um das E-Bike zum Zug zu transportieren.
Die verbauten Teile sind – bis auf die Schraube für die Vordergabel – durchaus hochwertig. Der Motor stammt wie bei allen anderen ADO-Bikes von BAFANG und sollte dank bürstenlosem Design langlebig sein, die sehr guten Scheibenbremsen stammen von Tektro und es gibt einen Drehmomentsensor im Tretlager, was in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist.
Daraus ergibt sich ein hoher Fahrkomfort, doch dazu später mehr.
Komfortfunktionen und App
Denn erst einmal möchten wir auf die smarten Features des ADO Air Carbon Pro eingehen. Und damit auf eine weitere Neuerung im Vergleich zum Standardmodell.
ADO stattet das Air Carbon Pro sowohl mit einem GPS- als auch mit einem Mobilfunkmodul aus. Über einen NFC-Chip am Bordcomputer sowie das passende Gegenstück kannst du das E-Bike zudem sehr bequem an- und ausschalten. Alternativ geht das auch über den NFC-Chip in deinem Handy. Mit diesem kannst du es auch orten und tracken, falls es gestohlen wird. ADO integriert zudem eine Navigationsfunktion in die App, mit der wir ein Hühnchen zu rupfen haben.

Für eine Teststrecke wollten wir uns über die App navigieren lassen. Da die Navi-Funktion auf Google Maps basiert, war die vorgeschlagene Strecke super. Leider brach die Navigation, die auf dem Display des Fahrrads anhand von Pfeilen und Kilometerangaben funktioniert, immer wieder ab. Wir haben es selbst nach zehn Versuchen nicht hinbekommen, dass die Navigation anbleibt. Dass die App unter iOS die nötigen Berechtigungen und Einstellungen hat, haben wir dabei sichergestellt.
Generell läuft die ADO-App auf unserem iPhone 16 Pro nicht ganz rund. Schaltflächen reagieren zum Teil spät oder gar nicht, die Übersetzung ins Deutsche ist nicht ganz zuverlässig und für den vollen Funktionsumfang musst du noch einmal Abo-Kosten von 10 Euro im Jahr einplanen. Die smarten Funktionen sind nach dem Kauf jedoch für ein Jahr kostenfrei.
Aber: Die neueste ADO EBIKE App (Version 2.0.3.5) wurde zur Freigabe bei den App Stores eingereicht und befindet sich derzeit in der Prüfung. Die aktualisierte Version soll voraussichtlich Mitte August verfügbar sein und soll unseren Informationen nach die genannten Fehler und Probleme beheben.
Fahrkomfort und Technik
Wie bei seinen anderen E-Falträdern trifft ADO wieder eine gute Mischung aus kompaktem Packmaß und gutem Fahrkomfort. Das liegt unter anderem an den mit 20″ vergleichsweise großen Reifen, mit denen das Fahrrad sanfter über Kopfsteinpflaster oder unebene Böden rollt. Unterstützt wird das gute Fahrgefühl von einer automatischen Gangschaltung, die deine Trittfrequenz ungefähr bei 15 km/h verlangsamt. So sind auch schnelle Fahrten bei 25 km/h aufwärts angenehm ruhig.

ADO verzichtet bei den Modellen mit Carbonrahmen allerdings auf eine Federung. Dadurch ergibt sich zwar ein straffes Fahrgefühl in Kurven, unebene Böden transportieren sich allerdings direkt durch den Sattel auf den Fahrer. Zusammen mit dem recht kleinen Sattel werden lange Fahrten unangenehm. Diesen, genau wie die wirklich winzigen Pedale, würden wir nach einem Kauf des ADO Air Carbon Pro noch austauschen.
Davon abgesehen überzeugt das E-Bike mit einem sehr hohen Fahrspaß. Der 250 W starke BAFANG-Motor ist mit seinen 50 nm Drehmoment noch einmal leistungsstärker als die Variante mit 35 nm im Standard-Modell. Im Sportmodus, der sich über die App aktivieren lässt, schafft das Air Carbon Pro auch starke Steigungen mühelos und hält uns bei leichtem Trampeln souverän bei etwa 27 km/h.

Zusammen mit dem geringeren Gewicht unterstützt das E-Bike aber auf allen Unterstützungsstufen deutlich. Da die Trittfrequenz dank der Automatikschaltung ruhig ist, lässt sich das Air Carbon Pro sehr entspannt mit maximaler Geschwindigkeit fahren. Möchte man das nicht, ist der verbaute Drehmomentsensor präzise genug, dass du die Geschwindigkeit über langsames Trampeln steuern kannst.
Loben wollen wir zu guter Letzt die Bremsen: Mit zwei Scheibenbremsen von Tektro kommt das Air Carbon Pro sehr zuverlässig zum Stehen. Dank der hydraulischen Ansteuerung lassen sich die Bremsen zudem besonders präzise ansteuern. Im Stadtverkehr haben wir uns mit dem E-Bike dadurch sehr sicher gefühlt.
Akku und Reichweite
ADO gibt die Reichweite des Air Carbon Pro mit maximal 100 km an. Solche Laborwerte sind allerdings in der Praxis nur schwer zu erreichen, da sie meist unter Optimalbedingungen mit leichtem Gewicht und ebenen Strecken gemessen werden. Wir sind daher mehrere Tage mit dem Air Carbon Pro unterwegs gewesen. Unsere Routen waren dabei zwar recht flach, allerdings müssen wir im Stadtverkehr oft anfahren, was erfahrungsgemäß viel Energie verbraucht.

Dabei kamen wir mit einer vollen Akkuladung etwa 40 km weit. Der Wert passt zu Eindrücken, die wir von anderen ADO-Fahrrädern hatten und ist durchaus alltagstauglich. Pendelst du mit dem Air Carbon Pro, kannst du mit einem stromsparenden Fahrstil locker morgens und abends 30 – 40 km überbrücken. Lädst du den Akku zwischendurch auf, ergeben sich entsprechend längere Reichweiten.
Aufladen kannst du das Air Carbon Pro zudem besonders flexibel. Da der 345,6 Wh große Akku in der Sattelstange sitzt, kannst du diesen zum Aufladen herausnehmen. So kannst du das Fahrrad in der Garage lassen und den Akku mit in die Wohnung nehmen. Für mehr Sicherheit lässt sich der Akku im Fahrrad aber auch abschließen.
Fazit
Mit dem Pro-Modell erweitert ADO sein leichtes Air-Carbon-Modell um ein leistungsstärkeres Modell. Dabei fielen uns das geringere Gewicht zusammen mit dem leistungsstärkeren Motor besonders positiv auf. Starke Steigungen schafft das Air Carbon Pro mit Leichtigkeit. Dabei kannst du sitzen bleiben und musst nicht einmal stark in die Pedale treten.

Das Fahrgefühl ist dank der Zwei-Gang-Automatik ebenfalls gut. Erreichst du mit dem E-Bike eine Geschwindigkeit von etwa 15 km/h, schaltet das Fahrrad hoch und reduziert die Trittfrequenz. So lässt sich auch dann noch gemütlich und ruhig fahren.
Unser Testmodell kam allerdings auch mit einigen Makeln. Obwohl die verbauten Teile eigentlich sehr hochwertig sind, verzogen sich die verbauten Schrauben am Rahmen schon beim Zusammenbau. Gleichzeitig funktionierte die ADO-App auf unserem iPhone nicht ganz zufriedenstellend. Die neue Version, die ab Mitte August verfügbar sein soll, sollte das aber beheben.
Zu einem Preis von 2.499 Euro sind das nicht unbedingt Nachteile, die man gerne hinnimmt. Wir empfehlen daher nach dem Kauf einen Check-Up beim örtlichen Fahrradladen. Größere Pedale und ein komfortabler Sattel empfehlen sich dabei ebenfalls.







