Osmo 360 II: Warum DJIs beste 360-Kamera keine Überraschung ist

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Bei 360-Grad-Kameras galt lange: "Alles gefilmt, aber nichts richtig scharf". Die neue DJI Osmo 360 II soll das mit nativen 8K bei 60 Bildern pro Sekunde, 14,5 Blendenstufen Dynamikumfang und einem überarbeiteten Stitching-Algorithmus jedoch endlich ändern.
DJI Osmo 360 II im Einsatz beim Klettern
Die beste 360-Grad-Kamera? Das macht die DJI Osmo 360 II so besondersBildquelle: DJI

Dass die Weiterentwicklung von 360-Grad-Kameras ausgerechnet DJI gelingt, ist dabei kein Zufall. Der vor allem für seine hochwertigen Drohnen bekannte Hersteller feiert in diesem Jahr auch schon sein 12-jähriges Handheld-Kamera-Jubiläum und hat seine langjährige Erfahrung in diesem Bereich genutzt, um mit der Osmo 360 II die wohl beste 360-Kamera auf den Markt zu bringen. Wir schauen, was die Kamera-Neuheit so besonders macht und was dir die Unterschiede im Alltag genau bringen.

Die Vorarbeit fand in der Luft statt

Drohnen nutzen seit Jahren Fisheye-Optiken, um ihre Umgebung wahrzunehmen und Hindernissen auszuweichen. Dafür müssen mehrere stark verzerrte Kamerabilder entzerrt und zu einem stimmigen Sichtfeld zusammengerechnet werden. Hierfür setzt DJI auf einen Stitching-Algorithmus. Und der wurde bei den fliegenden Drohnen stark geprüft: wechselndes Licht, große Parallaxe und ständige Eigenbewegung. Außerdem wurde die 3D-Rekonstruktion bis in den Millimeterbereich getrieben – und genau diese Dinge macht man sich auch bei den 360-Grad-Kameras zunutze.

Die erste Osmo 360 brachte den nach Herstellerangaben weltweit ersten quadratischen Bildsensor für Panoramaaufnahmen. Der Gedanke dahinter ist einleuchtend: Ein klassischer rechteckiger Sensor nutzt bei runden Fisheye-Bildkreisen nur die Mitte, rund ein Viertel der Fläche liegt brach. DJI ordnete die Pixel neu an, erhöhte die vertikale Auflösung von 3.000 auf 4.000 Pixel und kam so auf natives 8K über beide Objektive, ganz ohne Hochrechnen. Vier Jahre Entwicklung stecken in diesem Sensor, der inzwischen auch von etablierten Wettbewerbern übernommen wurde.

Doch das ist noch nicht alles, auf dem die Osmo 360 II fußt. Es folgte ein weiterer Zwischenschritt: die Avata 360. Diese Drohne setzte das Stitching dem Extremtest aus: FPV-Tempo, harte Manöver, abrupte Lichtwechsel. Diese erschwerten Bedingungen konnten gemeistert werden. Und was dort in der Luft funktioniert, funktioniert auch bei der Osmo 360 II.

Was die Osmo 360 II auszeichnet

Die Vorteile der Osmo 360 II lassen sich auf drei Kernelemente herunterbrechen.

Bildqualität: native 8K mit 60 Bildern pro Sekunde

Der quadratische 1/1,1-Zoll-Sensor der Osmo 360 II – der im Panorama-Bildfeld rund 25 Prozent mehr nutzbare Fläche bietet als ein herkömmlicher rechteckiger Sensor – übertrifft die Vorgängergeneration. Aus 8K mit 50 Bildern pro Sekunde werden native 8K mit 60 Bildern pro Sekunde, aus 13,5 Blendenstufen werden 14,5. Das klingt nach einer Nachkommastelle, ist aber eine volle Blende mehr – und stellt zeitgleich die branchenweit höchste Spezifikation dar. Und die hilft genau dort, wo 360-Material bisher oft scheiterte: Gegenlicht, Sonnenuntergang und beleuchteten Städten bei Nacht. AI SuperNight 2.0 hält die dunklen Bereiche zusätzlich sauber. 80k60 ist gleichzeitig enorm wichtig, um schnelle Bewegung ohne Unschärfe oder Geisterbilder darstellen zu können. Dazu kommen Effekte, die wirklich einen Unterschied machen: 64-fache Panorama-Zeitlupe, 8K mit 120 Bildern pro Sekunde für eingefrorene Bewegungen und Zeitraffer in 16K.

Action-Aufnahme der DJI Osmo 360 II beim Motorradfahren
Hohe Auflösung und flüssige Bilder, selbst bei rasanten Fahrten Bildquelle: DJI

Stitching: ein echter Fortschritt beim Nahbereichsversatz

Erst einmal zum Verständnis: Was ist überhaupt Stitching und warum ist es nötig? Eine 360-Grad-Kamera hat zwei Objektive, eines vorn, eines hinten. Jedes sieht etwas mehr als eine Halbkugel, sodass sich beide Bilder am Rand leicht überlappen. Stitching ist quasi das Zusammennähen dieser zwei Halbkugeln zu einer lückenlosen Kugel.

Osmo 360 II unter Wasser beim Tauchen
Um die Hand herum (wo die Kamera eigentlich ist) sieht das Bild trotzdem realistisch aus Bildquelle: DJI

Und genau hier gibt es den wohl spannendsten Fortschritt. Ein neuer KI-Algorithmus, trainiert auf den Daten der Vorgängergenerationen, adressiert gezielt den Nahbereichsversatz. Also jene Fehler, bei denen der Selfie-Stick, der eigene Arm oder der Lenker direkt vor der Linse für Probleme sorgen. Wer schon einmal 360-Material geschnitten hat, kennt dieses Ärgernis. Der Rundumblick stimmt, aber ausgerechnet das, was der Kamera am nächsten ist, franst aus. DJI setzt genau hier an und möchte dieses bekannte Ärgernis so gut es geht eliminieren.

Bedienung: Aufnahme bis Editing – alles wird einfacher

DJI erweitert diese Vorzüge um einige weitere Kniffe. Spotlight Follow hält das Motiv etwa automatisch im Bild, was gezielte Aufnahmen deutlich vereinfacht. One-Tap Editing ist hingegen klar für eine breite Zielgruppe gedacht. Du brauchst keine Editing-Erfahrung, sondern kannst per Knopfdruck aus dem sperrigen Rundumvideo einen fertigen Clip erstellen lassen. Hinzu kommen Twist-to-Shoot, Gestensteuerung, Anbindung an Fahrzeugsysteme und vieles mehr. Im Alltag richtig nützlich ist unter anderem auch die NFC-Unterstützung für das Pairing mit einem Fingertipp oder der direkte Zugriff auf die Bearbeitungsseite. Man merkt, dass DJI hier in vielerlei Hinsicht mitgedacht hat.

Was das alles für dich im Alltag bedeutet

Das klingt alles cool und daraus lassen sich für viele sicherlich schon einige Einsatzmöglichkeiten ableiten. Doch was genau bedeuten diese Vorteile – fernab von höherer Auflösung und weniger Problemen mit dem Nahbereichsversatz?

Pest du etwa eine Skiabfahrt herunter, hast du währenddessen keine Zeit, um den perfekten Blickwinkel auszuwählen. Mit der hochwertigen 360-Grad-Kamera filmst du kurzerhand alles um dich herum, und kannst nachträglich die gewünschten Shots fokussieren. Gleiches gilt für Fahrten mit dem Motorrad oder Bike, Reisevlogs durch die Natur und Co.

DJI Osmo 360 II im Einsatz beim Skifahren
Perfekt für dynamische Action-Aufnahmen – den genauen Shot entscheidest du nachträglich Bildquelle: DJI

Dank One-Tap Editing kann aus Stunden von Rundummaterial zudem in wenigen Minuten ein Clip erstellt werden. Du hast also nachträglich deutlich weniger Aufwand. Praktisch ist dabei ebenso, dass die DJI Osmo 360 II über 105 GB internen Speicher verfügt. Insbesondere in Zeiten, in denen die Preise für Speichermedien stetig steigen, sorgt dies für ein noch besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Und auch, dass die Linsen jetzt austauschbar sind, ist in der Praxis ein riesiger Vorteil. Dadurch wird aus dem teuersten Schaden einer 360-Kamera quasi ein Verschleißteil.

Preis und Verfügbarkeit der Osmo 360 II

Wann genau die Osmo 360 II in Deutschland verfügbar sein wird, ist noch unklar. DJI hat aber bereits die Preise für die 360-Grad-Kamera, ein Bundle sowie verschiedenes Zubehör bekannt gegeben:

  • Osmo 360 II Standard Combo: 589 Euro
  • Osmo 360 II Adventure Combo: 739 Euro
  • Osmo 360 II Linsen-Austausch-Set (Dual): 39 Euro
  • Osmo 360 II Akkuverlängerungsstab: 99 Euro
  • Osmo Schwerlastklemmen-Halterungsset: 49 Euro
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Bildquellen

  • DJI Osmo 360 II beim Motorradfahren: DJI
  • Optimietes Stitching bei Osmo 360 II: DJI
  • DJI Osmo 360 II beim Skifahren: DJI
  • DJI Osmo 360 II – die beste 360-Kamera?: DJI

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